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    FUßBALL, KREISKLASSE SW 4

    Trainer-Neuling trifft auf einen Erfahrenen

    Zum Saisonauftakt noch mit 1:4 gegen Dittelbrunn unterlegen, will Ramon Räth (unten) gegen Hesselbach zeigen, dass sein FC Nassach mittlerweile viel gelernt hat. Foto: René Ruprecht

    Als die „Unaufsteigbaren“ möchte im Fußball gewiss niemand gelten. Auch beim FC Nassach will davon niemand etwas hören. Nach dem verpassten Aufstieg in der letzten Saison sollte 2019 eigentlich der zweite Anlauf in Richtung Kreisliga folgen. Eine überraschende 0:2-Niederlage am letzten Spieltag in Schonungen, kostete die Nassacher allerdings auf den letzten Metern den sicher geglaubten zweiten Platz.

    Aufgeben gilt aber nicht. Unter dem neuen Spielertrainer Ramon Räth wird in dieser Saison ein neuerlicher Angriff auf die Spitze unternommen. Der Saisonstart deutet auch daraufhin, dass dies ein realistisches Unterfangen werden könnte. Nach sieben Spielen stehen 13 Punkte und Platz zwei auf dem Konto. Einen Platz dahinter, aber auch mit zwei Spielen weniger, rangiert der kommende Gegner SC Hesselbach.

    Neue Aufgaben für Räth

    Eine Prognose für das anstehende Spitzenspiel am Sonntag (15 Uhr, Seestadion Nassach) möchte Räth nicht so wirklich abgeben: „Das ist ein typisches 50:50-Spiel. Da wird es auf die Tagesform ankommen.“ Der Spielertrainer-Novize ist noch keiner für die großen Töne. Mit Bedacht geht er die neue Aufgabe an, bei einem Verein, der wie gemacht scheint für die ersten Schritte eines Trainer-Neulings. „Es macht mir hier viel Spaß, da der Verein vom Drumherum eigentlich immer versucht das Bestmögliche herauszuholen. Der Verein macht es mir sehr leicht“, erzählt Räth, der die letzten Jahre als Spieler beim FSV Krum aktiv war.

    „Der Verein macht es mir sehr leicht“
    Ramon Räth, Spielertrainer FC Nassach

    Als gerade mal 28-Jähriger ist es dennoch eine Umstellung, nun nicht mehr nur als Spieler auf dem Platz zu stehen und sich lediglich um die eigene Leistung zu kümmern. „Ich muss die anderen zehn Spieler auf dem Feld jetzt auch immer mit im Blick haben. Das muss man anfangs erstmal lernen. Das hatte auch zur Folge, dass darunter meine eigenen Leistungen als Spieler in der Vorbereitung etwas gelitten haben,“ so Ramon Räth: „Aber ich habe mir schon als Spieler immer viele Gedanken gemacht, wie wir uns als Team verbessern können. Für mich war damit nie nach dem Training oder dem Spiel Schluss.“

    Schnelle Verhandlungen

    So ist es eigentlich nur logisch, dass er den Schritt zum Spielertrainer gewagt hat. Treibende Kraft war Tobias Burger, sein damaliger Trainer in Krum, der Räths Talent erkannt und gefördert hat. Seit eins, zwei Jahren spielte Räth mit dem Gedanken, mehr als nur Spieler zu werden. Sein ehemaliger Teamkollege aus Jugendzeiten beim FC Haßfurt, Benedikt Höchner, bekam Wind davon und erzählte seinem Vater Jürgen, der Vereinsvorstand beim FCN ist, davon. Ab dann ging alles ganz schnell. Mehr als zwei Gespräche brauchte es nicht, um kurz vor Weihnachten das „Okay“ zu geben, erinnert sich Räth.

    Vielleicht gelingt es dem ehrgeizigen neuen Coach auch endlich, den Nassachern den Traum vom Aufstieg zu ermöglichen.

    Hesselbacher Doppelsorgen

    Hilfreich wäre da ganz sicher ein Heimsieg gegen Verfolger Hesselbach, der trotz einem starken Auftakts mit vier Siegen und nur einer Niederlage aktuell wenig optimistisch dreinschaut. Trainer-Routinier und Vereins-Urgestein Reiner Bötsch ist wenig angetan von der aktuellen Lage mit zwei Kreisklasse-Teams: „Das wurde – glaube ich – etwas unterschätzt“. Die Personalsituation bei den Hesselbachern ist angespannt. Unter anderem muss Bötsch, der schon seit 1998 als Trainer arbeitet, immer darauf achten, in der ersten Halbzeit niemanden einzuwechseln, der am gleichen Spieltag noch für die zweite Mannschaft zum Einsatz kommen soll.

    „Die Aussichten für das Auswärtsspiel in Nassach sind nicht unbedingt rosig, aber jede Partie muss im Fußball ja immer erst gespielt werden,“ so der Trainerfuchs, der zwar dem Gegner die Favoritenrolle zuschiebt, aber ganz bestimmt schon einen vielversprechenden Matchplan parat hat.

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