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    FUSSBALL: BAYERNLIGA

    Karlburgs Sebastian Fries erzwingt das Glück

    Gegen spielstarke Bamberger schafft der Aufsteiger noch das 1:1. Warum der Punktgewinn ein kleiner Schritt nach vorne ist.
    Geschafft: Die Karlburger Andreas Köhler (rechts) und Sebastian Fries, der den Treffer erzielt hat, feiern das 1:1.
    Geschafft: Die Karlburger Andreas Köhler (rechts) und Sebastian Fries, der den Treffer erzielt hat, feiern das 1:1. Foto: Yvonne Vogeltanz

    Fußball, Bayernliga Nord

    Wer nach Abpfiff der Bayernliga-Partie zwischen dem TSV Karlburg und dem FC Eintracht Bamberg in die Gesichter der mitwirkenden Fußballer blickte, dem wurde schnell klar, wer mit dem Endergebnis von 1:1 (0:1) besser leben konnte. Während die Gäste aus Oberfranken in angespannter Gesprächsatmosphäre die vorangegangen 90 Minuten nachbereiteten, waren die Mienen auf Seiten der Hausherren ziemlich entspannt. Denn die Gastgeber hatten sich gegen einen spielerisch überlegenen Kontrahenten einen Punkt erkämpft, der sie im Ringen um den Klassenerhalt ein kleines Stück voranbrachte.

    "Wir haben enormen Aufwand betrieben und das Glück erzwungen", bemerkte der diesmal als Sturmspitze aufgebotene Sebastian Fries. Und das Wort "Glück" war auch irgendwie passend für die Art und Weise, wie der 26-jährige Ex-Profi in der 77. Minute das 1:1-Ausgleichstor zum Endstand erzielte. Nach einem Bamberger Abwehrpatzer stand Fries plötzlich frei vor Moritz Nikolaus, doch der 18-jährige Bamberger Torwart hielt. Der Abpraller kam dann erneut zu Fries, der das Spielgerät schließlich im zweiten Versuch irgendwie über die Linie bugsierte. "Endlich sind wir einmal belohnt worden", betonte Fries, der über die gesamte Distanz des Spiels emsig dem Ball hintergelaufen war und das Bamberger Aufbauspiel störte.

    Die Gastgeber versuchten, den Mitaufsteiger zu beschäftigen, indem sie die technisch versierten Oberfranken früh anliefen. Das klappte phasenweise nicht einmal schlecht, gleichwohl schaffte es Bamberg immer wieder, sich klare Chancen zu erspielen. Und auch zum Torerfolg zu kommen, und zwar in der 33. Minute. Nach einer zu kurz geratenen Kopfballabwehr war Gabriel Jessen mit einem trockenen Schuss zum 0:1 zur Stelle.

    Starker Marvin Fischer-Vallecilla

    Dass es nicht noch dicker kam für die Hausherren, lag nicht zuletzt daran, dass Keeper Marvin Fischer-Vallecilla einen exzellenten Tag erwischt hatte. Ein halbes Dutzend schwerer Bälle wehrte der 20-jährige TSV-Schlussmann ab, darunter drei Eins-gegen-eins-Situationen. Für die Leistung seines Schlussmanns hatte Karlburgs Trainer Markus Köhler nur das Wort "Wahnsinn" bereit.

    So stand es nach einer Stunde immer "nur" 0:1, doch die Bamberger Offensivaktionen ließen im letzten Spieldrittel an Konsequenz nach. "Wir hatten auf jeden Fall den größeren Willen, wahrscheinlich auch die bessere Physis", fasste Sebastian Fries zusammen. Allerdings fehlte es den Karlburger Offensivaktionen oft an der letzten Präzision, so dass sie sich kaum einmal durchkombinierten und es für den Ausgleichstreffer auch die besagte Portion Glück brauchte.

    Nach dem Abpfiff

    Mit dem Punktgewinn vergrößerten die Karlburger ihren Vorsprung auf Schlusslicht FC Viktoria Kahl, das in Abtswind mit 2:3 verlor und auf dem einzigen Direktabstiegsplatz der Bayernliga rangiert, auf fünf Punkte. Zur Pause hatten die Kahler noch mit 1:0 geführt, während die Karlburger mit 0:1 im Hintertreffen lagen. Zu diesem Zeitpunkt betrug der Vorsprung von Köhlers Team nur noch einen Punkt.

    "Ich habe mich zur Pause nicht über das Ergebnis in Abtswind informiert, weil ich mich auf unser Spiel konzentrieren wollte. Aber als ich aus der Kabine kam und die Gesichter einiger unserer Zuschauer gesehen habe, war mir klar, dass es nicht gut für uns aussah", berichtet der Coach. Doch der Ausgleichstreffer seiner Mannschaft und die Wende im Spiel in Abtswind sorgten noch dafür, dass auf Karlburger Seite die Mienen nach dem Schlusspfiff wieder viel entspannter wirkten, weil für das TSV-Team der Relegationsplatz, auf dem der Aufsteiger derzeit rangiert, wieder ein kleines Stück sicherer geworden ist.

    Die Statistik des Spiels
    Fußball: Bayernliga Nord
    TSV Karlburg – FC Eintracht Bamberg 1:1 (0:1)
    Karlburg: Fischer-Vallecilla – Kübert, Schramm, Burghard – Rösch, Fenske – Machau (60. A. Köhler), Römlein, Bachmann (80. Kübert) – Fries.
    Bamberg: Nikolaus – Saprykin (80. Elshani), Müller, Nögel, Linz – Renner, Jessen, Reischmann – Heinz (69. Schmittschmitt) – N. Görtler, P. Görtler (80. Kollmer).
    Schiedsrichter: Andreas Dinger (Bischofsgrün). Zuschauer: 270. Tore: 0:1 Gabriel Jessen (33.), 1:1 Sebastian Fries (77.).

    Die Halbzeitanalyse

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