• aktualisiert:

    HANDBALL: BEZIRKSOBERLIGA

    Markus Reinhart behält kühlen Kopf

    Gegner im Anflug: Michelfelds Spielertrainer Maximilian Häckner (rechts) stellte sich dem Marktstefter Marius Olbrich en... Foto: Jürgen Sterzbach

    Als Markus Reinhart in der allerletzten Sekunde das Siegtor erzielt hatte, kannte der Jubel auf Seiten des TV Michelfeld keine Grenzen mehr. Als unmittelbar danach die Schlusssirene erklang, da stürmte der Anhang auf das Feld, um mit seinen Spielern das 19:18 (6:11) über den TV Marktsteft im Derby und Spitzenspiel der Handball-Bezirksoberliga zu feiern.

    Nur zweimal überhaupt in Führung

    Nur zweimal überhaupt lag Michelfeld in der gesamten Partie in Führung, ganz am Anfang und ganz am Ende. Lukas Mösleins Tor nach 37 Sekunden leitete das Ortsderby in der proppenvollen Marktstefter Mehrzweckhalle ein, in der die Blauen allerdings akustisch den Ton angaben.

    Auf der Platte liefen sie anfangs hinterher, denn Marktsteft verteidigte konzentriert. Torhüter Felix Lang parierte mehrere Würfe, darunter Siebenmeter, so dass die Gastgeber beim Abschluss über lange Zeit fast keinen Erfolg hatten. Nachdem sie nur drei Tore in den ersten 25 Minuten erzielt hatten, kamen sie noch vor der Halbzeit besser ins Spiel, das für eine kurze Phase ausgeglichen verlief. „Wir haben diesmal einen sehr langen Anlauf gebraucht“, meinte Michelfelds Spielertrainer Maximilian Häckner. Während der Rückstand zuvor sieben Tore betragen hatte, verringerten sie ihn zum Seitenwechsel auf fünf.

    Verletzter Florian Lang

    Dass die Gastgeber zum Ende der ersten Halbzeit mehr Anteile bekamen, hatte seinen Grund auch in Reihen des Gegners. Nach 26 Minuten musste Marktstefts Spielmacher Florian Lang das Feld aufgrund einer Verletzung verlassen.

    Wie sehr sein Aus sich auswirkte, wurde im zweiten Abschnitt umso deutlicher. „Er fehlte uns vorne und hinten“, erklärte TVM-Trainer Raimo Wilde. Vorne gingen der Mannschaft die Ideen aus. Langs Teamkollegen taten sich schwer, die kompakte Verteidigung des Gegners zu überwinden. Anspiele an den Kreis waren versperrt, und aus dem Rückraum kamen kaum noch Impulse. Hinten ließ sich Marktsteft mehrmals durch denselben Spielzug überlisten und büßte an Vorsprung ein. Selbst die beim Stand von 12:14 genommene Auszeit half den in eigener Halle zum Auswärtsspiel angetretenen Marktsteftern nicht zurück ins Spiel. „Unser Abschluss war zu schwach“, fand Wilde.

    Starker Matthias Meckelein

    Zu dieser Aussage trug auch Matthias Meckelein bei, der bereits kurz vor dem Seitenwechsel das Michelfelder Tor übernommen hatte. Der 33-Jährige wurde seiner eigenen Einschätzung gerecht, unter Druck die besten Leistungen zeigen zu können. Während Meckelein zur Hochform auflief, stellte Häckner fest, dass er seiner Mannschaft nicht in gewohnter Art helfen konnte und nahm sich aus dem Spiel, sobald Michelfeld mit Ballbesitz zum Angriff überging. Thorsten Holler, der an der ersten Halbzeit nicht teilgenommen hatte, traf wiederholt aus dem Rückraum, womit die Gastgeber den Rückstand aufholten. Sieben Minuten vor Schluss glich Möslein schließlich zum 17:17 aus. Marktsteft taumelte wie ein angeschlagener Boxer durch den Ring, nachdem der von Euphorie befeuerte Gegner mehrere Wirkungstreffer gesetzt hatte.

    In einer späten Auszeit versuchte Häckner seine Mitspieler zu bändigen, doch zu hastig verloren sie den Ball. Mindestens ein Punkt schien den TVM somit sicher, als die letzte Minute lief. Doch gelang es ihnen nicht, die restliche Zeit von der Uhr zu nehmen. Der Abschluss war kraftlos wie ihr Spiel zuvor.

    Unerwarteter Ballbesitz

    Unerwartet kam Michelfeld im Ballbesitz, wobei nur noch wenige Sekunden verblieben waren. Während seine Mitspieler sich beeilten, den Ball nach vorne zu werfen, hatte sich Markus Reinhart im Rücken der gegnerischen Abwehr freigelaufen. Als er Hollers Zuspiel gefangen hatte, suchte Michelfelds Rechtsaußen aber nicht den sofortigen Abschluss: „Ja, ich habe noch einmal auf die Uhr geschaut“, bestätigte er. Sie drängte ihn zur Eile. Keeper Lang stürzte sich entgegen, doch der 24-Jährige schleuderte den Ball an ihm vorbei zum 19:18 ins Netz.

    Vorentscheidung?

    Nicht alle wussten sofort, wem die Stunde geschlagen hatte: „Neben mir ging Lukas Möslein zu Boden, und ich wusste erst gar nicht, was jetzt los war“, gab Häckner zu. Ein Unentschieden wäre nach seiner Meinung angemessen gewesen. „Am Ende hatten wir Glück“, sagten der Spielertrainer und sein Siegtorschütze übereinstimmend. „Ein sehr gutes Spiel“, sah Wilde, „das mit Kleinigkeiten entschieden wurde.“ Während er das Ergebnis als Vorentscheidung im Titelrennen bewertete, erwartete Häckner in den letzten acht Spielen noch schwierige Aufgaben für seine Mannschaft. „Aber jetzt“, kündigt er an, „dürfen die Jungs erst einmal bis Mittwoch durchfeiern.“

    Michelfeld: Roth, Meckelein – Unser, Wigand, Holler 3, J. Dennerlein 1, Pürckhauer 1, Schardt, Möslein 7/1, D. Faustmann 2, M. Häckner 4/3, L. Dennerlein, Reinhart 1.

    Marktsteft: Ullrich, F. Lang – Pfeiler 2, Schmidt, Irmler 3, D. Lang 1, Reuthal 1, Matern, Bayer, Hetterich 5, Olbrich 4/2, Thorwarth 2, Schömig.

    Schiedsrichter: Sachse/Weis (HG Maintal). Zeitstrafen: 3:4. Siebenmeter: 6/4 – 2/2. Zuschauer: 500.

    Spielfilm: 1:0 (1.), 2:8 (22.), 4:10 (26.), 9:13 (37.), 13:14 (44.), 17:17 (54.), 18:18 (57.), 19:18 (60.).

    Weitere Artikel

    Kommentare (0)

    Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!