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    FUSSBALL: BAYERNLIGA NORD

    Abtswind wandelt 0:1 noch in ein 2:1

    Abtswinds Trainer Mario Schindler darf zufrieden sein. Sein Tauschbefehl nach 72 Minuten brachte den Sieg. Foto: Hans Will

    Mit einer überraschenden Wende hat der TSV Abtswind am Mittwochabend noch die Kurve gekratzt und in die Erfolgsspur gefunden. Der Aufsteiger befreite sich gegen den FSV Erlangen-Bruck mit zwei späten Treffern aus der spielerischen Sackgasse und drehte einen 0:1-Rückstand noch in einen 2:1-Sieg.

    Ein Traumtor Philipp Hummels und ein strammer Schuss des eingewechselten Cristian Camilo Fischer führten Abtswind nach langer Irrfahrt doch noch ans erhoffte Ziel. Rund 400 Zuschauer sahen im zweiten Heimspiel binnen fünf Tagen den zweiten Sieg hintereinander nach dem 3:1 am Samstag gegen Hof. Lange Zeit hatte es so ausgesehen, als könnte der TSV nicht einmal jenen Treffer ausgleichen, mit dem Oliver Seybold die Mittelfranken in der 18. Minute in Führung gebracht hatte.

    Warschecha mit zwei Glanzparaden

    Erlangen stürzte sich bei angenehmen Temperaturen im Hurrastil auf seinen Gegner – und beeindruckte ihn sichtlich. Schon Bastian Lunz hätte die Gäste in Führung bringen können, doch Torwart Florian Warschecha klärte dessen 18-Meter-Schuss exzellent. Sekunden später war es aber doch so weit: Nach Firat Caglis gefühlvoller Flanke stand Adrian Graf am ersten Pfosten hinter seinem Gegner statt vor ihm, Seybold war so frei und köpfte den Ball aus nächster Nähe zu seinem fünften Saisontreffer ins Tor. Drei Minuten später hätte es nach einer Ecke schon 0:2 stehen können. Wieder hielt Warschecha glänzend, als ein Kopfball von Thomas Roas auf ihn zuflog.

    Die Abtswinder waren bis dahin kaum am Spiel beteiligt, wirkten auffällig distanziert. Schwer zu sagen, was sie in die Partie brachte: die eigene Traute, selbst erste Akzente zu setzen? Oder doch die aufziehende Passivität der Gäste, die sich zusehends auf ihrem Vorsprung ausruhten? In den Minuten vor der Halbzeit spielte sich die beste Phase des TSV ab, zwei Chancen inklusive: Erst verpasste Nicolas Wirsching ein Zuspiel Herrmanns in der Mitte, dann gab der bis dahin blasse Roman Hartleb ein Lebenszeichen und haute den Ball übers Tor.

    Schindler reagiert zur Halbzeit

    Ihr sichtlich unzufriedener Trainer Mario Schindler, der am Spielfeldfrand schimpfte und tobte, reagierte in der Halbzeit und brachte Hummel (für Lehmann) und Ruft (für den erstmals von Beginn an eingesetzten Lenhart). Doch das Spiel behielt die Konsistenz einer Bratwurst, die sie vorne am Sportheim verkauften: Es fehlte die Würze. Die Abtswinder glänzten in dieser Zeit als Illusionisten: Sie verlagerten die Handlung zwar mehr und mehr in die Hälfte des FSV, doch wer sich später an aufregende Momente erinnern sollte, dem fielen kaum welche ein.

    Die wenigsten in der Kulisse (und wohl auch auf dem Feld) brachten nach 70 Minuten noch die Kraft auf, an eine Wende zu Gunsten der Abtswinder zu glauben. Es schien, als hätten die achte Partie binnen 33 Tagen, die zahlreichen Rochaden und Umstellungen an der Substanz der Mannschaft gezehrt.

    Dann kam die 72. Minute, der Moment, als Trainer Schindler den Sieg einwechselte.

    Ein Jüngling erzielt das Siegtor

    Jürgen Endres ging vom Feld, Cristian Camilo Fischer kam in die Partie. Der Jüngling brauchte keine 60 Sekunden, um eine erste Flanke nach innen zu schlagen. Dort stand Nicolas Wirsching und nahm den Ball direkt. Die Kugel flog zwar übers Tor, aber genau so einen Moment hatte Abtswind gebraucht. Er war die Initialzündung für einen erfolgreichen Endspurt. Als in der 77. Minute eine Ecke hereinflog, zog Philipp Hummel aus 22 Metern einfach mal ab. Ein Schuss wie ein Strich, und der Ball zappelte im Netz. Das war genau das Glück, das Abtswind gebraucht hatte.

    Doch es kam noch besser: Nach einem Einwurf auf der Gegengeraden lag der Ball an der Strafraumkante bereit für Camilo Fischer. Er holte kurz aus und traf präzise zum 2:1. Die Partie war gedreht. Viel Zeit zum Genießen und Luftholen bleibt aber nicht. Schon am Samstag gilt es beim ATSV Erlangen die nächste Aufgabe zu lösen.

    Abtswind: Warschecha – Herrmann, Graf, Lenhart (46. Ruft), Wolf – Wirsching, Dußler – Hillenbrand, Endres (72. Fischer), Lehmann – Hartleb.

    Schiedsrichter: Ostheimer (Sulzberg). Zuschauer: 380. Tore: 0:1 Seybold (18.), 1:1 Hummel (77.), 2:1 Fischer (85.).

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