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    GEWICHTHEBEN

    Katharina Fischer springt und hebt sich auf den Thron

    Zusammen auf dem Siegerpodest: Elmas Atinsoy (links) und Katharina Fischer. Foto: Hartmut Hess

    „Wir sind total stolz auf unsere Mädels“, sagt Armin Uhl, Gewichtheber-Abteilungsleiter und Jugendtrainer beim Kraftsportverein (KSV) Kitzingen. Denn Katharina Fischer bestieg bei der deutschen Meisterschaft (DM) in der Kategorie „Schülerinnen schwer“ den Thron als Deutsche Meisterin. Ihre Freundin Elmas Altinsoy erkämpfte sich die Bronzemedaille. Was die Medaillengewinner eint, ist die Tatsache, dass sie in Albertshofen wohnen, gemeinsam beim KSV Kitzingen seit sechs Jahren an die Hantel gehen und in Ingolstadt ihre bislang größten Erfolge feierten. 
    Bei ihrer DM-Premiere im vergangenen Jahr war Katharina Fischer noch Vierte geworden, doch heuer beherrschte sie ihre sechs Konkurrentinnen in Ingolstadt nach Belieben. „Nach den leichtathletischen Disziplinen lag Katharina schon mit großem Vorsprung vorne“, beschrieb Armin Uhl die Konstellation. Im Dreier-Hopp-Sprung, dem Kugelschockwurf und dem Pendellauf spielte die zierliche und mit 1,70 Meter recht groß gewachsene Albertshöferin ihre Vorteile aus. Auch im Gewichtheben war sie das Maß der Dinge. Ihr Vater und KSV-Jugendtrainer Michael Fischer, der 1988 selbst deutscher Jugendmeister geworden war, brachte es auf den Punkt: „Wir sind damit eingestiegen, was die anderen zuletzt auf der Hantel hatten.“ Die Gymnasiastin am Münsterschwarzacher Egbert-Gymnasium stellte mit 52 Kilogramm im Reißen und 62 Kilogramm im Stoßen sowie der Zweikampfleistung von 114 Kilos persönliche Bestleistungen auf und distanzierte den Rest des Feldes mit insgesamt 528 Punkten überdeutlich. „Die Konkurrenz hat sich mit den Leistungen auf dem Vorjahresniveau nicht weiterentwickelt“, beschied Michael Fischer. Derweil münzten die KSV-Heberinnen ihre Trainingsfortschritte in gute Leistungen und Medaillen um. 
    „Ich hätte ja nie mit einer Medaille gerechnet“, verrät die strahlende Elmas Altinsoy. Sie hatte im Vorjahr mit Platz sieben vorlieb nehmen müssen und überzeugte heuer mit guten Leistungen in den leichtathletischen Disziplinen und besonders mit neuer Kugelschockwurf-Bestleistung, womit sie vor dem Gewichtheben auf Rang vier im Zwischenstand schob. Sie gab zudem an der Hantel eine gute Vorstellung ab und schnappte sich zur Freude der KSV-Delegation mit 455 Punkten der Weidener Laura Junkers noch den dritten Rang weg. Das Reißen ist die Heber-Lieblingsdisziplin der 14-Jährigen, die als Schulfreundin von Katharina Fischer im Jahr 2012 zum Kraftsportverein gekommen war. 
    Die beiden haben in der Freizeit Spaß miteinander und nehmen bereitwillig das Trainingspensum von mehreren Einheiten pro Woche an. „Der Armin ist ganz locker“, sagen sie über ihren Cheftrainer Armin Uhl, der es gut mit den Mädels kann und mit seinen Erfolgen ein Mann ist, zu dem man aufschauen kann. Es macht ihnen auch nichts aus, wenn sie in der Trainingshalle schwitzen, während sie mitbekommen, wie sich andere in ihrem Alter auf der gegenüberliegenden Mainseite im Schwimmbad vergnügen. „Wenn du was erreichen willst, dann musst du halt trainieren“, ist sich Katharina Fischer bewusst – was ganz erwachsen klingende Ansichten für eine 14-Jährige sind. Die KSV-Jugendlichen wollen weiter an sich arbeiten. Katharina Fischer hat heuer noch den Jugend-Länderpokal mit dem Bayernkader vor sich, um dort ihre Qualitäten unter Beweis zu stellen.
    Der dritte KSV-Jugendliche bei den „Deutschen“ war der zwölfjährige Christian Haupt aus Rödelsee. Er zeigte ordentliche Leistungen. Seine Gesamtpunktzahl von 356 Zählern reichte am Ende aber nicht aus, einen seiner zehn Konkurrenten hinter sich zu lassen.

     

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