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    FUßBALL

    Der Titel als Abschiedsgeschenk

    Hier noch in der Verfolgung, ist Matthias Strätz (rechts) mit dem TSV Knetzgau auf dem besten Weg zur Meisterschaft. Foto: Rene

    Die Meisterschaft möchte er „seinem“ TSV Knetzgau schon als Abschiedsgeschenk hinterlassen. Wenn Matthias Strätz im Sommer nach sechs Jahren den aktuellen Spitzenreiter der Kreisliga 2 in Richtung SG Eltmann verlässt, will er das natürlich mit der Gewissheit tun, dem Verein noch einmal zum Titel verholfen zu haben. Elf Spiele sind es noch, „unnötig dürfen wir da keine Punkte mehr liegen lassen“, hat der 37-Jährige die Saison bis zum letzten Spieltag am 18. Mai schon mal durchkalkuliert.

    Flach spielen, hoch gewinnen

    Die alte Fußballermaxime „Flach spielen, hoch gewinnen“ hat Matthias Strätz verinnerlicht und seiner Mannschaft auch eingeimpft. „Wir sind fast jederzeit in der Lage, von hinten heraus zu spielen“ ist er kein Freund von „hoch, weit und lang“. Strätz will mit seiner Mannschaft „den Gegner kontrollieren, selbst das Spiel machen“. Und das ist ihm mit dem TSV Knetzgau auch gelungen. Immerhin steht die Mannschaft nach 14 Siegen aus 17 Partien auf Platz eins.

    „Wir sind fast jederzeit in der Lage, von hinten herauszuspielen“

    2013 heuerte Strätz, der zuvor beim FC Schweinfurt 05, beim FC Haßfurt und beim FC Sand seine Defensivqualitäten als Spieler zeigte, in Knetzgau als Spielertrainer an. Platz drei in der Premierensaison war beachtlich, auch in den nächsten beiden Jahren war der TSV mit Platz vier (2015) und fünf (2016) im Vorderfeld zu finden, bis 2017 mit der Meisterschaft – punktgleich mit der Sander Reserve – die Rückkehr in die Bezirksliga gelang. Zwar folgte der direkte Wiederabstieg, das aber soll mit der erneuten Meisterschaft umgehend repariert werden.

    Schwierige Rückrunde

    Mit den Sportfreunden Steinbach und dem FC Sand II hat der TSV Knetzgau eigentlich nur noch zwei ernsthafte Konkurrenten. „Das war vor zwei Jahren ähnlich“, erinnert sich der Schönbacher an das „Zielfoto“, das Knetzgau letztlich erst am letzten Spieltag den Titel vor der Sander Reserve sicherte. Und auch heuer rechnet Strätz mit einer engen Entscheidung: „Das wird eine schwierige Rückrunde“, erwartet der bei Bosch in Bamberg beschäftigte Facharbeiter vor allem in den Partien bei den direkten Konkurrenten in Sand am 20. April und Steinbach am 4. Mai zwei „heiße Kisten“. Denn: zuhause gab es gegen die beiden Verfolger nur einen Punkt. Steinbach entführte beim 3:2-Auswärtssieg alle drei Zähler vom TSV-Gelände, gegen die Sander Reserve blieb Knetzgau beim 0:0 zum einzigen Mal in der laufenden Saison ohne eigenen Torerfolg. Die zwar „unnötige, aber verdiente“ 1:2-Heimniederlage gegen Neubrunn würde Strätz hingegen gerne unter der Kategorie „einmalig“ verbuchen.

    Platz für die Jugend gemacht

    Aber der der Trainer glaubt an seine Mannschaft. „Nach dem Abstieg aus der Bezirksliga – da waren die anderen Mannschaften einfach besser und haben weniger individuelle Fehler gemacht als wir – sind wir nicht auseinander gefallen, sondern haben die Kurve bekommen“, weiß Matthias Strätz, dass seine Schützlinge das Zeug und den Charakter dazu haben, den eingeschlagenen Weg erfolgreich zu Ende zu führen. Und das auch ohne ihn, denn Strätz hat nicht nur seinen Abschied frühzeitig verkündet, er hat auch seinen Platz in der Innenverteidigung freiwillig geräumt, um die Mannschaft an das Spiel ohne ihren „Leitwolf“ zu gewöhnen. „Der Michael Mühlfelder macht das inzwischen richtig gut“, freut sich Strätz über die positive Entwicklung des jungen TSV-Eigengewächses, das seinen Platz in der Kette übernommen hat.

    Kader muss breiter werden

    Reicht das aber, um sich ab August eine Liga weiter oben festzubeißen? „Da brauchst Du einen breiteren Kader“, zumal mit Alexander Barth (nach Kirchaich) ein erfahrender Spieler den TSV verlassen wird. „Dennoch hat die Mannschaft das Zeug, in der Bezirksliga zu spielen“, ist sich Strätz sicher, dass seine Arbeit Früchte trägt und tragen wird, zumal sich mit dem pfeilschnellen Jakob Dumrauf und dem kopfballstarken Martin Schwemler zwei neue Angreifer bereits richtig gut integriert haben. „Dennoch hoffe ich, dass die richtigen Spieler, die den TSV noch ein wenig besser machen, gefunden werden,“ wünscht er dem TSV einen guten Griff bei Neuzugängen.

    Freundschaften erhalten

    Strätz selbst verschlägt es dann zum jetzigen Ligakonkurrenten SG Eltmann, der TSV Knetzgau wird er aber wohl noch lange ein Teil von Matthias Strätz bleiben. Die fünfeinhalb Jahre beim TSV haben ihre Spuren hinterlassen, neue Freunde gebracht. Das mehr als gute Verhältnis zu Spielleiter Alexander„Hämbi“ Hamburger oder zur „guten Seele des Vereins“, Sabine Knop, soll auf jeden Fall bestehen bleiben.

    „Fünfeinhalb Jahre sind eine lange Zeit, die Spieler können auch mal frischen Wind brauchen, der sie in allen Richtungen weiterbringt“, glaubt Strätz, dass der richtige Zeitpunkt für den Wechsel nun gekommen ist, „auch wenn es mir schwer fällt“. Wer für ihn den TSV dann übernimmt, ist noch nicht geklärt. Dass es dann aber in der Bezirksliga sein soll, schon.

    Matthias Strätz

    • 37 Jahre

    • verheiratet, eine Tochter

    • Karriere als Spieler: FC Schweinfurt 05, FC Haßfurt, ab 2008 1. FC Sand, ab 2010 TSV Kirchaich, ab 2013 TSV Knetzgau

    • Karriere als Trainer: TSV Kirchaich, TSV Knetzgau, ab 1. Juli SG Eltmann

    TSV Knetzgau in Zahlen

    • Tabellenführer seit dem 8. Spieltag

    • 43 Punkte, 52:20 Tore • Bester Angriff (52 Tore) • Zweitbeste Abwehr (15 Gegentore)

    • Zuhause mit zwei Niederlagen (2:3 gegen Steinbach, 1:2 gegen Neubrunn) und einem Remis (0:0 gegen Sand II)

    • Auswärts acht Spiele, acht Siege

    • Beste Torschützen: Jakob Dumrauf (11), Martin Schwemler (10), Sebastian Warmuth (9), Alexander Barth (7), René Knop (6).

    Von Matthias Lewin

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