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    FUSSBALL: KREISLIGA

    Was Castell aus Rückschlägen gelernt hat

    Der Blick zurück bereitet Trainer Oliver Koch von der SG Castell Wiesenbronn viel Freude. Foto: Hans Will

    Entspannt klingt Oliver Koch im Gespräch mit dieser Redaktion. Trotz seiner erst 29 Jahre vermag den spielenden Trainer der SG Castell/Wiesenbronn scheinbar nichts aus der Ruhe bringen. Zu viel hat der Mittelfeldstratege in seiner Fußballer-Vita schon erlebt. Auch in der Kreisliga hat er schon gespielt. Sowohl bei der SG Buchbrunn/Mainstockheim als auch in Wiesentheid. Als Trainer geht er nun in seine vierte Saison.

    Ob sie so erfolgreich wird wie die vorherigen, ist kaum vorstellbar. Zu sehr schwammen seine Schützlinge in den vergangenen Jahren auf einer ungeahnten Erfolgswelle. In der Premieren-Saison gelang umgehend als Meister der Sprung in die Kreisklasse: mit satten 105 eigenen Treffern. Als Aufsteiger dann belegte die Weinort-Gemeinschaft den dritten Rang und sie blieb nur zehn Tore unter der Marke der Saison zuvor. Wäre da nicht der schwache Start gewesen, der direkte Durchmarsch hätte gelingen können. Dass sie es nicht schafften, warf die rot-weißen Kicker nicht aus der Bahn. Vielmehr machten sie diesen Sommer ihr zweites Meisterstück binnen drei Jahren, und in der kommenden Runde spielen sie endlich in der Kreisliga.

    Doch Koch ist nicht einmal böse darum, dass der Durchmarsch nicht geklappt hat. „Wir waren in den vergangenen Jahren schon sehr erfolgsverwöhnt. Aus der Phase, als es nach dem Aufstieg in die Kreisklasse nicht so richtig laufen mochte, haben wir sehr viel mitgenommen und sehr viel gelernt“, sagt der Trainer, der in der jüngst zu Ende gegangenen Vorbereitung genau an diese sieglosen Wochen erinnerte. Ähnliches könnte den Seinen nämlich in der Kreisliga passieren – dass sie mehrere Partien hintereinander nicht gewinnen.

    Dass sein Klub in der neuen Klasse bestehen kann, dessen ist sich Koch sicher. Viel Vertrauen hat er in seine Mannschaft, die sich im Vergleich zu ihrer meisterhaften Kreisklasse-Saison kaum verändert hat. Nur Sascha Kümmel hat die Laufbahn beendet. zu oft war der Abwehrchef in den vergangenen Spielzeiten verletzt. Selbst wenn Koch seine Entscheidung versteht, behalten hätte der Spielertrainer seinen Routinier doch gerne. Ihn soll nun Simon Klein ersetzen. Der gebürtige Wiesenbronner kehrt aus Klein-/Großlangheim zu seinem Heimatklub zurück, ebenso der Casteller Dirk Graßer. Das Neulings-Quartett machen Jürgen Weid aus der Jugend und der Ex-Winterhäuser Andre Fritz komplett, der nach Wiesenbronn gezogen ist.

    „Natürlich hätte ich gerne noch den einen oder anderen dazu geholt. Aber das Wichtigste war, dass der Kader zusammengeblieben ist und keiner uns verlassen hat“, so Koch. Sein Team hat eine gute Vorbereitung hingelegt und besonders taktisch einen Schritt nach vorn gemacht, wie Koch sagt. In den letzten Spielzeiten habe es vornehmlich ein System gespielt, war nur wenig flexibel. Das glaubt Koch geändert zu haben: „Wir sind nun variabler, können auch während des Spiels die Grundordnung verändern und auf den Spielverlauf reagieren.“

    Gezeigt hat das der Neu-Kreisligist in Testduellen mit so ambitionierten Gegnern wie Bayern Kitzingen, den Titelanwärter in der Kreisliga Würzburg. „Das war unsere beste Partie“, sagt Koch, der mit gutem Gefühl in die Runde geht. Besonders freue er sich auf die Duelle in direkter Nachbarschaft – vor allem auf das Derby gegen Abtswind II. Seine SG ist in der Kreisliga definitiv gekommen, um zu bleiben.

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