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    FUSSBALL: KREISLIGA

    Bayern Kitzingen bezwingt den Lokalrivalen Dettelbach

    Kommen zwei Dettelbacher geflogen: Fabian Kühnl (links) und Christian Graber (rechts) stoppen den Kitzinger Florian Gaubitz. Foto: Alexander Rausch

    Verschmitzt lächelte Tim Reiner nach Schlusspfiff. Mit 1:0 (1:0) hatten seine Kitzinger Bayern gerade gegen den Lokalrivalen Dettelbach und Ortsteile gewonnen. Und ausgerechnet der Spielertrainer erzielte das Goldene Tor in einem Spiel, das die Gastgeber viel deutlicher hätten gestalten müssen und dafür eigentlich die Quittung kassiert hatten. Doch Florian Nöths Patzer blieb fälschlicherweise ohne Folgen.

    Vier Jahre lang trainierte Tim Reiner Dettelbach und Ortsteile. Es war des Angreifers erste Station als Übungsleiter, nachdem er in Sulzfeld, Kitzingen und Karlburg Landesliga-Meriten erworben hatte. Stets gehörte der heute 31-Jährige zum Stammpersonal und auch das Engagement im Weinort stand unter einem guten Stern. Im ersten Jahr Vizemeister – in der Relegation scheiterten die Dettelbacher an Mönchberg. In den beiden darauffolgenden jeweils Vierter und im vergangenen Sommer die Krönung mit dem hochverdienten Titelgewinn. Doch die Verantwortlichen wollten zurück zu den Wurzeln und wieder ausschließlich auf einheimische Kicker setzen. Das unerwartete Aus für Reiner und seinen Trainerkollegen Thomas Hofmann.

    Ein ungewöhnlicher Schritt, den Reiner pragmatisch sieht: „Es waren vier schöne und erfolgreiche Jahre. Wir haben uns dann letztlich entschieden, getrennte Wege zu gehen.“ Nach wie vor habe er ein tolles Verhältnis zu den Spielern. Ein Eindruck, der sich auch im mit Spannung erwarteten Duell seines neuen Vereins Bayern Kitzingen, den er seit vergangenem Sommer anleitet, gegen seine ehemalige Mannschaft bestätigte. Herzlich begrüßte Reiner seine früheren Schützlinge. Der eine oder andere freundliche Plausch folgte noch vor dem Anpfiff. Auch nach der Partie saßen die Spieler noch zusammen. Eine Dissonanz war wahrlich nicht festzustellen.

    Bei genauerem Hinsehen gab es die auch selten auf dem Spielfeld. Natürlich kochten die Gemüter aufgrund unterschiedlicher Sichtweise einiger Zweikampfszenen mehrmals über. Aber es blieb alles im üblichen Rahmen, den von Beginn an die Gastgeber vorgaben. Während die Dettelbacher sich tief staffelten, um den Kitzinger Tempo-Fußball zu verhindern, ließen die Bayern das Leder auf der Suche nach der Lücke durch die eigenen Reihen laufen. Die ergab sich allerdings nur selten. Trotz des Fehlens eines echten Keepers auf Dettelbacher Seite – es stand wieder Stefan Wagenhäuser im Kasten – fehlte den Bayern der nötige Zug aufs Tor.

    Erst Marcel Solicks Chipball stellte die Gäste-Hintermannschaft erstmals vor Probleme – und brachte gleich die Führung. Tim Reiner spritzte in den Ball und verwertete zum 1:0. Ausgerechnet Reiner, der noch vor zwei Spielzeiten die Dettelbacher zum Titel geschossen hatte. „Meine Ex-Vereine liegen mir scheinbar. Als ich in Karlburg war, habe ich auch gegen Kitzingen getroffen. Dennoch war es ein Treffer wie jeder andere“, so der Angreifer. Beinahe hätten die bis dato offensiv kaum in Erscheinung getretenen Gäste den Jubel aber jäh erstickt. Doch Dominik Weickert bugsierte Oliver Starks Freistoß knapp neben das Gehäuse.

    Es blieb bis tief in den zweiten Durchgang Dettelbachs einzige wirkliche Torannährung. Zu harmlos blieb der ersatzgeschwächte Absteiger. Der Elf von Interimscoach Daniel Rügamer fehlten schlicht die spielerischen als auch personellen Mittel, um adäquat Paroli zu bieten. Allerdings verloren auch die Gastgeber nach dem Seitenwechsel durch die frühen, verletzungsbedingten Auswechslungen der Reiner-Brüder den Faden. Nur selten, wie Marcel Geitz nach Marcel Solicks Ecke, kamen die Hausherren noch gefährlich zum Abschluss. „Schon vor der Pause fehlte uns die Tiefe im Spiel. Zudem hatten wir wenig Spielkontrolle, zu große Abstände zwischen den Reihen und waren zu fahrig in unseren Aktionen. Damit haben wir einen limitierten Gegner am Leben gehalten“, war Reiner nicht zufrieden. Und diese Nachlässigkeiten bestraften die Gäste – eigentlich. Nach einem Freistoß Oliver Starks langte Florian Nöth daneben und Bastian Schimmer schob ein. Doch Schiedsrichter Patrick Lohwasser verweigerte dem Treffer wegen einem angeblichem Foul von Christian Graber am Kitzinger Keeper die Anerkennung. Bitter natürlich für die Dettelbacher.

    Denn wenig später war Schluss und die Bayern feierten einen Sieg, der härter erkämpft und knapper ausgefallen war als erwartet. Trotz allem Steigerungsbedarfs, den Reiner vor allem nach der Pause sah, schmeckte dem Spielertrainer der Erfolg doch etwas süßer als andere und das Siegerbier hinterher noch ein kleines bisschen besser.

    Die Statistik des Spiels

    Fußball: Kreisliga 1 Würzburg Bayern Kitzingen – Dettelbach und Ortsteile 1:0 (1:0) Kitzingen: Nöth – Gaubitz, Phouthavoung, Tom Reiner, Cangul – Geitz, Arayici – Schlarb, Especiosa, Solick – Tim Reiner; eingewechselt: Gehring, Reuther, Straßberger. Dettelbach: Wagenhäuser – Schimmer, Mack, Meyer, Stark – Graber, Kühnl – Guckenberger, Lohr, Tschischka – Weickert; eingewechselt: Hock, Kehl, Thomeier. Schiedsrichter: Lohwasser (Lichtenau). Zuschauer: 70. Rote Karte: Mack (90.+4, Notbremse). Tor: 1:0 Tim Reiner (24.).

    ONLINE-TIPP

    Mehr Bilder zum Spiel gibt es unter: www.inFranken.de

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