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    Ein Riese für die Rebounds

    Das neue Gesicht unter den Marktheidenfelder Körben: Burkhard Steinbach. Foto: FOTO FABIAN FRÜHWIRTH

    Mit dem 2,12 m großen Center verfügt der TV über den "Big Man", um in der dritthöchsten Liga auch unter dem Korb bestehen zu können. Der 36-Jährige ging zuletzt für den USC Mainfranken Basket in der 2. Bundesliga Süd auf Korbjagd. Nach des Abstieg wurde die Lizenz bekanntlich an den TV Marktheidenfeld übertragen, der auf diese Weise von der 2. in die 1. Regionalliga aufrückte.

    Steinbach ist ein hochkarätiger Führungsspieler und dürfte den Wucherer-Schützlingen vor allem in der Defensive wertvolle Dienste leisten. Beim Rebound und als Wurf-Blocker zählte er zuletzt in der 2. Liga zu den besten Akteuren. "Das gute Verhältnis zu Nico Wucherer und dessen Philosophie, mit jungen Spielern zu arbeiten", nennt Steinbach als Grund für seinen Wechsel nach Marktheidenfeld. Für die meisten seiner zukünftigen Mannschaftskameraden ist er aus gemeinsamen Trainingseinheiten in der vergangenen Saison mit dem Würzburger Zweitligisten kein Unbekannter mehr.

    "Die tolle Entwicklung von Dirk aus nächster Nähe mitzuerleben, ist etwas ganz Besonders gewesen"

    Burkhard Steinbach, langjähriger Weggefährte von Dirk Nowitzki

    Seine Basketball-Karriere begann der nach seinen Wohnort Moos bei Giebelstadt (Landkreis Würzburg) auch respektvoll "Koloss von Moos" genannte Hüne relativ spät 1988 beim Oberligisten DJK Schweinfurt, ehe er 1990 zum mittelfränkischen Regionalligisten TSV Ansbach wechselte. 1992 erfolgte der Wechsel zum Zweitligisten DJK Würzburg, mit dem er 1998 den Aufstieg in die 1. Bundesliga schaffte.

    Diese legendäre Aufstiegs-Saison an der Seite des späteren NBA-Stars Dirk Nowitzki (Dallas) und der heutigen Nationalspieler Robert Garrett (Bamberg) und Demond Greene (Berlin) war für Steinbach "das Highlight in meiner Karriere". Nach fünf Jahren in der höchsten Spielklasse verließ er die Würzburger X-Rays und ging noch für die Zweitligisten TSV Breitengüßbach, TSV Nördlingen und USC Mainfranken Basket auf Körbejagd.

    Seine große Erfahrung will er jetzt beim TV Marktheidenfeld einbringen und mithelfen, den Klassenerhalt in der ersten Regionalliga zu schaffen. "Über die Stärke der zukünftigen Gegner weiß ich zwar nichts, aber wenn wir ordentlich trainieren, müsste ein Platz im Mittelfeld herausspringen", äußert sich Steinbach zuversichtlich. Dass es sich lohnt, junge talentierte Spieler zu fördern, hat er am Beispiel der "Goldenen Würzburger Generation" erfahren, von der Nowitzki, Greene und Garrett den Durchbruch geschafft haben und zurzeit bei der Weltmeisterschaft in Japan dabei sind.

    "Vor allem die tolle Entwicklung von Dirk aus nächster Nähe mitzuerleben, ist für mich persönlich etwas ganz Besonderes gewesen", schwärmt Burkhard Steinbach heute noch von den alten Zeiten. Dass er seinen Kumpel bisher nur einmal in den USA besucht hat, hängt vor allem mit seinem Pflichtbewusstsein zusammen. Für Steinbach ist es eine Selbstverständlichkeit, dass er seinem Team jederzeit zur Verfügung steht. Sonderurlaub für private Zwecke ist da nicht vorgesehen.

    Und so kommt es - und es ist wirklich kaum zu glauben -, dass er in seiner langen Karriere (zirka 700 Spiele) erst ein einziges (!) Pflichtspiel versäumt hat, wegen Krankheit im Februar dieses Jahres in Chemnitz: "Da ging es mir richtig schlecht und ich habe lange überlegt. Meine Frau hätte mich aber für verrückt erklärt, wenn ich mitgefahren wäre". Diese absolute Zuverlässigkeit sagt viel über den Charakter des sympathischen Sportlers. Die Marktheidenfelder Basketballer und ihre seine Fans dürfen sich über eine Spielerpersönlichkeit freuen, die das Niveau des TV unter dem Korb auf einen neuen Level heben wird.

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