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    VOLLEYBALL: 2. BUNDESLIGA

    Der Traum von 2000 Zuschauern

    3550 Zuschauer in Bamberg: 2008 spielten die Eltmanner (von rechts Brett Alderman und Henri Tuomi) gegen Friedrichshafen. Foto: Ralf Naumann

    500 Zuschauer sind o.k. Wenn die dann auch noch so eine Stimmung verbreiten wie beim jüngsten 3:2-Heimsieg über Grafing, ist's sogar sehr gut. Rolf Werner, Manager des Volleyball-Zweitligisten VC Eltmann, aber will mehr. Er träumt von mindestens 2000 Zuschauern. Deshalb will er mit seinem Verein in die erste Liga und dann für ausgewählte Partien nach Bamberg. Dort steht mit der Brose Arena die drittgrößte Multifunktionshalle Bayerns mit Platz für 6800 Zuschauer. Und die ist am Samstagabend (19.30 Uhr) Schauplatz des Derbys zwischen den Eltmanner „Heitec Volleys“ und dem TV/DJK Hammelburg.

    Arena-Atmosphäre

    Der Umzug hat mit den Aufstiegsambitionen des Tabellendritten der zweiten Volleyball-Bundesliga zu tun. Und da die Ansprüche der ersten Liga die Möglichkeiten der heimischen Georg-Schäfer-Halle bei Weitem übersteigen, kommt Bamberg ins Spiel. Denn eine richtige Arena soll es in Liga eins schon sein – zumindest für die eine oder andere Highlight-Partie, etwa gegen Berlin oder Friedrichshafen. Der Aufstieg ist das klare Ziel – zur Not auch als Drittplatzierter, falls es mit der Meisterschaft nicht klappt. Derzeit liegen die Eltmanner, die ein Spiel weniger absolviert haben, lediglich zwei Punkte hinter Spitzenreiter Mainz-Gonzenheim und einem hinter dem Zweiten Grafing, der wiederum eine Partie weniger als Eltmann hinter sich gebracht hat.

    Derby als Testlauf

    „Die Deutsche Volleyball-Liga verlangt den Nachweis unserer Erstligatauglichkeit. Wir möchten zudem wissen, ob Volleyball auf höchstem Niveau in der Metropolregion von den Menschen angenommen wird. Unsere Wurzeln sind und bleiben aber in Eltmann“, zerstreute Rolf Werner schon Mitte Dezember Befürchtungen, die Volleyballer aus der Kleinstadt im Landkreis Haßberge würden ihrer angestammten Heimstätte komplett den Rücken kehren.

    Das samstägliche Duell gegen den Sechstplatzierten Hammelburg (die Liga besteht aus neun Mannschaften) dient den Eltmannern also als Testlauf für mögliche Erstliga-Spieltage gegen die Großen der Republik. Die unterfränkischen Rivalen der Heitec Volleys hatten gegen den Spielortwechsel nichts einzuwenden: „Es ist eine Ehre und eine Selbstverständlichkeit, Eltmann dabei zu unterstützen, eine Stufe nach oben zu klettern“, betonte Hammelburgs Abteilungsleiter Matthias Benner.

    Lockruf für Sponsoren

    Ein ebenso klares Ja wie aus Hammelburg erhoffen sich die Verantwortlichen in Eltmann auch auf die Frage, ob sie mit ihrer ehrenamtlich ausgerichteten Struktur eine Partie in der Brose Arena überhaupt stemmen können. Statt der rund 500 Zuschauer in Eltmann sollten es am Spieltag in Bamberg schon 1500 plus X werden, insgeheim erwarten sie sogar 2000 bis 2500 Tribünengäste. Der Volleyball-Tag in Bamberg wird mit der Regionalligapartie der Bamberger Volley Ballerinas gegen den TSV Sonthofen (16 Uhr) eröffnet, um dem Ganzen eine Art „Eventcharakter“ zu verleihen.

    Die Hoffnungen in Eltmann gehen aber auch noch in eine andere Richtung: Je mehr Zuschauer dem Spektakel beiwohnen, desto interessanter könnte das Projekt erste Liga auch für potenzielle Sponsoren werden. Die werden noch gebraucht, um den Eltmanner Auftritt in der Beletage des deutschen Volleyballs auf sichere Füße zu stellen.

    Insolvenz-Erfahrungen

    Dass es ohne eine Finanzspritze auch gewaltig danebengehen kann, weiß kaum jemand besser als Rolf Werner. Immerhin war sein Verein, damals noch unter dem Namen SG Eltmann, von 2003 bis 2008 schon einmal in der ersten Liga, bis der Verein in die Insolvenz schlitterte. Auch dem Nachfolgeverein VC Franken erging es nicht besser: 2010 war erst einmal Schluss mit Erstliga-Volleyball in Nordbayern.

    Nun also der nächste Versuch. Besser vorbereitet als vor gut 15 Jahren. Nach dem Auftritt am Samstag in Bamberg steht der nächste Schritt in Richtung Erstliga-Tauglichkeit an: Die Ende letzten Jahres gegründete GmbH will sich zügig um das ehrgeizige Projekt erste Volleyball-Bundesliga kümmern.

    Von Matthias Lewin

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