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    Podestplatz für Maximilian Brandl

    Staubig und trocken war es beim Weltcup im französischen Les Gets. Maximilian Brandl wird an der Spitze des Fahrerfelds mit Getränken versorgt. Foto: Armin M. Küstenbrück

    Strahlende und enttäuschte Gesichter sah man bei den Mountainbikern vom RV Viktoria Wombach nach dem Weltcup im französischen Les Gets. Felicitas Geiger (Team Superior) erzielte als Zwölfte im U-23-Rennen das beste Weltcup-Resultat ihrer Karriere. Maximilian Brandl (Team Lexware) fuhr mit Rang zwei ebenfalls bei der U 23 auf das Siegerpodium und lieferte damit als erster Deutscher die A-Norm für die Olympischen Spiele 2020 in Tokio. Alex Bregenzer konnte mit seinem 75. Platz dagegen nicht zufrieden sein.

    Mit dem sicheren Gefühl, das ihm der fünfte Platz beim Weltcup in Andorra in der Vorwoche gegeben hatte, hatte Maximilian Brandl schon vor dem Rennen angekündigt, dass er im Skiort Les Gets südlich des Genfer See offensiver agieren wolle. So zeigte er sich von Beginn an in der Spitzengruppe, ging die Attacken und Tempoverschärfungen aber zunächst bewusst nicht mit.

    Technisch einfacher Kurs

    Der technisch relativ einfache Kurs ließ es nicht zu, dass der starke Abfahrer Brandl bergab die Lücke schließen konnte, doch er gab ihm die Möglichkeit, eine andere Stärke auszuspielen: "Ich habe gemerkt, dass ich auf den längeren Flachpassagen immer wieder ran komme." So hielt er sich mit zehn bis 15 Sekunden Abstand zur dreiköpfigen Spitzengruppe lange Zeit auf Platz vier.

    In der vierten von sieben Runden forcierte der deutsche Cross-Country-Meister das Tempo, schüttelte die anderen Fahrer der Verfolgergruppe ab und stellte den Anschluss an die Spitze in dem Moment her, als der Rumäne Vlad Dascalu, der die beiden letzten Weltcups gewonnen hatte, mit Reifendefekt in der Technikzone anhalten musste. Jetzt war Brandl mit dem Schweizer Filippo Colombo und dem Kanadier Sean Fincham an der Spitze unterwegs und testete seine Konkurrenten immer wieder. "Ich habe um Kurven herum in den Gegenwind hinein ein paar Mal attackiert."

    Vlad Dascalu nicht zu stoppen

    In der vorletzten Runde führte das schließlich zum Erfolg, der Sendelbacher ging mit zehn Sekunden Vorsprung in die Schlussrunde. Doch auf dem Weg zum Sieg machte ihm der Überflieger der Saison, der Rumäne Dascalu, noch einen Strich durch die Rechnung. Dascalu hatte die 30 Sekunden, die er bei seinem Defekt verloren hatte, wieder aufgeholt und kam von hinten mit einem Tempo angerauscht, dem Maximilian Brandl nicht folgen konnte.

    So wurde es schließlich Platz zwei mit 22 Sekunden Rückstand auf den Sieger für Maximilian Brandl: "Klar, ich hätte den Vorsprung gerne zum Sieg vollendet. Aber Vlad ist dieses Jahr unglaublich stark, da konnte ich nicht dagegen halten. Aber ich bin mega happy mit Platz zwei und mit nichts in diesem Rennen unzufrieden."

    Weltcup-Podium für Maximilian Brandl (links) vom RV Viktoria Wombach: Platz zwei hinter dem Rumänen Vlad Dascalu (Mitte) vor dem Kanadier Sean Fincham. Foto: Armin M. Küstenbrück

    Die Tatsache, dass Platz zwei auch die Normerfüllung für die Olympischen Spiele bedeuten, verbessert die Chancen für Maximilian Brandl um einen olympischen Startplatz, ist aber keine Garantie. Neben Maximilian Brandl haben mit Manuel Fumic und Georg Egger inzwischen zwei weitere Deutsche mit zwei B-Normen die nationalen Kriterien um den Startplatz erfüllt, so dass im nächsten Jahr der Bundestrainer entscheiden muss.

    Im Rennen der U-23-Frauen hieß die Siegerin wie schon vor einer Woche in Andorra Ronja Eibl. Erfreulich aus deutscher Sicht war, dass sich dahinter mit Nina Benz als Zehnte und Felicitas Geiger als Zwölfte zwei weitere Fahrerinnen gut in Szene setzen konnten. Felicitas Geiger, die in Würzburg Medizin studiert und für den RV Viktoria Wombach startet, war zu Beginn an Position 20 zu sehen und kam dann immer besser ins Rennen.

    Felicitas Geiger hofft auf WM-Teilnahme

    "Der Start ging nicht so gut. Deshalb musste ich am Anfang investieren, und es hat eine Weile gedauert, bis ich das weggesteckt habe. Ab Runde vier ging es dann noch ordentlich nach vorne", so Geiger. Der zwölfte Platz bedeutet für Felicitas Geiger das beste Weltcup-Resultat ihrer Karriere und lässt sie auf eine Nominierung für die Weltmeisterschaft hoffen, die am letzten Augustwochenende in Kanada stattfindet.

    So jubelte Maximilian Brandl nach dem Gewinn der deutschen Meisterschaft im Juni im heimischen Wombach

    Bearbeitet von Pressemitteilung

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