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    FUßBALL: BAYERNLIGA NORD

    Abtswind hadert gleich doppelt

    Abtswinder Diskussionsbedarf mit dem Schiedsrichter (von links): Adrian Dußler, Florian Warschecha, Nicolas Wirsching un... Foto: Andreas Stöckinger

    Jede Menge Gesprächsstoff bot die 1:3 (1:1)-Niederlage des Aufsteigers gegen den Tabellenführer. Die Gastgeber haderten dabei mit Schiedsrichter Torsten Wenzlik, von dem sie sich entscheidend benachteiligt fühlten. Abtswinds Trainer Mario Schindler umschrieb es hinterher mehr oder weniger deutlich. Es gebe Spiele, in denen es Unparteiische schafften, dem Ganzen „eine Richtung zu geben, dass es für eine Mannschaft schwierig ist, Punkte zu holen.“

    Die Szene, an der sich die Gemüter erhitzten, ereignete sich nach 20 Minuten in der bis dato wenig aufregenden Partie. Aubstadts Martin Thomann hatte aus gut 16 Metern halbrechts abgezogen, Abtswinds Torwart Florian Warschecha den nicht so schwierig scheinenden Schuss unglücklich genau in die Mitte pariert, wo Gästeangreifer Christoph Schmidt, verfolgt von Innenverteidiger Marcel Ruft heran brausten.

    Die folgenden Sekunden wären sicherlich ein Fall für den Video-Schiedsrichter gewesen, würde es diesen schon in der Bayernliga geben. Aubstadts Schmidt köpfte den Abpraller erst, dann fiel er. Wie unterschiedlich schwierig die Situation einzuschätzen war, zeigte die Sicht der beiden beteiligten hinterher. „Ich wollte erst mit dem Kopf hin und habe dann einen Kontakt gespürt, hinten am Fuß hat er mich erwischt“, meinte Christoph Schmidt. Gegenspieler Marcel Ruft sah es so: „Ich stelle nur meinen Körper ein bisschen rein, er kommt ja noch an den Ball. Ich komme ein bisschen an seinen Körper, aber für mich war das kein Foul.“

    Schiedsrichter Wenzlik hatte keine Möglichkeit, sich die knifflige Szene noch einmal anzuschauen und entschied – aus Abtswinder Sicht – mit der „Höchststrafe“: Elfmeter und Rote Karte gegen Ruft. Eine harte Entscheidung, denn eine Notbremse von Ruft war es sicherlich nicht. Elfmeter na ja, Gelb hätte es wohl auch getan im Duell der beiden einst gemeinsam beim FC Schweinfurt 05 spielenden Kicker. Den Strafstoß verwandelte Ingo Feser sicher zum 0:1 (21.).

    Beiden Mannschaften fehlte jede Menge verletztes Personal. Bei Abtswind musste Nicolas Wirsching deswegen als Innenverteidiger ran. Nach Rufts Ausscheiden bekam er mit Jonas Wirth einen neuen Partner aus dem Mittelfeld für hinten. Die Gastgeber begannen aggressiv und mit forschem Pressing, bei Aubstadt wirkte das Pokalspiel unter der Woche gegen Schweinfurts Profis (2:5) wohl noch nach. Der Gast kontrollierte mit einem Mann mehr zunächst das Geschehen, ohne zu glänzen. Lediglich beim Kopfball von Dominik Grader (39.) wurde es noch einmal richtig gefährlich, doch TSV-Torwart Florian Warschecha wehrte ab.

    In der zweiten Hälfte versuchte Aubstadt weiterhin, das Spiel zu kontrollieren und heimzuschaukeln, doch der Gegner machte den Gästen einen Strich durch die Rechnung. Der agile Adrian Dußler jagte Philipp Kleinhenz den Ball ab und setzte aus der eigenen Hälfte zum Konter an. Ein Doppelpass mit Cristian Fischer hebelte die Gästeabwehr aus, und Dußler schloss überlegt und sicher zum 1:1 ab (56.). Jetzt waren die Aubstadter wieder gefordert, Druck zu machen, doch sie taten sich schwer.

    Erst als Schiedsrichter Wenzlik mit der Gelb-Roten Karte gegen Adrian Dußler eine weitere strittige Strafe gegen Abtswind aussprach (82.), fiel die Entscheidung. Aubstadts Verteidiger Patrick Kirsten köpfte einen Eckball wie aus dem Lehrbuch unhaltbar und korrekt zum 2:1 in die Maschen. „Zu grün“ habe sich seine Elf in dieser Situation verhalten, monierte Abtswinds Trainer Schindler den Treffer. So stand Abtswind mit leeren Händen da. Das 3:1 per Konter, als Grell schön für Christoph Schmidt durchließ (90.), bildete den Schlusspunkt eines Spiels mit viel Gesprächsstoff.

    Aubstadts Trainer Joseph Francic zeigte sich hinterher „sehr glücklich“ über den Sieg, zumal seine Elf „nicht geglänzt habe beim sehr engagierten Aufsteiger“. Er führte das auch auf „sieben, acht Verletzte, sowie das 13. Spiel in den letzten fünf Wochen“ zurück. Abtswinds Trainer Schindler tröstete das kaum. Er sei stolz, wie sich seine Mannen präsentiert haben. „Aber dafür können wir uns nichts kaufen.“

    Die Statistik des Spiels

    Fußball, Bayernliga: TSV Abtswind – TSV Aubstadt 1:3 (0:1)

    Abtswind: Warschecha – Hillenbrand, Ruft, Wirsching, Wolf – Jonas Wirth, Endres (60. Brunsch), Lehmann, Dußler, Hilgert (75. Jeni) – Hartleb (51. Fischer).

    Aubstadt: Reusch – Steffen Schmidt, Grader, Kirsten, Feser – Behr, Kleinhenz (63. Grell), Leicht, Martin Thomann, Kraus (63. Markus Thomann) – Christoph Schmidt (90.+1 Köhler).

    Zuschauer: 300.

    Schiedsrichter: Wenzlik (TSV Sulzberg).

    Gelbe Karten: Dußler, Endres, Hilenbrand, Wirth – Behr, Feser, Kleinhenz, Leicht.

    Gelb-Rote Karte: Dußler (82., Foulspiel).

    Rote Karte: Ruft (20., Notbremse).

    Tore: 0:1 Feser (21., Foulelfmeter), 1:1 Dußler (56.), 1:2 Kirsten (84.), 1:3 Christoph Schmidt (90.).

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