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    FUSSBALL: BEZIRKSLIGA

    Wiesentheids goldene vier Minuten

    Duell der beiden Spielertrainer: Wiesentheids Hassan Rmeithi (links, weißes Trikot) im Duell mit Oberschwarzachs Simon Müller. Foto: Hans Will

    Kaum war die Partie abgepfiffen, steckten Simon Müller und Alexander Greß auch schon die Köpfe zusammen. Angeregt diskutierten die beiden Spielertrainer des SV-DJK Oberschwarzach die umstrittenste Szene der vergangenen neunzig Minuten. Genau eine Stunde war gespielt, als Wiesentheids Kai Zierock im gegnerischen Sechzehner zum Abschluss kam und bei diesem von hinten gestört wurde. Schiedsrichter David Kern legte das Tackling des Oberschwarzacher Verteidigers als Foulspiel aus und zeigte zum Entsetzen der Gäste auf den Elfmeterpunkt.

    Fazdel Tahir verwandelte den Strafstoß sicher und brachte Wiesentheid damit auf die Siegerstraße. Die Meinungen über besagte Szene gingen hernach jedoch weit auseinander. „In so einem Spiel so einen Elfmeter zu pfeifen, Wahnsinn. Das war nie und nimmer einer,“ echauffierte sich Simon Müller. Und sein Trainerkollege Alexander Greß ergänzte treffend: „Der Elfmeter war die spielentscheidende Szene.“

    Ganz und gar nicht konform mit Müllers und Greß? Einschätzung ging derweil Wiesentheids spielender Coach Hassan Rmeithi. „Ich stand direkt dahinter und konnte sehen, dass der Verteidiger Kai erwischt hat, sodass er nicht ganz kontrolliert zum Abschluss kommen konnte“, sah der Übungsleiter auf der anderen Seite die Entscheidung des Schiedsrichters als gerechtfertigt an.

    Wer auch immer am Ende recht haben mochte: Die Situation war auf alle Fälle ein Knackpunkt in diesem Nachbarschaftsduell. Denn Wiesentheid nutzte in der Folge die Schockstarre des Gegners und legte nur vier Minuten später durch Valentin Vogels Schuss ins kurze Eck den zweiten Treffer nach. Damit war die Begegnung quasi entschieden und das Trainerduo Müller /Greß sah sich um den Lohn der Arbeit gebracht, zumal sie bereits in der Entstehung des Elfmeters eine Abseitsposition gesehen haben wollten.

    Mit dem Thema Abseits standen die beiden Trainer ohnehin auf Kriegsfuß, denn in der ersten Halbzeit war der DJK ein Treffer Eric Rennos wegen dieser vermeintlichen Regelwidrigkeit aberkannt worden. Es wäre die Führung für die Gäste gewesen. Doch so schlug die Partie eine andere Richtung ein. „Der Sieg ist vielleicht ein Tor zu hoch ausgefallen, war aber auf jeden Fall verdient, weil wir in der zweiten Halbzeit mehr investiert haben. Da waren wir griffiger und konnten sie mehr unter Druck setzen“, bilanzierte Hassan Rmeithi. Genau die Attribute, die in der ersten Hälfte noch eher für den Gast gesprochen hatten, konnte Wiesentheid damit nach dem Wechsel auf seine Seite ziehen.

    Entsprechend selbstkritisch zeigte sich denn auch Simon Müller: „Der Schiedsrichter hat heute sicher seinen Teil beigetragen. Aber das ändert nichts daran, dass wir besser verteidigen und nach vorne zwingender werden müssen.“ Aus der Überlegenheit im ersten Durchgang hatten die Oberschwarzacher schlicht zu wenig Kapital geschlagen und unter anderem beim Versuch des Ex-Wiesentheiders Sven Friedrich, den TSV-Schlussmann Jan Molitor per Fußabwehr entschärfte, eine gute Gelegenheit ausgelassen (26.). Das sollte sich im zweiten Abschnitt rächen, als sich die Kräfteverhältnisse zugunsten der Hausherren verschoben.

    „Die ersten Spiele sind nicht so gut gelaufen für uns und wir wollen nach und nach wieder an die Leistungen aus der Vorbereitung anknüpfen. Das war heute ein erster Schritt in die richtige Richtung,“ freute sich Rmeithi, der in der Schlussphase mit seinem Treffer nach einem Konter den Endstand besorgt hatte, am Ende über den Erfolg. Die Wiesentheider zogen damit in der Tabelle am Kontrahenten aus Oberschwarzach vorbei.

    Die Statistik des Spiels

    Fußball, Bezirksliga Ost TSV/DJK Wiesentheid – SV-DJK Oberschwarzach 3:0 (0:0) Wiesentheid: Molitor – Popp, Ganzinger, Huscher, Tahir, Vogel, Seitz, Flurschütz, Rmeithi, Zierock, Cadiroglu. Eingewechselt: Zeyrek (84.), Rödel (88.). Oberschwarzach: Götz – Mayer, Zink, Greß, Dülk, Mend, Simon Müller, Friedrich, Geissler, Renno, Krauß. Eingewechselt: Martin Müller (46.), Geßner (62.), Schilling (84.). Tore: 1:0 Fazdel Tahir (60., Foulelfmeter), 2:0 Valentin Vogel (64.), 3:0 Hassan Rmeithi (83.). Zuschauer: 270. Schiedsrichter: David Kern (Röthlein). Gelbe Karten: Flurschütz, Rmeithi, Vogel – Mayer, Dülk, Renno, Simon Müller.

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