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    FUSSBALLL: BAYERNLIGA

    Abtswind schlittert in die Krise

    Wieder eine Abtswinder Chance vertan: Seligenportens Torwart Jan Kowalewski kann klären, TSV-Angreifer Michael Dietl (rechts, grünes Trikot) kommt in dieser Szene zu spät. In der Mitte sichert Seligenportens Matthew Loo zusätzlich ab. Foto: Andreas Stöckinger

    Der TV Abtswind kassierte gegen den SV Seligenporten eine deutliche 0:5 (0:3)-Niederlage. Nicht ganz unerwartet, schließlich gelten die Oberpfälzer aus dem Landkreis Neumarkt für ihre Gastgeber als Titelfavorit. In Abtswind ist die Situation nach nun zehn von 32 Spielen bereits angespannt, der ordentliche Start ist nach vier Pleiten in Folge, beziehungsweise nur einem Punkt aus den letzten sechs Spielen beinahe vergessen.

    Auf die Frage, ob Trainer Mario Schindler die Situation bereits kritisch sehe, wurde der 42jährige nach Spielschluss deutlich. Es sei schon eine sehr kritische Situation, schließlich sei man nun von Platz vier auf Platz zwölf durchgereicht worden. Nun müsse sich auch bei den Spielern zeigen, wer sich nicht verstecke, sondern sich erst recht zeige. „Es ist wichtig, dass wir jetzt zusammenhalten und jeder seinen Mann steht.“ Am nächsten Spieltag müssen die Abtswinder zum Aufsteiger nach Karlburg, ein Spiel, das für sie bereits von einiger Bedeutung sein dürfte.

    Abtswinder Offensive mit zu wenig Durchschlagskraft

    Gegen Seligenporten präsentierten sich die Abtswinder als Spiegelbild ihrer derzeitigen Situation. Wieder verändert auf der ein oder anderen Position, wirkten sie zwar durchaus gewillt, aber auch gehemmt. Im Mittelfeld fehlte die ordnende Hand, auch weil Lenker Adrian Dußler derzeit völlig außer Form scheint. Vorne mangelte es an Stürmern mit Durchschlagskraft, ein Problem, das der TSV bereits im Vorjahr mit sich herumschleppte. Mit Jürgen Endres und Michael Dietl mussten erneut zwei Mittelfeld-Akteure in der Offensive in die Bresche springen.

    Der eine, Michael Dietl, hätte seine Mannen nach acht Minuten in Führung bringen müssen, als Adrian Dußler fein durchgesteckt hatte. Irgendwie typisch für die Abtswinder: Dietl lief allein auf SV-Torwart Jan Kowalewski zu, scheiterte aber an dessen reaktionsschneller Fußabwehr. Kurz darauf war es wieder Dietl, die Chance zur Führung hatte, sein Schuss wurde aber wieder vom SV-Keeper pariert.

    Abtswinds frühes Stören hatte zunächst funktioniert, doch als die ballsicheren Gäste etwas besser ins Spiel fanden, fiel gleich das 1:0. Ein herrlicher langer Ball von Tim Olschewski aus dem Zentrum hatte Mergin Bajrami auf Außen frei gespielt. Dessen flache Hereingabe verwertete Christian Knorr trocken aus 14 Metern zur Führung. Ein Klasse-Angriff.

    In der Folge kontrollierte Seligenporten das Geschehen, ein Zuspiel von Knorr in den Lauf von Matthew Loo leitete das nächste Tor ein. Loo düpierte zwei, drei Gegenspieler und setzte den Ball zum 2:0 in die Maschen (25.). Wieder waren die Abtswinder nur staunende Zuschauer. Mit dem Pausenpfiff folgte der dritte Streich. Erneut ging es zu einfach, als Mergim Bajrami im Mittelfeld auf und davon ziehen konnte. Sein Schuss aus der Distanz war der gefühlt dritte Torschuss der Gäste, die damit auf 3:0 stellten (45.+2).

    Es sollte bereits die Vorentscheidung sein. Dass der TSV bei der Hitze drei Treffer aufholen würde, daran glaubten auch die kühnsten Optimisten nicht. Zu passiv, zu kopflos, wirkten die Gastgeber gegen die selbstbewussten Oberpfälzer. Diese besaßen nach einem Solo von Bajrami die nächste Chance, die TSV-Torwart Felix Reusch jedoch entschärfte (57.). Kurz darauf setzte sich David Ekem stark und trotz Bedrängnis gegen Verteidiger Christian Steinmetz durch, und schloss zum 4:0 ab (65.). Beim letzten Treffer düpierte Ekem gleich drei Gegner, um Bajrami in Szene zu setzen, der nahezu unbedrängt zum 5:0 einnetzte (73.). Abtswind besaß in der zweiten Hälfte keine einzige Torgelegenheit mehr, der Gegner wirkte zu souverän, so dass SV-Trainer Gerd Klaus einen ruhigen Nachmittag an der Seitenlinie hatte.

    Später konstatierte der ehemalige Schweinfurt-05-Trainer artig, dass der Erfolg „um zwei, drei Tore zu hoch“ ausgefallen sei. Niemand wisse, was passiert wäre, hätten die Abtswinder gleich zu Beginn die Chance zur Führung genutzt. „Unser erster Torschuss war das 1:0 und damit der Dosenöffner“, zog Klaus Bilanz. Abtswinds Jürgen Endres blieb nur die Anerkennung, dass Seligenpoorten an dem Tag einfach eine Klasse zu stark für ihn und seine Mitspieler gewesen sei.

    Trainer Mario Schindler beklagte, dass bei seiner Elf derzeit eben jeder Fehler eiskalt bestraft werde. „Wir müssen sehen, wie wir uns konsolidieren. Gegen Karlburg müssen wir die richtige Einstellung zeigen“, weiß wohl nicht nur er, was die Stunde geschlagen hat.

    Die Statistik des Spiels

    Fußball, Bayernliga Nord TSV Abtswind – SV Seligenporten 0:5 (0:3)

    Abtswind: Reusch – Herrmann, Steinmetz, Ruft, Wolf – Wirsching, Dußler (46. Hartlehnert,67. Hummel, Hillenbrand, Sturm (53. Thomann), Dietl – Endres. Seligenporten: Kowalewski – Moos, Janz, Olschewski, Schuster (66. Fierus) – Kobrowski, Loo (61. Crow), Bajrami, Wiedmann, Knorr (53. Strobel) – Ekem. Schiedsrichter: Marx (Großwelzheim). Zuschauer: 152. Tore: 0:1 Knorr (14.), 0:2 Loo (25.), 0:3 Bajrami (45.+2), 0:4 Ekem (65.), 0:5 Bajrami (65.). Gelbe Karten: Wirsching – Moos, Bajrami.

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