• aktualisiert:

    FUSSBALL: A-KLASSE

    TSV Biebelried macht es lange spannend

    Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Schernaus Michael Rappert (li.) und dem Biebelrieder Tim Schedel. Will Foto: Hans

    TSV Biebelried – SC Schernau 4:3 (3:1). So stellt man sich als Trainer seinen Einstand beim neuen alten Klub vor. Mit 4:3 hat der Kreisklasse-Absteiger TSV Biebelried am Sonntag zum Saisonstart in der A-Klasse Aufsteiger SC Schernau niedergerungen und damit sich und seinem neuen Coach Gökhan Yilmaz einen geglückten Auftakt beschert.

    Bis zum Sommer 2015 war Yilmaz schon mal als Spieler am Autobahnkreuz aktiv gewesen, dann zog es ihn zum SC Lindleinsmühle, wo er große Erfolge als Trainer feierte. Diese Runde hätte er im Würzburger Stadtteil einen Kreisligisten betreuen können. Dorthin hatte Yilmaz den Sportclub in der vergangenen Spielzeit nämlich gebracht. Doch er entschied sich für den Tapetenwechsel.

    „Ich habe eine neue Herausforderung gesucht“, sagt Yilmaz. Nach vier Jahren beim selben Klub sei es schon so, dass „man den einen oder anderen Spieler als Trainer vielleicht nicht mehr so erreicht, wie man das gerne hätte“. Die Anfrage aus Biebelried kam für Yilmaz gerade recht. „Sie hatten schon letztes Jahr angefragt und haben mich jetzt wieder um Hilfe gebeten.“ Diesmal sagte er zu.

    Die Tatsache, dass es für ihn zwei Ligen nach unten ging, spielt für den 36-Jährigen nur eine untergeordnete Rolle. Er will beim Kreisklasse-Absteiger etwas aufbauen. 15 neue Spieler sind dafür im Sommer nach Biebelried gekommen, neun von ihnen beorderte Yilmaz am ersten Spieltag in die Startelf. Dass da noch nicht jedes Rädchen ins andere greifen kann, ist selbstredend. Doch die fast gänzlich neu zusammengestellte Mannschaft machte ihre Sache schon ganz gut.

    Vor allem im ersten Durchgang hatte sie den Gegner aus Schernau fest im Griff und zeigte manch ansehnliche Kombination. Bereits nach drei Minuten hätte Yunus Özdemir seine Elf in Führung bringen können – er traf aber nur den Außenpfosten. Kurz darauf zielte der Angreifer dann genauer. Der agile Tim Schedel hatte sich über die linke Seite durchgesetzt, war nach innen gezogen und scheiterte beim Abschluss erst noch am Schernauer Schlussmann Felix Barwanietz. Den Abpraller jedoch setzte Özdemir zum 1:0 in die Maschen (10.).

    Obwohl der Torschütze wie auch Metin Yasar das Feld kurz darauf angeschlagen verlassen mussten, ließen sich die Biebelrieder nicht aus dem Konzept bringen, sondern sie blieben am Drücker.

    Die Gäste versuchten, über Ballbesitz ihrerseits an Sicherheit zu gewinnen, bewegten sich jedoch weitestgehend in für den Gegner ungefährlichen Räumen. Diese Zurückhaltung seiner Elf monierte auch Schernaus Trainer Erwin Müller. „In der ersten Halbzeit haben wir uns den Schneid abkaufen lassen, waren zu zaghaft.“ Die Gastgeber nutzten das. Mit einer Bogenlampe erhöhte Kapitän Ruben Elker auf 2:0 (27.). Für Biebelried lief es auf einen geruhsamen Nachmittag hinaus.

    Wie aus dem Nichts kam Schernau aber zum Anschluss. Timo Neubauer setzte den Ball aus 25 Metern per Freistoß sehenswert ins Netz (44.). Doch Til Heilke stellte mit einem präzisen Flachschuss von der Strafraumkante den alten Abstand noch vor der Pause wieder her (45.). Die Gäste ließen sich davon nicht schrecken und präsentierten sich nach der Halbzeit ersichtlich mutiger und zielgerichteter. Die Folge: ein offener Schlagabtausch mit Torchancen hüben wie drüben.

    Biebelrieds Benjamin Gottschalk verpasste mit einem Kopfball aus kurzer Distanz die Entscheidung (58.). Und so sollte es nach Timo Neubauers für den SC sicher verwandeltem Foulelfmeter doch noch einmal kitzlig werden. Denn die Gäste ließen sich trotz personeller Probleme – sie waren bei großer Hitze bloß mit einem Ersatz-Feldspieler angereist – wie eine Horde lästiger Bienen nicht abschütteln. Selbst als Gottschalk zehn Minuten vor Ultimo auf 4:2 erhöhte, glaubten sie weiter an ihre Chance. Doch Ramanis erneuter Anschlusstreffer kam zu spät.

    „Wir hatten nicht genügend personelle Alternativen und haben ein paar individuelle Fehler zu viel gemacht. Deshalb geht der Sieg für Biebelried am Ende in Ordnung“, sagte Gäste-Coach Erwin Müller. Und sein Gegenüber Gökhan Yilmaz meinte: „Wir müssen uns zwar in allen Bereichen verbessern, aber wir haben das Spiel gemacht und aufgrund unserer individuellen Qualität auch verdient gewonnen.“

    Die Statistik des Spiels

    Biebelried: Sahin – Schollmayer, Elker, Kamp, Kraus, Heilke, Nietsch, Schedel, Yunus Özdemir, Yasar, Gottschalk. Eingewechselt: Strnad (13.), Ulsamer (17.), Eray Özdemir (72.).

    Schernau: Barwanietz – Michael Herbig-Ungemach, Lukas Herbig-Ungemach, Valentin Rappert, Michael Rappert, Bischoff, Neubauer, Ramani, Heilmann, Schöderlein, Warmuth. Eingewechselt: Sauter (82.).

    Schiedsrichter: Theo Marschall (Maintal). Zuschauer: 60. Tore: 1:0 Yunus Özdemir (9.), 2:0 Ruben Elker (27.), 2:1 Timo Neubauer (44.), 3:1 Til Heilke (45.), 3:2 Timo Neubauer (66., Foulelfmeter), 4:2 Benjamin Gottschalk (80.), 4:3 Mefail Ramani (90.).

    Weitere Artikel

    Kommentare (0)

      Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!