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    HANDBALL: BEZIRKSOBERLIGA

    Michelfeld verspricht mächtig Radau

    Auf seine Fans kann sich Michelfeld verlassen, wie hier beim Auswärtsspiel im Kitzinger Sickergrund. Foto: Jürgen Sterzbach

    Ohrenbetäubender Lärm erfüllte die Marktstefter Mehrzweckhalle bereits im Hinspiel. „Jetzt ist noch einmal eine Gruppe dazugekommen. Die macht ganz schön Radau“, sagt Michelfelds Spielertrainer Maximilian Häckner. Der Geräuschpegel könnte also sogar noch zunehmen, wenn sich nun die beiden führenden Teams der Handball-Bezirksoberliga zum Rückspiel treffen. Gastgeber ist diesmal der SV Michelfeld, der das erste Duell mit 30:29 gewonnen hat.

    Die Mannschaft braucht immer erst Anlauf

    Seine bislang zwei Saisonniederlagen hat Michelfeld gegen den FC Bad Brückenau kassiert. „Wir hätten bis zum nächsten Morgen spielen können und trotzdem nicht gewonnen“, sagt Häckner. Der 28-Jährige suchte gar nicht lange nach einer Erklärung, weshalb den Seinen vor zwei Wochen zum Start der Rückrunde die nötige Konzentration für Ball und Gegner fehlte. Dem Gedanken, dass Michelfeld nicht aus dem Stand loslaufen könne, sondern immer etwas Anlauf brauche, um zu seinem Leistungsvermögen zu finden, kann Häckner nur schwer widersprechen. „Es stimmt, dass wir Zeit brauchen, um ins Spiel zu finden.“

    Das könnte an einer gewissen Unerfahrenheit liegen. „Dass wir bisweilen noch zu grün hinter den Ohren sind, spiegelt sich in vielen Situationen wider. Wir sprechen unser Verhalten auf dem Feld an, und doch passiert genau das Gegenteil.“ Dass die Spieler sich seinen Anweisungen und Ratschlägen widersetzten, mag der mit Rödelsee bis zur dritten Liga aufgestiegene Rückraumspieler nicht gelten lassen: „Die Jungs machen das wirklich gut. In vielen Punkten haben wir uns enorm verbessert.“ Das anstehende Ligaspiel mit Marktsteft ist Häckners 50. als Spielertrainer in Michelfeld. Er absolviert dort seine dritte Saison.

    Häckner rät zu Gelassenheit

    Punktgleich belauern sich der SV Michelfeld und der TV Marktsteft in diesen Tagen an der Tabellenspitze. Als Gejagte sah Häckner seine Mannschaft auch nicht, als sie alleine ganz oben stand. „Es ist immer ein Ansporn, gegen den Ersten zu gewinnen. Aber ich hatte deswegen nicht den Eindruck, dass die Gegner gegen uns anders aufgetreten sind.“ Dass Marktsteft aufholte und jetzt punktgleich ist, beunruhigt ihn nicht. „Ich blicke auch diesem Spiel recht entspannt entgegen. Wir brauchen uns nicht zu verstecken“, sagt er. Marktsteft habe in Felix Lang „einen sehr guten Torhüter“, und vorne sei Marius Olbrich wohl der entscheidende Spieler. „Ihn müssen wir in Schach halten.“

    „Bisweilen sind wir noch zu grün.“
    Maximilian Häckner, Spielertrainer SV Michelfeld

    Weitere Aufregung möchte Häckner vor dem Derby nicht verbreiten. „Die Jungs sollen ihren Spaß haben und es nicht allzu verbissen sehen.“ Motivieren müsse er keinen. Er wünsche sich für diesen Abend auf und neben dem Feld ein gutes, vor allem aber faires Spiel. Mehr Anspannung vermutet er beim Gegner, da der Gedanke an eine Landesliga-Rückkehr in den Reihen Marktstefts wohl etwas ausgeprägter sei.

    Wären Michelfeld bereit für einen Aufstieg?

    Auch bei seinen Spielern habe er das Thema bereits angesprochen: ob sie bereit dazu seien, einen größeren Aufwand für ihr Hobby zu betreiben, ein zusätzliches Training zu absolvieren und längere Fahrten zu den Auswärtsspielen auf sich zu nehmen. Sie müssten überlegen, ob ein Aufstieg für sie unter diesen Umständen in Frage komme. Der Sprung von der Bezirksoberliga in die Landesliga sei groß: Der TV Marktsteft stieg zuletzt nach nur einer Saison wieder ab.

    Obwohl auch Häckner davon ausgeht, dass Michelfeld und Marktsteft die ersten beiden Plätze unter sich ausmachen, erwartet er nicht, dass am Wochenende bereits eine Vorentscheidung im Kampf um die Meisterschaft fallen werde. Beiden Titelaspiranten lägen mit Lohrs zweiter Gar-de oder der personell verstärkten Reserve Bad Neustadts – Häckner spielte in der Jugend bei den Saalestädtern – noch vermeintliche Stolpersteine im Weg.

    Michelfeld könnte angesichts von vier Heimspielen in den letzten fünf Wochen der Saison der Spielplan zupass kommen. „Bis dorthin müssen wir noch mehrere Hürden überspringen“, sagt Häckner, und er erwartet, dass der Anlauf für seine Mannschaft am Samstagabend nicht zu lange sein wird.

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