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    FUSSBALL: BAYERNLIGA

    Sieben Erkenntnisse aus Karlburgs Hinrunde

    Nach 16 Saisonspielen steht der Aufsteiger auf dem vorletzten Bayernliga-Platz. Welche positiven Aspekte es gibt und was sich in der zweiten Saisonhälfte bessern muss.
    Er blickt mit Realismus auf die Vorrunde seiner Mannschaft zurück: Karlburgs Trainer Markus Köhler
    Er blickt mit Realismus auf die Vorrunde seiner Mannschaft zurück: Karlburgs Trainer Markus Köhler Foto: Yvonne Vogeltanz

    Nach 16 Partien in der Hinrunde der Fußball-Bayernliga Nord startet Aufsteiger TSV Karlburg (16./10) an diesem Samstag mit einem Heimspiel gegen den FC Eintracht Bamberg (6./25) in die zweite Halbserie (Anpfiff 16 Uhr). Derzeit steht das TSV-Team mit vier Punkten Vorsprung auf Schlusslicht FC Viktoria Kahl auf einem Relegationsplatz. Zeit für eine Bestandsaufnahme.

    Die sportliche Aufgabe ist enorm schwer.

    Dass der Sprung für Aufsteiger Karlburg von der Landes- in die Bayernliga ein riesiger sein würde, war den Beteiligten von vornherein klar gewesen. "Es ist eine komplett andere Situation als letzte Saison. Da hatten wir viele positive Erlebnisse, jetzt müssen wir oft eine Menge wegstecken", sagt Trainer Markus Köhler nach einer Hinrunde mit drei Siegen, einem Unentschieden und zwölf Niederlagen, in der sein Team auswärts noch gar nicht gepunktet hat. Der 32-Jährige setzt gerade in schwierigen Situationen – sprich nach Niederlagen – auf Kommunikation, versammelt seine Spieler anschließend um sich, versucht, die Partien in sachlicher Weise aufzuarbeiten.

    Die fußballerische Qualität reicht oft nicht.

    Mit Sebastian Fries, Josef Burghard, Pascal Jeni oder Lukas Imgrund kamen vor der Saison Akteure mit höherklassiger Erfahrung. Doch das Gerüst des Teams bilden immer noch die Fußballer der Vorsaison, die oft aus unteren Klassen kamen und in der Bayernliga zunächst viel Lehrgeld zahlten. Das macht sich gerade in Auswärtsspielen bemerkbar. Auf fremden Plätzen hat das Team alle acht Spiele verloren. "Wir müssen jedes Mal ans Maximum gehen, wenn wir eine Chance haben wollen", sagt Trainer Köhler, dessen Team auswärts ein Torverhältnis von 6:33 aufweist. Bei Heimspielen gelang das mit dem An-die Grenze-Gehen meist besser: drei Siege und ein Unentschieden gab es da, ein Titelanwärter wie der SC Eltersdorf stand beim 1:2 ganz nah an einem Punktverlust

    In der Beurteilung der Situation herrscht Realismus.

    Bereits vor der Runde hatte Markus Köhler im Gespräch mit dieser Redaktion mit Blick auf anstehende Aufgaben gesagt: "Da spielt die Psyche eine große Rolle. Wichtig ist, dass du als Mannschaft positiv bleibst, auch wenn du mal klar verloren hast." Ihm war klar gewesen, dass sein Team und er Rückschläge würden verdauen müssen. Illusionen über die eigene Leistungsstärke herrschten offenbar nicht. "Wir wussten, was da auf uns zukommt. Deshalb haben wir auch viel vorgearbeitet und immer wieder mit den Spielern gesprochen", berichtet Sportleiter Michael Gehret und ergänzt: "Mit der sportlichen Entwicklung sind wir sehr zufrieden. Wir freuen ins immer noch auf jedes Bayernligaspiel."

    Der Teamgeist ist intakt.

    Trotz einer zwischenzeitlichen Serie von acht sieglosen Partien von Anfang August bis Anfang Oktober waren Auflösungserscheinungen nicht zu registrieren. Nicht nur Köhlers Kreise, die er nach Spielen mit seinen Fußballern bildet, lassen darauf schließen. Auch der Umgang der TSV-Kicker untereinander lässt den Schluss zu, dass der Teamgeist intakt ist. Eine wichtige Rolle dabei spielt Sebastian Fries. "Er baut andere auch wieder auf, auch wenn die zuvor dreimal frei am Tor vorbei geschossen haben", beschreibt Markus Köhler das Verhalten des Ex-Profis, der sein spielender Co-Trainer ist. Ferner sagt der Coach über Fries: "Er ist immer positiv und enorm wichtig für uns."

    Im Umfeld herrscht Ruhe.

    Auch Unmutsbekundungen aus dem eigenen Umfeld können für eine Mannschaft Probleme verursachen. Die waren bei Karlburger Heimspielen allerdings bisher nicht feststellbar. Offenbar verzeiht das Gros der TSV-Anhänger – 426 waren es im Schnitt bei den Hinrunden-Heimspielen – seinem Team auch Fehler und unterstützt die Kicker des Aufsteigers.

    Es gibt Steigerungsmöglichkeiten.

    "Wenn wir in jedem Spiel chancenlos wären wie beim 1:7 in Vilzing, dann müsste man das akzeptieren", sagt Markus Köhler. Doch in vielen Partien hätten kurze Schwächeperioden seiner Mannschaft zu Niederlagen geführt. Als Beispiel führt er die jüngste 0:1-Heimniederlage gegen die DJK Ammerthal an, als seine Mannschaft in einer verschlafenen Anfangsphase ein Tor kassierte.  "Anschließend spielt Ammerthal 50 oder 60 Minuten nicht gut, übersteht das aber", so Köhler, der weiter auf einen Lerneffekt bei seinen Spielern hofft, welcher zu mehr Punkten in der Rückrunde führen soll. "Die Spieler sehen Woche für Woche, dass sie mithalten können. Wir wussten auch, dass es Spiele wie das 1:7 in Vilzing geben kann. Aber so etwas ist zum Glück selten passiert", betont Michael Gehret. 

    Der Klassenerhalt ist realisierbar.

    In der Bayernliga Nord gibt es nur einen Direktabsteiger. Das wäre im Augenblick der Tabellenletzte FC Viktoria Kahl, auf den Karlburg vier Punkte Vorsprung hat. Hält das TSV-Team den vorletzten Rang, könnte es sich zum einen durch zwei erfolgreiche Relegationsspiele im Frühsommer – wahrscheinlich gegen einen Landesliga-Zweiten – retten. Voraussetzung dafür wäre, dass Köhlers Mannschaft ihren Vorsprung auf Kahl wahrt, wo sie am 16. November zu Gast ist. Zum anderen, dass sich in den verbleibenden Bayernliga-Spielen Lerneffekte einstellen, von denen das Team in der Relegation profitiert. Sportleiter Gehret ist jedenfalls davon überzeugt, dass er seinen Laden zusammenhalten kann in dieser sportlich schwierigen Situation. Egal nun, ob der TSV Karlburg in der kommenden Saison in der Bayern- oder in der Landesliga spielt.

    Zum Spiel am Samstag
    Fußball: Bayernliga Nord
    TSV Karlburg – FC Eintracht Bamberg (Samstag, 16 Uhr)
    Eines ist klar: Auf die Abwehr der Karlburger (16./10) dürfte eine Menge Arbeit zukommen. Denn der FC Eintracht Bamberg (6./25), bei dem der TSV zum Saisonauftakt mit 0:2 und im August mit 2:3 zu Hause bei einem Totopokalspiel verlor, besitzt enormes Offensivpotenzial und in Patrick Görtler (bisher 13 Treffer) den zweitbesten Torschützen der Klasse. "Die Bamberger spielen richtig gut Fußball", sagt Karlburgs Trainer Markus Köhler. Da trifft es sich gut, dass mit dem zuletzt angeschlagenen Maurice Kübert eine Stammkraft in der Verteidigung zurück im Training ist. Dagegen fehlen weiter Lukas Imgrund, Paul Karle und Luca Pfister.

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