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    MOTORSPORT

    Sieger der Herzen auf drei Rädern

    Packende Zweikämpfe im Staub der „Bramberger Alm”: hier beim Veteranen-Cup der Seitenwagen. Foto: Rudi Brantner

    Die NTMC Nordbayern-Thüringen-Motocross Challenge fuhr am vergangenen Wochenende in Bramberg um wichtige Punkte in insgesamt zehn Leistungsklassen. Der Bramberger Motocross erwies sich einmal mehr als hervorragender Gastgeber der zweitägigen Veranstaltung mit rund 200 Fahrern und Fahrerinnen aus Deutschland und der Schweiz.

    „Um die goldene Ananas“ wie es Dirk Prill aus Nümbrecht (nahe Köln) formulierte, ging es beim Höhepunkt des Wochenendes eigentlich nicht. Prill ist einer der Gründerväter des Seitenwagen-Veteranen-Cups, der 2006 ins Leben gerufen, heute 39 eingetragene Gespanne hat. Diese haben alle eines gemeinsam: sie lieben, hegen und pflegen ihre „Oldtimer“ auf drei Rädern. Und auf der Piste einmal losgelassen, schenken sie sich keinen Meter.

    Schwerer Unfall im Vorjahr

    Prill und Monika Winter sind etwas Besonderes in diesem Jahr, alle herzen die 60-Jährige, als es im Startraum zum ersten freien Training am späten Samstagnachmittag geht. „Moni“ hat ihre eigene Geschichte als Bürde dabei: vor gut einem Jahr war sie es, die kurz vor dem Ziel beim Pflichttraining nach einem harten Aufsprung den Griff verlor, vom Wagen auf die Piste stürzte und vom Nachfolgegespann überrollt worden war. „Es ist mir nichts wirklich Schlimmes passiert, ich hab' im rechten Knie halt keine Kreuzbänder mehr.“

    Beim Unfall war seinerzeit sogar ihr Helm kaputt gegangen. Nun ging es für Moni erstmals wieder in den Wettkampf, Prill: „Wir hoffen, dass das Knie hält.“

    Olympisches Motto

    Entspannt sitzen die beiden mit Freunden bei ihrer mobilen Werkstatt und dem großen Wohnmobil und bereiten sich mental auf das erste Training vor. Es gibt selbstgeschmierte Wurst- und Käsebrötchen, dazu Cola. Die Hunde „Daddy“ und „Erna“ sind genauso ruhig wie der 55-Jährige und seine Partnerin. Zumindest bemerkt man keine Anspannung, es wird gelacht und das Gespann vorbereitet. Kurz nach 17 Uhr wird in voller Montur der Weg zum Startraum angetreten, Proberunden gedreht, Starts getestet. Resümee: „Alles gut!“

    Am Sonntag wird es dann doch ernster um die beiden. Pflichttraining absolviert, man startet etwas in den hinteren Reihen. Nicht zaghaft, sondern mit Umsicht und vorsichtig wird Dirk das erste Rennen mit seiner Lebenspartnerin angehen. „Für uns ist heute dabei sein ist alles!“

    Auf der Einführungsrunde stottert das Yamaha-Monster aus den 80-er Jahren plötzlich, Prill schaut zunächst ratlos. Im Zielraum stehen schon alle Gespanne zum Start bereit, Prill/Winter sind am Motor am hantieren. Streckensprecher Otto Möller (Coburg) bangt mit ihnen, als Prill den Daumen hoch zeigt, kann es losgehen. Die alte Technik ist wohl doch unverwüstlich.

    Mit ohrenbetäubendem Getöse brausen die Gespanne den Starthang hinauf, verschwinden in einer Staubwolke in den ersten Kurven.

    An diesem Wochenende hat es für das sympathische Paar nicht zur besten Platzierung gereicht, gewonnen haben sie aber allemal die Herzen der Zuschauer und ihrer Sportskameraden.

    Gewonnen hat den Veteranen-Cup der Seitenwagen nach spannendem Rennverlauf die Starnummer vier mit Dietmar Schmid am Steuer und Bruno Kälin (CH), gefolgt von der 27 mit Alexander und Torsten Seubert (Haibach/Goldbach) und dem Familiengespann Vater und Sohn Volker und Moritz Barabas.

    Feiern nach dem Rennen

    Dass die leidenschaftlichen Motorradsportler auch feiern können, bewiesen sie am Samstagabend nach Schweinshaxen und Bier im Festzelt zur Musik von der Band „Good Vibrations“ .

    Weitere Informationen zum Renngeschehen und den Platzierungen sind unter www.motocross-bramberg.de zu bekommen.

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