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    HANDBALL

    Der nächste Neuanfang des TSV Rödelsee

    Der einstige Handball-Drittligist kämpft in der Bezirksoberliga um den Klassenerhalt. In der nächsten Runde soll der Generationenwechsel vorangetrieben werden.
    Bleibt auch in der kommenden Saison Trainer der Handballer des TSV Rödelsee: Thomas Endriß. Ob der 29-jährige weiterhin auch auf dem Feld mitmischen wird, lässt er derzeit offen.
    Bleibt auch in der kommenden Saison Trainer der Handballer des TSV Rödelsee: Thomas Endriß. Ob der 29-jährige weiterhin auch auf dem Feld mitmischen wird, lässt er derzeit offen. Foto: Hans Will

    Auf das Bezirksoberliga-Duell der beiden Handball-Hochburgen TSV Rödelsee und TV Marktsteft hatte sich TSV-Spielertrainer Thomas Endriß ganz besonders gefreut. „Dafür spiele ich Handball! Solche Derbys will ich weiter erleben, möglichst auf Augenhöhe“, hatte der 29-jährige dieser Tage gesagt. Nun ist die für Samstagabend in Marktsteft geplante Partie abgesagt worden. Aufgrund der Gefahr durch das Coronavirus hat der Bayerische Handball-Verband den Spielbetrieb für dieses Wochenende ausgesetzt.

    Endriß hat nach dem freiwilligen Rücktritt von Radovan Suchy im November letzten Jahres den Posten als Spielertrainer der Rödelseer übernommen. Er wohnt in Marktsteft und weiß natürlich nicht, wie das Derby ausgeht. Aber er weiß, was hinterher passiert: „Egal, wie das Derby ausgeht, danach wird die Feier bei mir im Keller stattfinden.“

    Wie es sportlich weiter gehen wird bei dem noch 2016 in der Dritten Liga spielenden TSV Rödelsee, da bestehen auch für Endriß allerdings noch einige Fragezeichen. Noch kämpft der TSV um den Verbleib in der Liga, der Sieg zuletzt gegen Giebelstadt stimmte TSV-Abteilungsleiter Jürgen Schmitt aber zuversichtlich. „Wir gehören nicht zu den Abstiegskandidaten. Wir haben genug Potenzial, um auch nächste Saison in der Bezirksoberliga aufzulaufen.“

    Das wäre wichtig, denn dann könnte der TSV sein Projekt Generationenwechsel leichter angehen. Die Jugendlichen, die momentan in der A-Jugend-Landesliga spielen und häufig bei den Männern aushelfen, sollen künftig den Karren ziehen. „Sie sind gut ausgebildet, wir bauen auf sie“, sagt Abteilungsleiter Schmitt. Das muss der Verein wohl auch, denn einige der arrivierten Kräfte möchten künftig kürzer treten.

    Die Verantwortung als Trainer wird kommende Runde weiter Thomas Endriß tragen. Ob der 29-jährige weiterhin auch auf dem Feld mitmischen wird, lässt er offen. Rödelsee ist längst zur sportlichen Heimat von Thomas Endriß geworden. Er wechselte einst über Mainbernheim und später die HSG Schwanberg zum TSV. Die glorreichen Zeiten der Rödelseer hat er von Außen erlebt, als Spieler der Reserve und Zuschauer.

    Zuletzt war Endriß mit Radovan Suchy für die Männer zuständig und übernahm das Ganze, als dieser zurücktrat. Keine leichte Situation sei das gewesen, auch angesichts des dünnen Kaders. Was die Planung seines künftigen Aufgebots betreffe, wolle er noch nicht so viel sagen. Es stünde ein „Riesenumbruch“ an, doch zunächst gelte es, erst einmal diese Runde vernünftig zu Ende zu bringen.

    Auf die Jugend zu setzen, sieht der bei Knauf im Vertrieb Beschäftigte als unabdingbar. „Lange Zeit gab es keine, jetzt sind wieder fünf, sechs Jugendliche da, die darauf brennen. Die müssen wir in die Mannschaft bringen.“ Mithelfen beim Neuaufbau will Thomas Schneider, früher Paul, der einst zu Drittliga-Zeiten im Tor der Rödelseer stand. Er unterstützte Endriß zuletzt.

    Diese Lösung gefällt auch dem Verein. „Die beiden machen das ganz ordentlich, es scheint zu funktionieren“, so Abteilungsleiter Schmitt. Er weiß, dass die Zukunft auch für den TSV Rödelsee nicht leicht wird, anhand von immer weniger Jugendlichen, die Handball spielen. „Wir bekommen in der nächsten Zeit zwölf Spieler aus der A-Jugend, die müssen wir bei der Stange halten. Der nächste, der nachkommt, ist dann in der C-Jugend. In der E-Jugend haben wir aktuell viele Kinder, aber wie viele davon auch später bleiben, weiß man nicht.“

    Schmitt weiß um die Probleme, die den Handball im Kitzinger Raum betreffen. Er verweist etwa darauf, dass erhebliche Anstrengungen unter den Vereinen nötig gewesen seien, um überhaupt eine C-Jugend zu melden. Diese läuft über den TV Marktsteft, wo die Vereine aus Dettelbach, Großlangheim, Rödelsee, und eben Marktsteft gemeinsame Sache machen, um überhaupt eine Mannschaft stellen zu können.

    Diese liege immerhin auf Platz zwei in der Landesliga, fühlt sich Schmitt bestätigt. Sogar eine zweite Mannschaft habe man dort dank der gemeinsamen Anstrengungen im Spielbetrieb. „Darüber war ich wirklich froh. Wir haben auf Landkreis-Ebene geschaut, dass die Jugendlichen nicht nach Rimpar gehen, sondern dass wir sie im Kitzinger Raum halten.“

    Das Bilden von Spielgemeinschaften werde wohl der nahezu einzige Weg sein, um in Zukunft auch bei den Männern weiter zu bestehen, vermutet Schmitt. „Es ist eben nicht mehr so wie es war. Man muss mit der Zeit gehen.“ Wer weiß, vielleicht macht der TSV Rödelsee eines Tages auch bei den Männern mit Marktsteft gemeinsame Sache.

    Bearbeitet von Andreas Stöckinger

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