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    VOLLEYBALL 2. BUNDESLIGA SÜD, MÄNNER

    Eltmann verliert in ohrenbetäubendem Lärm

    Die Hammelburger (von links) Bruno Simunic, Henning Schulte und Moritz Rauber zeigen im Derby gegen die Oshino Volleys E... Foto: till Oschmann

    VOLLEYBALL

    2. Bundesliga Süd, Männer

    L.E. Volleys – GSVE Delitzsch 1:3
    TGM Mainz-Gonsenheim – SV Fellbach 0:3
    TSV Grafing – SV Schwaig 3:1
    FT Freiburg – TG Rüsselsheim II 2:3
    SSC Karlsruhe – TSV Unterhaching II 0:3
    TV/DJK Hammelburg – O. Volleys Eltmann 3:2

    1. (1.) TSV Grafing 24 22 2 67 : 25 60
    2. (2.) SV Schwaig 24 17 7 60 : 29 52
    3. (4.) TG Rüsselsheim II 24 17 7 60 : 33 50
    4. (3.) O. Volleys Eltmann 23 17 6 55 : 29 49
    5. (5.) TGM Mainz-Gonsenheim 24 14 10 49 : 42 42
    6. (6.) TSV Unterhaching II 23 13 10 49 : 37 40
    7. (9.) SV Fellbach 23 13 10 45 : 40 37
    8. (7.) FT Freiburg 23 11 12 46 : 42 37
    9. (8.) TV/DJK Hammelburg 23 14 9 50 : 46 36
    10. (10.) SSC Karlsruhe 24 10 14 40 : 48 33
    11. (11.) GSVE Delitzsch 24 11 13 41 : 51 30
    12. (12.) VI Frankfurt 25 4 21 29 : 67 17
    13. (13.) L.E. Volleys 24 3 21 29 : 65 15
    14. (14.) VYS Friedrichshafen 24 0 24 6 : 72 0

    TV/DJK Hammelburg - Oshino Volleys Eltmann 3:2 (22:25, 25:19, 28:26, 16:25, 15:11)

    „Leider gibt es im Volleyball kein Unentschieden“, sagte Eltmanns Trainer Milan Maric bedauernd. „Das war ein Spiel auf höchstem Niveau, das keinen Sieger verdient gehabt hätte.“ Letztendlich waren es dann die Hammelburger, die bei 3:2-Derbysieg über die Oshino Volleys Eltmann nach 123 packenden Minuten ein Fitzelchen die Nase vorne hatte. Womit aber auch die Gäste leben konnte. „Die Meisterschaft ist eh entschieden, Grafing ist der Titel nicht mehr zu nehmen“, so Eltmanns Manager Rolf Werner, „aber durch den Punkt haben wir uns die Chance erhalten, aus eigener Kraft Zweiter zu werden. Und Hammelburg bleibt nun sicher in der Liga, das hilft uns letztlich auch.“

    Wobei Tado Karlovic, der Coach der TV/DJK, das mit dem Klassenerhalt noch nicht abhaken wollte, „so lange es rein rechnerisch noch nicht sicher ist.“ Schließlich könnte Herrsching aus finanziellen Gründen aus der Bundesliga aussteigen und dann müssten möglicherweise sogar drei Zweitligisten absteigen.

    Weil die Nachwuchsteams aus Friedrichshafen und Frankfurt nicht unter die Abstiegsregelung fallen, würde dann sogar der Tabellenzehnte noch runter müssen. Hammelburg ist derzeit Neunter, sollte die noch fehlenden Punkte um ganz sicher zu gehen im Heimspiel gegen das noch sieglose Volleyballinternat Friedrichshafen einfahren. „Trotzdem wäre es mir lieber, wir wären Fünfter oder Sechster, dann hätte ich auch dieses Derby mehr genießen können, weil gegen Eltmann natürlich immer die Gefahr besteht, mit einem 0:3 raus zu gehen. Umso erleichterter bin ich jetzt.“

    Auch wenn das Ergebnis beiden Teams in den Kram passte, gewinnen wollte sichtlich jeder. „Klar schmerzt so eine Niederlage“, sagte VCE-Mittelblocker Sven Kellermann. Der hatte sich auch öffentlich über die sozialen Netzwerke noch den ganze Samstag gepusht. „Derby ist Derby. Da wird nichts geschenkt. Der Unterschied zu anderen Sportarten ist aber, dass man hinterher mit all seinen Freunden und Bekannten auch des anderen Klubs zusammen essen geht.“

    Was übrigens auch für die Fans beider Mannschaften galt. Ob die 650 Zuschauer die Saaletalhalle jetzt wirklich zur „lautesten Halle der Zweiten Liga“ machten, wie der ausgezeichnete und stets faire Hallensprecher Olly Wendt betonte, lässt sich mangels Lärmmessung nur erahnen. Auf jeden Fall war das Spiel ausverkauft und die Stimmung prächtig. Am Ende feierten die Zuschauer beide Teams.

    Und das auch zurecht, denn das Spiel hatte es wirklich in sich. Erst profitierten die Gäste von Hammelburger Aufschlagfehlern, dann die Gastgeber von Eltmanner Annahmeschwäche. „Wir haben zwischendurch unsere Angriffe nicht durchbekommen“, analysierte Kellermann, der selbst häufig durch die Mitte punktete. „Die Annahme war nicht immer so, wie wir uns das vorgestellt haben.“ Und dann war natürlich auch die Hammelburger Feldabwehr hellwach und der Block vor allem mit Oscar Benner stand felsenfest.

    Auch beim Matchball punktete der 19-jährige, als er einen Angriffsschlag von Diagonalangreifer Mircea Peta ins Eltmanner Feld abwehren konnte. „Am Ende waren es vielleicht zwei, drei Unkonzentriertheiten, die im Tie-Break den Ausschlag gegeben haben“, meinte Kellermann. Vielleicht zeigten die Saaletalstädter auch den Hauch mehr Leidenschaft im Abstiegskampf. „Wir haben versucht befreit aufzuspielen, das ist uns zwei Sätze sehr gut gelungen und drei Sätze nicht so“, sagte der Eltmanner Mittelblocker.

    Aber auch mit dem zweiten Tabellenplatz, könne der VC Eltmann gut leben, meint Manager Werner. „Die Liga ist viel stärker als letzte Saison und dann darf man nicht vergessen, dass wir zwei gute Leute verloren haben und mit Timon Schippmann in der Weihnachtspause noch einen.“ Werner wollte den Abgang von Schippman zum Erstligisten Rottenburg nicht für die bisher eher durchwachsene 2018er-Bilanz verantwortlich machen, „doch beim Training fehlt uns da schon einiges an Qualität, denn sein Nachfolger David Strobel kann immer erst ab Donnerstag zum Team stoßen.“ Zudem stehe Libero Max Kolbe seit Februar auch nur noch zu den Spielen zur Verfügung. Er ist beruflich inzwischen in den Niederlanden.

    Wie die Mannschaft in der kommenden Spielzeit zusammengestellt sein wird, da, so Werner, habe es noch keine Planung oder Gespräche gegeben. „Aber es tut sich trotzdem einiges.“ Noch in dieser Woche soll es zahlreiche Gespräche geben mit „hochinteressanten Firmen, die dann auch ihr ganzes Netzwerk mit einbringen.“. Ob es allerdings reicht, die mögliche „Wild Card“ zum Aufstieg ins Oberhaus zu nutzen, „das wird schwer. Es kann sein, dass wir am Stichtag, dem 1. April noch bei der Liga anrufen und sagen, dass wir es machen, realistisch ist es aber so, dass es sehr knapp wird, um noch die nötigen Abschlüsse zu schaffen.“

    Auf jeden Fall soll demnächst eine Volleyball-GmbH gegründet werden, die dann die nötigen Strukturen schafft, um auf Dauer erstklassig spielen zu können. „In der zweiten Liga hätten wir mehr Zeit, diese Strukturen aufzubauen.“ Doch wenn es 2018 noch nicht reichen sollte, dann ein Jahr später. „Dann wollen wir von vorne herein sagen, wir wollen Meister werden und wir steigen dann auch auf.“

    Hammelburg: Simunic, Rauber, Schulte, P.Wolf, G.Wolf, Benner, Spachmann (Libero). Eingewechselt: Bendikowski, Dzafic, Damjanovic. Eltmann: Richter, Späth, Krüger, Engel, Kellermann, Peta. Libero: Werner, Kolbe. Eingewechselt: Nürnberger, Strobel, Schmitt. Zuschauer: 650 (ausverkauft). MVP: Georg Wolf/Merten Krüger.

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