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    FUSSBALL: KREISLIGA

    Geesdorfs Bayerntreffer-Held im Fernsehen

    Ehre, wem Ehre gebührt: Bayerntreffer-Torschütze Vincent Held (Zweiter von links) mit (daneben, von links) Manfred Schwabl, Präsident der SpVgg Unterhaching, Achim Beierlorzer, Trainer des 1. FC Köln, und „Blickpunkt Sport“-Moderator Markus Othmer. Im Bild ganz links Geesdorfs Spielertrainer Jannik Feidel und (hinten links mit bunt kariertem Hemd) Vincent Helds Vater Horst Held. Foto: Bayerischer Fußball-Verband

    Der FC Geesdorf sorgt derzeit nicht nur in der Landesliga für Furore. Die Fußballer sorgten dieser Tage auch mit einem Fernsehauftritt für Schlagzeilen. Vergangenen Sonntagabend durfte sich ihr Angreifer Vincent Held über die Auszeichnung zum Tor des Monats in Bayern, den „Bayerntreffer“, freuen. In der Sendung „Blickpunkt Sport“ erhielt Held den Preis. Überreicht wurde er von den Studiogästen Achim Beierlorzer, Trainer des 1. FC Köln, und Manni Schwabl, Präsident der SpVgg Unterhaching. Mit dabei im Studio war ein Großteil der Geesdorfer Mannschaft und auch mit im Bild, als der erst seit Juli im fußballverrückten Dorf spielende Torjäger ausgezeichnet wurde.

    „Eine tolle Geschichte für den Spieler, aber auch für den Verein. Darauf kann man stolz sein. Wir waren mit 20 Leuten dort, Spieler, Verantwortliche und ein paar Fans“, schilderte Geesdorfs Spielertrainer Jannik Feidel den Fernsehauftritt einige Tage später. Das sehenswerte Tor war seinem Angreifer Vincent Held beim 4:0 in Coburg gelungen: Ein Lupfer fast von der Grundlinie aus schier unmöglichem Winkel in die lange Ecke. Durchaus gewollt sei die Aktion gewesen, wie Held im Fernsehen erklärte. „Es war Absicht, aber auch Glück“, so der 20jährige.

    Einen Tag vor dem Fernsehauftritt hatte Held beim 5:1-Sieg seiner Geesdorfer bei FT Schweinfurt schnell mal drei Tore beigesteuert, 16 Treffer aus den bislang sieben Spielen lautet seine unglaubliche Quote. Diese begeistert natürlich auch seinen Trainer Jannik Feidel, der das Talent vor der Runde vom SSV Kitzingen in den Wiesentheider Ortsteil lotste. Vincent sei generell ein relativ ruhiger Typ, der auch mal über seine Aussagen nachdenke, so Feidel. Der Treffer in Coburg sei typisch für dessen gelassene Art, „das zieht er auch vor dem Kasten durch. Er weiß, wo das Tor steht“.

    Ganz Trainer ist Feidel, selbst erst 23 und ebenso neu in Geesdorf, bei der weiteren Analyse. Natürlich sei jeder froh, dass Held so einen Lauf hat und derzeit die Tore mache. „Man darf aber auch nicht vergessen, dass wir als Mannschaft dahinter richtig gut arbeiten, um Vincent in eine gute Position zu bringen.“ Nahezu komplett runderneuert haben Spielertrainer Feidel und der Verein die Mannschaft im Sommer. Neun Neue stießen mit ihm hinzu, vier davon von den Würzburger Kickers, wo der aus Escherndorf stammende Feidel als Co-Trainer in der U 23 fungierte.

    Nein, kneifen müsse er sich nicht, wenn er derzeit die Tabelle mit seinem Team auf Platz drei ansehe, wiegelt Feidel ab. „Zu erwarten war das natürlich nicht. Wir wussten schon, dass wir gute Qualität verpflichtet haben, auch aus unteren Ligen. Ich wusste auch, dass sie von der Mentalität her passen.“ Das Ganze sei eine Momentaufnahme, sieben von 34 Spielen seien erst vorbei, „es wird auch mal Rückschläge geben“, meint Jannik Feidel. Der Lehramtsstudent für Sport und Theologie an Gymnasien kam auch durch seinen jüngeren Bruder Fabio nach Geesdorf. Fabio (21) kickt dort im zweiten Jahr. Mit Jannik Feidel setzte Geesdorf, wie vor acht Jahren bei Hassan Rmeithi, erneut auf einen recht jungen Übungsleiter und ging Risiko.

    Bisher zahlte es sich aus, 17 Punkte aus sieben Spielen, dazu mit 23 geschossenen Toren die meisten in der Liga – das sorgt natürlich für gute Stimmung im 300-Einwohner-Dorf. „Das ist bisher absolut gut gelaufen, wir sind sehr zufrieden“, sagt Vorstand Harald Kober. Den neuen Trainer nennt er „einen Glücksgriff.“ Bis jetzt habe man alles richtig gemacht. „Wir nehmen es gerne mit, wie es im Moment läuft“, so der erste Mann im Verein.

    Zum Fernsehen nach München fuhr Kober letzten Sonntag nicht mit, weil er am Montagmorgen einige geschäftliche Termine hatte. Wie wohl nahezu der ganze Ort schaute sich Harald Kober aber natürlich die Sendung im Fernsehen an. Seine Kicker und die anderen trafen erst weit nach zwei Uhr in der Nacht wieder in Geesdorf ein.

    Nicht nur Kober ist gespannt, was von seinen Fußballern noch kommt. Spielertrainer Feidel nennt nach wie vor einen einstelligen Tabellenplatz als Ziel, auch weil er überzeugt ist, dass seine Truppe noch viel Luft nach oben hat. Auch weil mit Stefan Weiglein wohl ein torgefährlicher Führungsspieler bald wieder zurückkehrt nach seinem Kreuzbandriss.

    FC Geesdorf – TG Höchberg (Samstag, 14 Uhr)

    An diesem Samstag gastiert mit der TG Höchberg (13./7 Punkte) eine Mannschaft in Geesdorf, die Jannik Feidel bestens kennt. Er schnürte 2017 für ein Jahr die Fußballschuhe für die Höchberger. Damals wie heute ist Thomas Kaiser dort Trainer. Erst kürzlich schaute sich Feidel deren Spiel bei den FT Schweinfurt an. „Zur Zeit stockt es bei ihnen ein bisschen, aber sie haben Qualität. Einige haben Höchberg ja als Meister getippt“, schaut er auf die TGH.

    Ob sich der Gegner wegen Geesdorfs Angriffsstärke zuerst einmal in der Defensive verschanzt? „Es kann schon passieren, dass sich die Gegner uns etwas anpassen und sich hinten rein stellen. Wir tun eh gut daran, unser Spiel durchzusetzen“, meint Jannik Feidel. Er muss neben Stefan Weiglein auf die länger verletzten Oliver Hahn, Max Dietrich und Rene Rottendorf verzichten. (ast)

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