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    FUSSBALL: LANDESLIGA NORDWEST

    Geesdorfs Auftritt endet im Tumult

    Reichlich extravagant pokerte Schiedsrichter Stefan Linß mit dem ihm anvertrauten Kartenwerk. Hier zeigt er dem Geesdorf... Foto: Jürgen Sterzbach

    Für neutrale Zuschauer dieses Samstagnachmittags war das 3:4 (2:1) des FC Geesdorf gegen den FC Fuchsstadt eine aktionsgeladene und bis zuletzt spannende Landesliga-Partie. Chancen auf beiden Seiten brachten sieben sehenswerte Treffer. Doch vor allem der Geesdorfer Trainer Hassan Rmeihti konnte sich an der munteren Darbietung der Mannschaften nicht erfreuen. Das lag besonders an einer umstrittenen Entscheidung. „Wir haben das Spiel in der ersten Halbzeit kontrolliert, aber die Rote Karte hat uns das kaputt gemacht“, sagte Rmeithi mit Blick auf die Schlüsselszene der Partie in der 37. Minute.

    Beim Landesliga-Aufsteiger stand erstmals Philipp Seufert im Tor. Seine Berufung begründete der Coach mit dessen guten Eindrücken beim Training. Doch schon nach vier Minuten war Seufert geschlagen – durch einen direkt verwandelten Freistoß Dominik Halbigs. Geesdorf blieb unbeeindruckt und schaltete mit einem langen Ball Stefan Weigleins auf Fazdel Tahir schnell um – so schnell, dass selbst die erstmals in Betrieb genommene Sporttotal-Kamera den Treffer nicht in bewegten Bildern festhalten konnte. Geesdorf bestimmte nun das Spiel und näherte sich durch Stefan Weiglein sowie den auf allen offensiven Positionen präsenten Tahir dem zweiten Tor. Es resultierte schließlich aus einem schnell ausgeführten Freistoß Simon Weigleins, der Gästetorwart Tayrell Kruppa auf dem falschen Fuß erwischte.

    Als Andreas Graup dann im Laufduell mit Dominik Kober fiel, wertete der Schiedsrichter das als Notbremse des letzten Mannes gegen den Angreifer und verwies Kober trotz aller Proteste der aufgebrachten Mitspieler des Feldes. Es war eine zu harte Entscheidung, die auch Fuchsstadts Trainer Martin Halbig überraschte: „Ich bezweifle“, sagte er, „dass man in dieser Situation Rot geben muss.“ Es war aber nicht nur die Dezimierung auf zehn Spieler, die Geesdorf aus dem Tritt brachte. Die Gastgeber standen sich in der zweiten Halbzeit selbst im Weg. „Wir haben zu viele Fehler gemacht, zu hektisch oder teils zu lässig agiert. Wie wir uns streckenweise in der zweiten Halbzeit präsentiert haben“, sagte Trainer Rmeithi, „das war grausam.“

    Einen Freistoß Halbigs wehrte Torwart Seufert zur Seite, doch als mehrere Geesdorfer nicht konsequent genug klärten, traf Philipp Pfeuffer wenige Minuten nach dem Seitenwechsel aus fünf Metern zum Ausgleich. Die Hausherren fanden keinen Zugriff mehr auf das Spiel und den Gegner, dessen Wechsel zur Pause sichtbare Belebung brachten. Eine zu kurz abgewehrte Flanke Philipp Baldaufs von links nahm Simon Bolz auf und erzielte mit einem Schuss ins untere rechte Eck die Führung Fuchsstadts.

    Halbig gelang eine Viertelstunde vor Spielende sein achtes Saisontor – erneut war Fuchsstadts Torjäger frei am Fünfmeterraum gestanden. Die Gastgeber verteidigten in Unterzahl nicht mehr konsequent genug gegen den Ball, kamen zu spät in entscheidende Zweikämpfe und brachten den Gegner durch Fehlpässe im Mittelfeld in Ballbesitz. Sie selbst indes kamen bis zur Schlussphase, in der Rmeithi zwei Stürmer einwechselte, zu keinem Abschluss mehr.

    Auf Vorarbeit des eingewechselten Mohamed Rmeithi erzielte Tahir das Anschlusstor – und seine Geesdorfer zogen Fuchsstadts sicher geglaubten Sieg nochmals in Zweifel, nachdem Feser, Bolz und Halbig beste Gelegenheiten zur Entscheidung ausgelassen hatten. Doch fehlte den Gastgebern im Abschluss die Genauigkeit: Fabio Feidels Schuss flog übers Tor, Markus Pfeufers Versuch blieb in der Abwehr hängen.

    Nachdem sich in den letzten Minuten das Spiel emotional aufgeheizt hatte, verspürten nach dem Abpfiff Vertreter beider Seiten das Bedürfnis, sich gegenseitig die Meinung zu sagen. Sie lösten Tumulte aus, die von besonnenen Gemütern geschlichtet wurden. Zu dieser Zeit hatten beide Trainer bereits mit ihrer Analyse begonnen. „So eine Aufregung am Ende braucht niemand“, stellte Fuchsstadts Trainer Halbig fest. Der Kollege Rmeithi klang weniger versöhnlich: „Wenn in diesem Spiel alles normal gelaufen wäre, hätten es wir niemals verloren.“

    Die Statistik des Spiels

    FC Geesdorf – FC Fuchsstadt 3:4 (2:1)

    Geesdorf: Seufert – Kober, Feidel, Konrad (80. Mohamed Rmeithi) – Wagner, Simon Weiglein, Sinan Bilgin, Rößner (70. Lordo) – Ekollo (80. Pfeufer), Stefan Weiglein, Tahir.

    Fuchsstadt: Kruppa – Schmitt, Pfeuffer, Döpfert (46. Philipp Baldauf), Emmer – Bold, Bolz – Graup, Dominik Halbig, Lukas Baldauf (46. Lebsak) – Feser.

    Schiedsrichter: Stefan Linß (Bayreuth).

    Zuschauer: 250.

    Gelb: Rößner, Tahir, Mohamed Rmeithi; Graup.

    Rot: Kober (Geesdorf, 37., Notbremse).

    Tore: 0:1 Dominik Halbig (4.), 1:1 Fazdel Tahir (8.), 2:1 Simon Weiglein (31.), 2:2 Philipp Pfeuffer (49.), 2:3 Simon Bolz (59.), 2:4 Dominik Halbig (76.), 3:4 Fazdel Tahir (86.).

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