• aktualisiert:

    Fußball

    Warum es in Sand kaum mehr besser wird

    Dieter Schlereth (rechts) sind in Sachen Aufgebot derzeit quasi die Hände gebunden. Den Sander Trainer plagen große Verletzungssorgen. Auch Sohn Danny (links) fällt wohl noch einige Zeit aus. Foto: Ralf Naumann

    Platz 16 - und damit die erneute Relegation. Für den FC Sand scheint sich auch in dieser Saison das zu wiederholen, was es bereits in den letzten beiden Jahren gab: Ein Zittern bis weit nach Saisonschluss. Die sechs gespielten Partien seit dem Auftaktmatch am 12. Juli gegen den TSV Großbardorf (1:3) zeigten dabei auf, was den Sandern fehlt. Und das ist eine ganze Menge. Keine leichte Aufgabe für das Trainerteam um Dieter Schlereth und die Verantwortlichen im Seestadion.

    Dabei war die Partie gegen die Grabfeld-Gallier noch die beste Vorstellung, die der FC Sand in der zugegeben noch jungen Saison ablieferte, auch wenn man die Punkte mit nach Großbardorf schicken musste. Selbst der 2:0-Erfolg beim TSV Abtswind, der bislang einzige Sander Dreier, war nicht durch überlegenes Spiel, sondern durch funktionierende Effektivität entstanden. Und das dann folgende 1:1 beim Aufsteiger in Kahl war ebenfalls nicht mit Dominanz zu begründen, auch wenn die erste Hälfte aus Sander Sicht durchaus ansprechend war.

    Besorgt statt zufrieden

    Damit hatte der FC Sand nach drei Partien vier Zähler auf dem Konto und war eigentlich ganz zufrieden mit dieser Ausbeute. Nach nunmehr sechs Spielen steht diese Vier aber immer noch. Weil gegen Ansbach (0:1), in Gebenbach (2:4) und zuletzt gegen Cham (1:3) weder Leistung noch Ertrag stimmten, hat sich die Stimmung im Seestadion von "zufrieden" in "besorgt" gedreht.

    "Ich kann nicht immer nur sagen, wir geben der Jugend ihre Chance. Ich muss es auch mal tun"
    Dieter Schlereth, Trainer FC Sand

    Und was noch viel schlimmer ist: es ist kaum Besserung in Sicht. Das liegt vor allem an der wie auch in den Vorjahren mehr als angespannten Personalsituation bei den Korbmachern. Ohnehin mit einem recht dünnen bayernligatauglichen Kader ausgestattet, ist der FC Sand erneut vom Verletzungspech verfolgt. Sven Wieczorek fehlt seit Februar, als er sich in einem Testspiel einen Schien- und Wadenbeinbruch zuzog. Danny Schlereth fehlt seit dem 1:1 in Kahl mit einem Muskelfaserriss, Joe Bechmann verletzte sich im Heimspiel gegen Ansbach, und nun muss Dieter Schlereth auch noch auf André Schmitt verzichten, sein Achillessehnenriss im Spiel gegen Cham ist der negative Höhepunkt einer Verletzungswelle, die sämtliche Ambitionen der Sander förmlich hinweg spülte. Dass mit der Vier-Spiele-Sperre gegen Mert Topuz ein weiterer Defensivakteur bis Anfang September ausfällt, macht die Sache auch nicht leichter.

    Not-Abwehr

    André Lörzer Foto: Ralf Naumann

    Damit ist das Hauptproblem des FC Sand klar: Die Hintermannschaft. Neben Abwehrchef André Karmann agierte zuletzt mit Max Witchen ein sicherlich noch nicht gestandener Bayernliga-Akteur, der seine Sache allerdings recht gut machte. Auf der rechten Außenbahn kann Ralph Thomann zwar mehr, als zuletzt gegen Cham gezeigt, nur links wird sich Schlereth etwas einfallen lassen müssen. Kevin Steinmann kann hier nur eine Notlösung sein.

    Luca Zeiß Foto: Ralf Naumann

    Neben dem personell so geschwächten Abwehrverbund versprühte zuletzt aber auch die Offensivabteilung nur wenig Hoffnung auf Erfolg. Antreiber Sebastian Wagner verzettelte sich zu oft in Klein-Klein, Dominik Rippstein, Julian Klauer und Christopher Gonnert fehlt das gewisse Etwas, ein Spiel auch mal herum zu reißen, und vorne ist Shaban Rugovaj, immerhin schon dreifacher Torschütze, zu sehr auf sich allein gestellt. Denn Thorsten Schlereth ist ebenfalls angeschlagen und bräuchte im Grunde eine Pause. Doch die kann ihm Vater Dieter derzeit nicht geben.

    Chancen für die Jugend

    Dafür aber Einsatzzeiten für die Perspektivspieler. "Ich kann nicht immer nur sagen, wir geben der Jugend ihre Chance. Ich muss es auch mal tun", erklärte Schlereth nach der Partie gegen Ansbach. Mit Luca Zeiß und André Lörzer standen zwei Junioren erstmals in der Startelf. Und auch gegen Cham kamen beide im zweiten Durchgang in die Partie. Die zwei Nachwuchsspieler rechtfertigten ihre Einsätze, auch wenn am Ende beide Partien verloren gingen. 

    Dieter Schlereth ist also in einer Situation, in der er im Grunde kaum etwas falsch machen kann, auch wenn er gerne vieles anders machen würde. Seine Mannschaft geht personell am Stock, die notwendige Breite im Kader, um die Ausfälle ohne Qualitätseinbußen zu ersetzen, ist nicht vorhanden. Was bleibt ihm also übrig als auf Spieler aus der sogenannten zweiten Reihe zu setzen? Die Erfolgs-Ansprüche im Seestadion sind ohnehin relativ gering. Nach den zuletzt gezeigten Leistungen erscheint eine erneute Relegation als oberstes Ziel. Oder wie es kürzlich ein Fan auf der Tribüne ausdrückte: "Wir müssen hoffen, dass noch eine Mannschaft schlechter ist als wir."

    Weitere Artikel

    Kommentare (0)

      Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!