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    Fußball-Bezirksliga 1

    Marktbreit bleibt in der Klasse, Süßmeier geht

    Reger Funkverkehr: Marktbreits Trainer Andreas Süßmeier (links) und Klubchef Karl-Heinz Kikiernicki schielen auf ihren Handys mit mehr als einem Auge auf die Ergebnisse der Konkurrenz. Foto: Hartmut Hess

    Sonntagnachmittag, 15.48 Uhr, Halbzeitpause in Marktbreit: Trainer Andreas Süßmeier und Klubchef Karl-Heinz Kikiernicki hängen beide an ihren Handys, um die Zwischenstände der Konkurrenz abzufragen. Die Szene abseits des Feldes offenbarte nur, wie real das Abstiegsgespenst am Mainufer geisterte. Um 16.53 Uhr fielen sich die beiden dann in die Arme, denn mit dem 3:1 (1:0) beendete Süßmeier seine Mission in Marktbreit erfolgreich mit dem Klassenverbleib. Sein Nachfolger Tobias Jäger kann als Spielertrainer im Sommer ein Team in der Bezirksliga übernehmen.

    In den ersten halben Stunde hatte sich Marktbreits Elf auf den Spuren des FC Bayern. Sie diktierte die Partie und erspielte sich sechs klare Chancen, doch die Spieler des Bezirksliga-Aufsteigers agierten im Abschluss so erfolglos wie die Großen. Ob Daniel Hack, Joachim Hupp oder Sebastian Wirsching – sie scheiterten reihenweise am Aluminium oder Gästetorwart Dominik Kalthof. Der „Teufelskerl“ zeichnete sich mehrfach aus, so auch in der 22. Minute, als er binnen vierzig Sekunden gleich drei Schüsse parierte. Erst Stefan Knauer machte es nach 29 Minuten besser. Joachim Hupp hatte ihn schön steil geschickt, und der Mittelstürmer vollstreckte sicher zum 1:0.

    Mönchberg ließ sich jedoch nicht so leicht abschütteln. Die Schützlinge aus dem Kreis Miltenberg wirkten schon bei einem frühen Lattentreffer gefährlich und offenbarten weiterhin ihren Willen, die Punkte nicht ohne Widerstand dazulassen. Sie warteten dabei mit viel Vorsicht auf und ließen sich nicht aus der Reserve locken. In den Reihen der Platzherren tat sich Christian Volkamer augenscheinlich hervor mit einer vorbildlichen Laufbereitschaft. Teilweise wandelte sich Volkamer binnen Sekunden vom linken Außenverteidiger zu einem stürmischen Linksaußen. Seine Kollegen spielten ihm die Bälle bisweilen derart steil zu, dass sich der Linksfuß wie ein Rennpferd vorkommen musste. „Der muss ja schneller rennen als der Armin Hary“, witzelte ein Fan, eingedenk der Sprints, die Volkamer reißen musste.

    Nach einer Stunde hieß die Bilanz der Torgelegenheiten sieben zu drei zu Gunsten Süßmeiers Elf – es stand aber immer noch 1:0, ein sehr trügerisches Ergebnis für den Klassenverbleib. Nach 72 Minuten fand Daniel Hack in Stefan Knauer einen idealen Eckball-Abnehmer, der das fast schon entscheidende 2:0 köpfte. Süßmeiers Personal kickte zwar nicht annähend auf dem künstlerischen Niveaus des Kunstfestes „Artbreit“, doch wussten die Gastgeber kämpferisch zu überzeugen. Volkamer streute eines der recht seltenen Kabinettstückchen ein durch seine tolle Vorarbeit für Felix Hofmann, der nach 79 Minuten mit dem 3:0 alles klarmachte. Marktbreit kam sicherlich zugute, dass es für die Mönchberger um nichts mehr ging und sie sich mehr und mehr ihrem Schicksal fügten.

    Andreas Süßmeier war es egal. Der Trainer hatte aus der Niederlage drei Tage zuvor in Eibelstadt Optimismus geschöpft. Denn seit Wochen habe seine Mannschaft gut aus einer kontrollierten Abwehr heraus agiert und konditionelle Stärken gezeigt. Nach dem Abpfiff verließ dann selbst der beim Stande von 1:0 ausgewechselte Daniel Endres wieder seinen Platz: Er hatte die Partie vom Fenstersims des Duschraumes im Sportheim des SC Marktbreit verfolgt. Ob er die Partie nicht mehr mit ansehen konnte oder ob er schmollte? Am Schluss war das alles nebensächlich. Endres hängte sich genauso wie seine Kameraden in die Maßkrüge.

    Süßmeier findet nicht, dass er sich in Marktbreit große Meriten als Trainer verdient habe. „Ich habe als junger Trainer noch viel Erfahrung zu sammeln“, sagt der 31 Jahre alte Pädagoge und bleibt damit auf dem Boden der Tatsachen. Er hat die Trainerscheine gemacht und sich durch sein Sportstudium zusätzliches Fachwissen angeeignet. Dadurch sieht er sich nun gewappnet auf dem Weg zurück zu seinen Wurzeln nach Sulzfeld. Bei seinem Heimatverein erwartet ihn nach dem spürbaren Substanzverlust der Mannschaft keine leichte Aufgabe, aber er sieht sich als der richtige Mann dafür, auf der anderen Mainseite eine junge Mannschaft aufzubauen.

    Das Spiel in der Statistik

    Marktbreit/Martinsheim – VfL Mönchberg 3:1 (1:0)

    Marktbreit/Martinsheim: Benjamin Stör; Stefan Walther, Tobias Lechner, Felix Hofmann (80. Stefan Weber), Joachim Hupp, Daniel Hack (90. Maximilian Zink), Martin Schwab, Christian Volkamer, Daniel Endres (68. Christoph Ott), Sebastian Wirsching, Stefan Knauer.

    Mönchberg: Dominik Kalthof; Florian Lieb, Dirk Braunwarth, Christoph Becker, Matthias Bohn, Christian Grimm, Fabio Roccuzzo, Michael Hausdörfer, Michael Ball, Tim Walz (35. Rene Umschied), Florian Ackermann (69. Sascha Glenz).

    Schiedsrichter: Marco Siebeneichler (SV Oberwerrn).

    Gelbe Karten: Hupp, Endres; Lieb, Glenz.

    Zuschauer: 100.

    Tore: 1:0 Stefan Knauer (29.), 2:0 Stefan Knauer (72.), 3:0 Felix Hofmann (79.), 3:1 Christoph Becker (81.).

    Von unserem Mitarbeiter Hartmut Hess

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