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    FUSSBALL: HALLE

    Gerät der Hallenfußball ins Abseits?

    Fußball in der Halle – ein Auslaufmodell? Foto: Christian Schwab

    Nur noch fünf Termine umfasst die offizielle Verbandshallenrunde im Fußballkreis Würzburg in diesem Jahr. Nach vier Vorturnieren folgt bereits die Kreismeisterschaft am 12. Januar in Ochsenfurt. „Bei den Teilnehmerzahlen ist ein deutlicher Rückgang zu spüren. Die Spieler wollen im Winter scheinbar ihre Ruhe“, erklärt sich Würzburgs Kreisspielleiter Marco Göbet die geringere Bereitschaft. In diesem Jahr meldeten sich nur noch 44 Teams an.

    Fallende Tendenz

    Dadurch verringerte sich auch die Anzahl der Vorturniere auf nur noch vier. Im vergangenen Jahr waren es fünf, ein Jahr davor sechs, einst sogar acht – Tendenz fallend. Während in den Kreisen Würzburg und Schweinfurt aber noch eine Qualifikation stattfindet, nehmen die in Aschaffenburg und in der Rhön angemeldeten Mannschaften direkt an der Kreismeisterschaft teil. „Die beiden großen unterfränkischen Kreise bekommen wenigstens noch eine vernünftige Hallenrunde zustande“, meint Göbet. Für die geringeren Meldezahlen sei es unerheblich, ob klassischer Hallenfußball oder Futsal gespielt werde. Als Beispiel nennt Göbet das Rimparer Silvesterturnier, das in diesem Jahr mit nur noch sechs statt der üblichen acht Mannschaften stattfindet.

    Eine von zwei Mannschaften, die bei diesem Turnier im letzten Jahr vertreten war, aber diesmal nicht mehr teilnimmt, ist die SG Buchbrunn-Mainstockheim. „Wir haben die Jungs mit ins Boot genommen und sie gefragt, wer von ihnen in der Halle spielen möchte. Darauf haben wir zu wenige positive Antworten bekommen und im Verein entschieden, dass wir uns nicht anmelden“, sagt Trainer Thorsten Selzam. Er selbst habe „als aktiver Spieler die Halle geliebt. Wir konnten gar nicht genug Turniere spielen, teilweise waren es zwei am Wochenende“. Allerdings sei für ihn die Rundumbande ein wesentlicher Bestandteil des Budenzaubers gewesen. Das anspruchsvollere Futsal sei für technisch weniger beschlagene Spieler nicht mehr so reizvoll: „Es macht einfach wenig Spaß, wenn du fast einen ganzen Tag lang in der Halle verbringst und am Ende als Vorletzter oder Letzter nach Hause fährst.“

     

     

    Jedoch wirkt sich auch die generelle Entwicklung im Amateurfußball – weniger Mannschaften, kleinere Kader – auf die Hallenrunde aus. „Wir haben alle Anfragen abgelehnt, weil unser Kader nicht groß genug ist. Eine Teilnahme in der Halle wäre mir zu heikel gewesen“, sagt Tobias Jäger vom TSV Kleinrinderfeld, weshalb der Landesligist die Halle in diesem Jahr „komplett ausgeblendet“ habe. „Das ist keine generelle Ablehnung, sondern ergibt sich aus unserer eigenen Situation“, erklärt Kleinrinderfelds Trainer.

    Aus dem Terminkalender ganz gestrichen wurde das traditionelle Männer-Turnier des SV Altfeld in Marktheidenfeld. Das war stets der Höhepunkt und Abschluss einer mehrtägigen Veranstaltung mit Turnieren von den Kleinsten bis zu den Alten Herren. „Wir haben vom Verband die Meldung gekriegt, dass nicht genügend Mannschaften gemeldet haben und die Veranstaltung nicht stattfinden kann“, sagt SVA-Sportleiter Helmut Freudenberger über das abgesagte Aktiventurnier und findet die Entwicklung „bedauerlich“. Der Hauptgrund ist für ihn klar: „Es will keiner Futsal spielen.“ So findet die SVA-Turnierserie zu Beginn des Jahres 2019 ohne seinen traditionellen Höhepunkt statt. Stattdessen spielen Nachwuchs und Alte Herren – mit Bande und, wie im traditionellen Hallenfußball üblich, mit größeren Toren.

    Große Lust auf die Halle verspürt dagegen der TSV Rottendorf. Der Bezirksmeister des Vorjahres, der sogar im landesweiten Vergleich bis ins Finale vordrang, richtet nicht nur ein Vorturnier aus, sondern nimmt auch selbst daran teil. „Nachdem wir automatisch dabei sind, wollten wir bei einem so wichtigen Turnier wie der Bezirksmeisterschaft aber nicht ins kalte Wasser springen, sondern uns auf Wettbewerbsniveau einspielen“, erklärt U19-Trainer Jens Eiring. Er sei „nach wie vor ein absoluter Futsal-Fan“. Dass die Begeisterung gerade bei fehlendem Erfolg ausbleibe, könne er aber nachvollziehen. Ebenso spiele die Angst vor Verletzungen wohl eine Rolle.

    Göbet sieht sich die Vereine beim Thema Hallenfußball in Befürworter und Gegner aufteilen, freut sich aber über die treuen Teilnehmer: „Wer in der Halle spielt, der hat meist richtig Bock darauf.“

    Termine

    Qualifikationsturniere

    Mainlandhalle Höchberg

    Samstag, 15. Dezember

    Teilnehmer: TG Höchberg, SV Kist, SV Birkenfeld, FV Holzkirchen/Remlingen, ETSV Würzburg, TSV Retzbach, TSV Uettingen, TSV Rottenbauer, FV Karlstadt, TV Marktheidenfeld

    Willi-Sauer-Halle Bergtheim

    Samstag, 29. Dezember

    Teilnehmer: SV Bergtheim, TSV Erlabrunn, SV Maidbronn/Gramschatz, SV Oberdürrbach, SV Waldbrunn, VfR Burggrumbach/Erbshausen-Sulzwiesen, SC Lindleinsmühle, Soccer Club Würzburg, TSV Güntersleben, TSV Lengfeld, Würzburger FV, FC Würzburger Kickers.

    Dreifachturnhalle Ochsenfurt

    Sonntag, 30. Dezember

    Teilnehmer: SV Kleinochsenfurt, DJK Riedenheim, FC Hopferstadt, FC Leinach, SpVgg Gülchsheim, SC Schwarzach, TSV Frickenhausen, TSV Goßmannsdorf, FC Eibelstadt, TSV Sulzfeld.

    Erasmus-Neustetter-Halle Rottendorf

    Sonntag, 6. Januar

    Teilnehmer: TSV Rottendorf, SV Veitshöchheim, TSV Gerbrunn, ASV Rimpar, SSV Kitzingen, FVgg Bayern Kitzingen, SG Randersacker, SV Hoheim, TSV Mainbernheim, TSV Biebelried, SV Bütthard, DJK Würzburg.

    Samstag, 12. Januar 2019: Würzburger Hallenkreismeisterschaft in Ochsenfurt.

    Samstag, 19. Januar 2019: Unterfränkische Hallenbezirksmeisterschaft in Haßfurt.

     

     

    So ist´s richtig: Trainer des Fußball-Bezirksligisten TSV Rottendorf ist Martin Lang, nicht wie in einer früheren Version dieses Textes zu entnehmen Jens Ering. Dieser coacht beim TSV Rottendorf die U19.

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