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    FUßBALL: KREISKLASSE 3

    TV Haßfurt nutzt einen Patzer zum Sieg

    Na, wird's gefährlich, oder nicht: Der Zeller Florian Schnös (links) und der Haßfurter Marius Mühlfeld ringen im Haßfurter Strafraum um den Ball, der Rest schaut gespannt, was dabei herum kommt. Foto: Ralf Naumann

    90 Minuten Abstiegskampf mit hitziger Atmosphäre auf und neben dem Rasen sahen die insgesamt 120 zahlenden Zuschauer auf dem Sportgelände in Zell zwischen den zehntplatzierten Gästen aus Haßfurt sowie dem heimischen TSV Zell. Gleichzeitig standen sich mit lediglich drei erzielten Toren die harmloseste Offensive (Haßfurt) und die mit 21 Gegentreffern anfälligste Defensive (Zell) der Liga gegenüber. Ausgerechnet ein Patzer in der ersten Hälfte entschied ein intensiv geführtes Duell mit vielen Fouls und Unterbrechungen auf schwer bespielbarem Untergrund zu Gunsten der Haßfurter.

    TSV-Schlussmann Dominik Bartholmess nahm einen Rückpass seiner Hintermannschaft im Strafraum mit der Hand auf und verursachte somit einen indirekten Freistoß aus halblinker Position, den die Gäste zu nutzen wussten. Mit einem satten Vollspannschuss ins lange Eck netzte Andre Pöltz den entscheidenden Treffer an diesem Nachmittag ein. „Es war schade, dass wir trotz unserer sehr guten Chancen in der zweiten Halbzeit das Spiel aufgrund eines solchen Fehlers knapp verlieren“, blickte Zells Trainer Christian Krines nach der Partie auf die Szene zurück und sprach gleichzeitig den Kampfgeist seiner Mannschaft an.

    Denn nach einer zerfahrenen ersten Hälfte mit Vorteilen und mehreren Möglichkeiten für die Gäste, kämpften sich die Hausherren im zweiten Abschnitt zurück und hatten mehrfach den Ausgleichstreffer auf dem Fuß. Vor allem in der Schlussphase schnürten die Gastgeber Haßfurt in der eigenen Hälfte ein und kamen durch einige Freistöße und Ecken gefährlich vor das Tor. Sogar Dominik Bartholmess stürmte kurz vor dem Schlusspfiff noch nach vorne, um seinen Patzer aus der 24. Minute auszubügeln, doch am Ende blieben alle Mühen unbelohnt. „Nach zuletzt guten Leistungen ist es umso bitterer, dass es trotz eines starken Auftritts heute nicht zu einem Sieg gereicht hat“, sagte Krines nach dem Abpfiff.

    Doch auch Haßfurt hatte seine Möglichkeiten, wusste diese allerdings vor allem in der ersten Halbzeit nicht in Tore umzumünzen. Zwar ließ Andre Pöltz in der 77. Minute aus kurzer Distanz nach einer Hereingabe von Nikolaus Wesner nochmal das Netz zappeln, Schiedsrichter Michael Neubauer erkannte den Treffer wegen eines vorausgegangenen Handspiels der Gäste jedoch nicht an. In der Folge startete Zell seine Schlussoffensive und konnte sogar in den letzten Minuten mit einem Mann mehr agieren, da Torschütze Pöltz aufgrund wiederholten Foulspiels mit der Ampelkarte den Platz verlassen musste. Die Hausherren kreierten zahlreiche Möglichkeiten und kamen gefährlich durch Standards vor das Haßfurter Tor, doch TV-Keeper Johannes Wirth hielt seinen Vorderleuten ein ums andere Mal den Sieg fest.

    „Wir haben in der ersten Hälfte gut gespielt, nach Wiederanpfiff allerdings komplett den Faden verloren. Zum Schluss hatten wir wirklich Glück und können uns bei Johannes im Tor bedanken, der uns mit mehreren tollen Paraden den Sieg festgehalten hat“, resümierte der Übungsleiter der Gäste, Mario Hess, nach dem Spiel. „Unterm Strich war der Sieg wichtig, aber in meinen Augen auch verdient“, führte Hess weiter aus, dessen Mannschaft dank der drei Punkte in der Tabelle auf den achten Rang vorrückte, während Zell weiterhin mit einem Zähler am Ende verbleibt.

    Die Statistik des Spiels

    Fußball, Kreisklasse Schweinfurt 3 TSV Zell – TV Haßfurt 0:1 (0:1) Zell: Bartholmess – Zehe, Schnös, Gehring, Eller, Herold, Häfner, Ullrich, Schädler, Herzing, Eberwein; eingewechselt: Gonnert, Braun, Wilhelm.

    Haßfurt: J. Wirth – Waldvogel, Mühlfeld, Weidinger, Gehring, Diem, L. Wirth, Lenhardt, Pöltz, Weniger, Seeber; eingewechselt: Wesner, C. Reinhart.

    Schiedsrichter: Michael Neubauer (FC Rentweinsdorf). Zuschauer: 120. Tor: 0:1 Andre Pöltz (24.). Gelb-Rot: Andre Pöltz (88., Haßfurt).

    Von Daniel Göpfert

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