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    FUßBALL: Saisonbilanz (II)

    Abwärtstrend nach tollem Saisonstart

    Geesdorfs Sportleiter Leo Weiglein sieht einen Abstieg nicht als Beinbruch. Foto: Hartmut Hess

    Am Freitagabend traf sich die Geesdorfer Meistermannschaft von 2009 im FC-Vereinsheim. Fast alle waren gekommen, darunter auch der damalige Trainer Michael Ludwig. Vor zehn Jahren begann der fulminante Aufstieg des Fußballclubs Geesdorf. Der Klub aus dem kleinen Wiesentheider Ortsteil wurde seinerzeit Meister in der A-Klasse Schweinfurt 4. Bis in die sechstklassige Landesliga sind die Schwarz-Weißen binnen neun Jahren vorgestoßen – und haben dort in der abgelaufenen Saison vorzeitig den Klassenerhalt geschafft.

    „Wir waren meistens ein Jahr in der jeweiligen Liga und sind im darauffolgenden weiter aufgestiegen“, sagt FC-Sportleiter Leo Weiglein, der von einer „goldenen Generation“ spricht. Schließlich sind viele Spieler – so wie seine beiden Söhne Simon und Stefan – aus dem Ort selbst oder aus der Nähe. „Wir sind ein kleiner Verein, in dem Kontinuität herrscht“, betont Weiglein senior. Seit der Gründung 1961 habe es erst vier Vorstände gegeben. Momentan steht Harald Kober dem Klub vor.

    In der heutigen schnelllebigen Zeit ist es schon eine ganz besondere Geschichte: Die meisten Dörfer in dieser Größe bekommen allenfalls mit Spielgemeinschaften noch eine Mannschaft auf die Beine. Geesdorf hat es trotz großer Konkurrenz in der Region eigenständig bis in die Landesliga geschafft. Doch im Wiesentheider Ortsteil bleibt man realistisch. „Es wäre utopisch zu glauben, dass wir dort auf Dauer bleiben“, sagt Weiglein: „Schon im nächsten Jahr kann es wieder in die Bezirksliga zurückgehen – und das wäre auch kein Beinbruch.“ Doch man wolle sich mit allen Mitteln dagegen wehren.

    Der Trend spricht nach dem Allzeithoch eindeutig gegen Geesdorf. In der Rückrundentabelle findet sich der FC mit mageren zehn Punkten auf dem vorletzten Platz wieder. Zum Saisonende verlor man sechsmal in Folge. Ob es mit dem plötzlich zum Lokalrivalen nach Wiesentheid abgewanderten Trainer Hassan Rmeithi ein besseres Ende genommen hätte? „Nicht unbedingt. Denn die Verletzungen wären so oder so passiert“, sagt Weiglein, „Vielleicht wären ein paar Alternativen mehr dagewesen.“ Will heißen: Der eine oder andere wie Fazdel Tahir hat sich mit Rmeithi solidarisiert und ist nicht mehr für den FC aufgelaufen. „Wenn Wiesentheid nicht im Abstiegskampf gewesen wäre, hätten wir das ordentlich zu gebracht“, glaubt der FC-Sportleiter.

    Wie dem auch sei: Rmeithi hat bekanntlich vorzeitig die Reißleine gezogen, weil er nach seinem parallelen Einsatz auf der Wiesentheider Bank offen und versteckt angegangen worden ist. Das ändere aber nichts an seiner Erfolgsbilanz, bemerkt Weiglein: „Und damit, dass wir als Aufsteiger nichts mit dem Abstieg zu tun gehabt haben, sind wir sehr zufrieden.“

    Der personelle Aderlass ist nun allerdings groß: Tahir und Mohamed Rmeithi folgen wohl Geesdorfs Ex-Trainer Hassan Rmeithi nach Wiesentheid. Sinan Bilgin geht zum Ligakonkurrenten TSV Kleinrinderfeld. Karl Ekollo und Carmine de Biasi wechseln ebenfalls. Markus Pfeufer, dem in der abgelaufenen Saison bei 25 Einsätzen acht Tore gelungen sind, will eine berufliche Pause einlegen. „Natürlich haben wir noch versucht, den einen oder anderen umzustimmen. Aber nun ist es so, wie es ist“, so Weiglein.

    Auch die Zahl der Langzeitverletzten verheißt nichts Gutes: Bei Alexander Huller, Thomas Lordo und Stefan Weiglein ist derzeit nicht an Fußball zu denken. Immerhin kommen mit Tresor Mbala (FC Würzburger Kickers II), Luca Fischer und Vincent Held (beide SSV Kitzingen) drei sehr talentierte Spieler. Zwei bis drei Zugänge sollen noch folgen. Und dann ist da ja noch der neue Trainer Jannik Feidel, mit dem nun die nächste Ära beginnt.

    Von Jörg Rieger

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