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    Würzburg

    Coronavirus: Zwangspause in fast allen Sportarten

    Bei den Ballsportarten, sowie im Schach und Ringen wird der Spielbetrieb auf Landesebene eingestellt. Der Würzburger Residenzlauf wird von April auf Oktober verschoben.
    Pause oder Saisonende - in den meisten Sportarten ruht der Spielbetrieb in Bayern.
    Pause oder Saisonende - in den meisten Sportarten ruht der Spielbetrieb in Bayern. Foto: René Ruprecht

    Die Ausbreitung des Coronavirus sorgt für drastische Einschränkungen im Sport im Freistaat. Nach dem Bayerischen Handball-Verband und dem Bayerischen Basketball Verband haben nun auch die Landesverbände für Tischtennis, Korbball, Schach und Ringen mit sofortiger Wirkung ihren Spielbetrieb eingestellt. Zudem hat auch die Deutsche Volleyball-Bundesliga ihre Saison beendet. Die Lage in den verschiedenen Sportarten im Überblick.

    Volleyball-Bundesliga beendet

    Die Volleyball Bundesliga (VBL) hat auf die sich rasant verändernde Situation rund um die Vorkehrungen zur Eindämmung des Coronavirus reagiert. Nach intensivem Austausch mit allen Bundesligisten traf der VBL-Vorstand am Donnerstagabend die Entscheidung, die Spielzeit der 1. Bundesliga der Frauen und Männer mit sofortiger Wirkung abzubrechen. Die sofortige Beendigung der Spielzeit bedeutet auch, dass es in der Saison 2019/20 keinen deutschen Volleyball-Meister bei den Frauen und Männern geben wird. Zudem entschied der Vorstand, dass es aufgrund der außergewöhnlichen Situation keine Regelabsteiger aus der 1. Bundesliga geben wird. Über die finale Rangfolge in der Tabelle und die damit verbundene Vergabe der Startplätze im Europapokal wird eine Regelung entscheiden, die nun gemeinsam mit dem Deutschen Volleyball-Verband (DVV) für alle Ligen erarbeitet wird. Bereits am Donnerstagmittag hatte die VBL entschieden, in dieser Saison keine Spiele in der 2. Bundesliga mehr auszutragen. Für die weiteren Ligen hatten der DVV und die Landesverbände ebenfalls ein vorzeitiges Ende der Spielzeit beschlossen.

    Schach-Betrieb in Bayern setzt aus

    Auch an den Schachbrettern ist der Spielbetrieb eingestellt, wenngleich zunächst nur vorübergehend. Sämtliche Partien der Regionalliga, Oberliga, Landesliga, Unterfrankenliga, Bezirksliga Ost, Kreisliga und A-Klasse fallen am 15. und 29. März aus. Während man im Bezirk Unterfranken hofft, danach den Spielbetrieb fortzuführen, zeigt sich der Landesverband skeptischer. „Wir bitten um Verständnis dafür, dass es nicht ausgeschlossen ist, dass die bayerischen Ligen mit der siebten Runde bereits ihr Ende gefunden haben, da es nicht absehbar ist, wie sich Corona die nächste Zeit entwickeln wird“, äußerte sich Christian Ostermeier, Spielleiter des Bayerischen Schachbundes in einer Pressemitteilung. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt sind keine Ausweichtermine festgelegt.

    Korbball-Saison ist beendet

    Auch der Spielbetrieb der Korbballerinnen ist mit sofortiger Wirkung eingestellt, allerdings komplett. Das heißt, dass der Ligenspielbetrieb beendet ist und darüber hinaus auch keine Kreis-, bayerischen und deutschen Meisterschaften ausgetragen werden. Nach aktuellem Stand zählen die derzeitigen Tabellenstände als Abschlusstabellen und entscheiden in der jetzt vorliegenden Form auch über Auf- und Abstieg, unabhängig von der möglicherweise unterschiedlichen Anzahl gespielter Partien, da es keine Möglichkeit mehr geben wird, diese restlichen, offenen Spiele nachzuholen. Das teilte Korbball-Landespressewart Michael Müller mit.

    Ringer verschieben die Deutschen

    Eigentlich hätten schon am Wochenende die ersten Vorbereitungslehrgänge für die deutschen Meisterschaften abgehalten werden sollen. Doch nun stellt der Bayerische Ringer-Verband (BRV) den „überregionalen Sportbetrieb bis auf Widerruf“ komplett ein. Dies umfasst laut einer Mitteilung auf der Homepage des BRV „zunächst alle Meisterschaften, zentralen sowie dezentralen Lehrgänge und Kaderkonzentrierungen, ebenso wie die Trainingseinheiten am Bundesstützpunkt und den Landesstützpunkten“. Zudem sind zahlreiche internationale Turniere abgesagt worden – wie auch das Schonunger Maintalturnier, das am 21. März veranstaltet werden sollte. Die deutschen Jugend-Meisterschaften sind allerdings vorerst nur verschoben worden und sollen ab Juni ausgetragen werden.

    Tennis-Ranglistenturnier abgesagt

    Derweil hat die TG 48 Schweinfurt alle ihre Anlagen, auch die Tennishalle vorläufig bis einschließlich 29. März geschlossen. Damit findet auch das für das Wochenende angesetzte DTB-Ranglistenturnier um den 2. Wintercup nicht statt.

    Handballer sagen nicht nur Spielbetrieb ab

    Beim Handball sind Kinder- und Jugendrunden mit sofortiger Wirkung beendet, der Erwachsenenspielbetrieb ist zumindest unterbrochen. "Spätestens zum 19. April 2020 wird über eine mögliche Wiedereinsetzung des Spielbetriebs der aktiven Mannschaften entschieden", heißt es in einer Mitteilung des BHV. Möglich sei dann auch, über eine endgültige Saisonwertung in den jeweiligen Ligen zu entscheiden. Sprich: Dann könne auch die Saison für die Männer- und Frauenteams beendet sein. Außerdem werden alle Veranstaltungen der Handballer, von Schiedsrichter-Fortbildungen, über Nachwuchskader-Trainingseinheiten bis hin zu Verbandsitzungen, abgesagt.

    Basketball setzt auf breiter Ebene ab

    "Der Bayerische Basketball Verband e.V. sagt angesichts der aktuellen Lage bezüglich des Covid-19 Virus alle Maßnahmen, Tagungen, Lehrgänge und Sitzungen bis auf Weiteres ab. Insbesondere der Spielbetrieb in sämtlichen Wettbewerben und Ligen des BBV wird bis auf Weiteres eingestellt", heißt es auf der Homepage des Basketballverbandes. "Den bayerischen Basketballvereinen wird empfohlen, auch den Trainingsbetrieb vorerst auszusetzen, um die sozialen Kontakte im Basketball zu minimieren", sagte BBV-Präsident Bastian Wernthaler. "Das Präsidium wird zeitnah und mit Blick auf die weiteren Entwicklungen in enger Absprache mit Behörden, Kommunen und dem Deutschen Basketball Bund entscheiden, ob die Saison endgültig für beendet erklärt wird." Tatsächlich für beendet erklärt wurde die Saison in Bundesliga und 2. Bundesliga der Frauen. Für die QOOL Sharks Würzburg ist die Saison damit beendet.

    Tischtennis-Saison ist auf BTTV-Ebene beendet

    Auch die Tischtennis-Verbände haben auf den Corona-Virus reagiert: Die höheren Ligen werden bis zum 17. April pausieren. Daher fällt auch das für den heutigen Samstag angesetzte Drittliga-Heimspiel des SB Versbach gegen Hohenstein-Ernstthal ins Wasser. Die Tischtennis Bundesliga (TTBL) reagiert auf die Ausbreitung der COVID-19-Pandemie: Der 22. Spieltag wird ersatzlos gestrichen, die Hauptrunde somit vorzeitig beendet. Damit entfällt die ursprünglich für den 22. März angesetzte Heimpartie des TSV Bad Königshofen gegen Fulda. Für Bad Königshofen ist die Saison damit beendet, das Team beendet die Runde auf Rang neun. Sttattfinden sollen hingegen die Play-offs um die deutsche Meisterschaft, die jedoch auf jeden Fall bis mindestens zum 17. April ausgesetzt werden. Vorerst nicht betroffen ist das Liebherr TTBL-Finale am 6. Juni in Düsseldorf.

    Der Bayerische Tischtennis-Verband hat am Freitagvormittag sogar Tabula rasa gemacht und den Saisonbetrieb für alle ihm unterstellten Ligen mit sofortiger Wirkung eingestellt. Das gilt auch für Turniere, Lehrgänge, Stützpunkteinheiten und Trainerfortbildungen. Präsident Konrad Grillmeyer wird in einer Meldung wie folgt zitiert: "Wir haben in den letzten Tagen versucht, den Spielbetrieb der Spielzeit 2019/2020 geordnet zu beenden. In Anbetracht der behördlichen Vorgaben/Anregungen und der sich ständig ändernden Rahmenbedingungen war es jedoch geboten, hier der Gesundheit absoluten Vorrang einzuräumen. Auch wenn die Beendigung der Spielzeit bedauerlich ist, gehen wir vom Verständnis aller Vereine sowie der Spielerinnen und Spieler aus." Wie die Spielzeit gewertet wird, wollen die Verantwortlichen in den kommenden Wochen und Monaten beraten.

    Wasserball-Partie des SV 05 ohne Zuschauer

    Der Krise rund um den Coronavirus hat auch die Deutsche Wasserball Liga erreicht. Das für Samstag geplante Derby des SV 05 Würzburfg gegen den SV Weiden findet an diesem Samstag ohne Zuschauer statt. Der Vorstand des SV Würzburg 05 reagiert mit dieser Entscheidung auf die Allgemeinverfügung der Stadt Würzburg. Präsident Thomas Lurz zu der Maßnahme: "Leider hat sich die Situation in Würzburg aufgrund des Coronavirus zunehmend verschärft, unter anderem gelten neue Auflagen der Stadt. Diese betreffen nun auch Veranstaltungen unter 1.000 Personen. Deshalb sehen wir uns gezwungen, unser Heimspiel am Samstag ohne Zuschauer auszutragen." Es wird daher am Samstag keinen Zugang für Zuschauer geben. Der Präsident des SV 05 betont gleichwohl, dass das Wolfgang-Adami-Bad für den regulären Badebetrieb geöffnet bleibt.

    Keine Absage durch den Bayerischen Badminton-Verband

    Keine Absage der aktuellen Spieltage gibt es seitens des Bayerischen Badminton-Verbandes. Der Verband gibt auf seiner Internetseite lediglich an, "die das Coronavirus betreffende Lage zu beobachten und bittet um "konsequente Beachtung der allgemeinen Hygienehinweise". Abgesagt wurden allerdings die beiden letzten Spieltage der 2. Bundesliga der Männer und damit die Heimspiele des TV Marktheidenfeld an diesem Samstag und Sonntag. "Ob und wann die Spiele nachgeholt werden können ist derzeit nicht bekannt", sagt TV-Abteilungsleiter Karl Fuchs.

    Kein Classic-Keglern mehr

    Der Deutsche Classic Keglerbund hat seine letzten beiden Spieltag in den Bundesligen und die darauf folgenden Aufstiegsspiele verschoben. Auch der Bayerische Sportkegelverband hat mit sofortiger Wirkung alle Spiele von der Bundesliga abwärts mitsamt allen Kreisligen aufgrund des Coronavirus abgesagt.

    Ligenbetrieb jetzt auch bei Sportschützen gestoppt

    Noch am Freitagmittag hieß es, die Veranstaltungen der Sportschützen würden in Unterfranken laufen. Doch dann kam auch hier die Absage - Pause auf unbestimmte Zeit.

    Würzburger Residenzlauf wird in den Herbst verschoben

    Der Residenzlauf wird vom Frühjahr in den Herbst verlegt.
    Der Residenzlauf wird vom Frühjahr in den Herbst verlegt. Foto: Thomas Obermeier

    Nicht wie geplant stattfinden wird auch der Würzburger Residenzlauf. "So darf ich Ihnen unsere Verschiebung des 32. Würzburger Residenzlaufs vom 26. April auf den 18. Oktober 2020 mit nachfolgender Pressemeldung ankündigen. Die Gründe dafür muss ich angesichts des vorherrschenden Tagesthemas sicherlich nicht weiter erläutern", schreibt Organisator Reinhard Peter. Ende Mai oder Anfang Juni wollen Peter und sein Team mit konkretisierten Planungen für den Herbst vorstellen. Der für den 21. März geplante Gedächtnislauf von Gemünden nach Würzburg fällt in diesem Jahr aus.

    BLSV spricht sich auch für eine Trainingspause aus

    Auch der Bayerische Landessportverband (BLSV) hat eine Reihe von Sofortmaßnahmen beschlossen. Die BLSV-Sportcamps sowie die Sportschule Oberhaching werden spätestens ab Montag, 16. März, bis einschließlich 19. April geschlossen. Alle BLSV-Veranstaltungen im Präsenzformat werden ab sofort bis einschließlich 19. April 2020 abgesagt, darin inbegriffen sind auch die Seminare sowie Angebote im Bereich Integration durch Sport. Allen Vereinen und Fachverbänden im BLSV wird empfohlen, den Spiel-, Trainings- und Wettkampfbetrieb bis 19. April 2020 einzustellen. Dies beinhaltet auch die Abnahme von Sportabzeichen. Verwaltungstätigkeiten sollten möglichst über elektronische Medien, mobil oder in kleineren Einheiten organisiert werden.

    BLSV-Präsident Jörg Ammon: „Wir haben in dieser Extremsituation eine ganz besondere Fürsorgepflicht. Die Gesundheit unserer Mitarbeiter, Mitglieder und Sportler hat jetzt absoluten Vorrang. Wir hoffen, mit den genannten Maßnahmen unseren Beitrag leisten zu können, den Verlauf der Pandemie zu verlangsamen.“ Trotzdem sei es nicht möglich, allgemeingültige Vorgaben und Empfehlungen für alle Sporttreibenden, Sportveranstalter, Verbände und Vereine auszusprechen. Hier bleibt es weiterhin in der jeweiligen Verantwortung der Personen vor Ort.

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