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    FUSSBALL: BAYERNLIGA

    Karlburg besiegt sich selbst

    Kann doch nicht sein: Die Gesten der Karlburger Verteidiger Marco Schiebel (Mitte) und Marvin Schramm (hinten links) stehen sinnbildlich für das Spiel gegen Ansbach. Foto: Yvonne Vogeltanz

    "Ja, ja, ja", schrie Ansbachs Trainer Christoph Hasselmeier nach dem Abpfiff seine Erleichterung auf den Karlburger Rasen. Hinter ihm lag eine nervenaufreibende Partie, in welcher der verletzte Ansbacher Spielertrainer von der Seitenlinie aus zuschauen musste, wie seine Jungs es schafften, ihren knappen 3:2-Vorsprung im Fußball-Bayernliga-Spiel beim TSV Karlburg ins Ziel zu bringen.

    Gegentor und Platzverweis

    "Knackpunkt der Partie war das 3:2", gab der 28-Jährige angesichts des Elfmetertreffers seiner Mannschaft und des damit einhergehenden Platzverweises für Karlburg offen zu. Es lief gerade die 61. Spielminute, als Karlburgs Josef Burghard einen verunglückten Rückpass zu seinem Keeper Marvin Fischer-Vallecilla unterlief. Ansbachs Sven Landshuter zeigte sich hellwach und lief alleine auf den TSV-Torwart zu. Burghard wusste sich nicht anders zu helfen, als den Ansbacher von den Beinen zu holen, woraufhin der Unparteiische Christopher Knauer auf Strafstoß und Platzverweis für Burghard entschied. Patrick Kroiß verwandelte sicher zum 2:3 und verpasste den Platzherren, die zu diesem Zeitpunkt gerade einen 0:2-Rückstand aufgeholt hatten und am Drücker waren, einen herben Rückschlag.

    Bereits mit 2:0 lag der Gast aus Ansbach zur Halbzeit vorne, wobei die klaren Chancen zunächst bei den Hausherren waren. Bereits vom Anstoß weg setzte sich David Machau auf der rechten Seite durch und zog aus spitzem Winkel ab. Ansbachs Keeper Sebastian Heid konnte das Leder aber unter sich begraben. Nach einer Viertelstunde war es wiederum der Ansbacher Schlussmann, der einen strammen Schuss von Pascal Jeni, nach Vorarbeit von David Machau, auf der Linie glänzend parierte. Vier Minuten später kam David Machau nach einer Flanke von Andreas Rösch völlig freistehend zum Kopfball, vergab aber aus kurzer Distanz kläglich.

    Kalte Dusche vor der Pause

    Die Gäste ließen zwar von Beginn an immer wieder ihr technisches Geschick aufblitzen, doch hielten die Gastgeber gut dagegen und sorgten für relativ gleichmäßige Verhältnisse. Einziger Unterschied war im ersten Durchgang die Effektivität. Denn während die Jungs von TSV-Coach Markus Köhler ihre Chancen vergaben, agierte Ansbach effektiv. Nach einem mustergültigen Angriff von Lukas Schmidt über die linke Seite flankte dieser zu Stefan Hammeter, der das Leder gekonnt ins Karlburger Tor köpfte. Zu einem für die Einheimischen denkbar ungünstigen Zeitpunkt, nämlich eine Minute vor dem Pausenpfiff, erhöhte Sven Landshuter auf 0:2.

    Aktiv, aber glücklos: Karlburgs David Machau im Zweikampf mit dem Ansbacher Lukas Karakas (links). Foto: Yvonne Vogeltanz

    Doch der TSV zeigte nach dem Seitenwechsel eine beeindruckende Reaktion: Bedingt auch durch die Einwechslung von Sebastian Fries, der auf der linken Außenbahn mächtig für Betrieb sorgte, schaffte Karlburg binnen kurzer Zeit den Ausgleich. Nach einer Flanke des ehemaligen WFV-Spielers lenkte Sven Landshuter, irritiert durch Karlburgs Marvin Schramm, den Ball aus kurzer Distanz ins eigene Tor. Nur fünf Minuten später war es Joker Fries selbst, der aus zehn Metern abzog und das 2:2 markierte.

    Wenig später dann aber mit dem 2:3 die Ernüchterung für Karlburg. Trotz Unterzahl versuchten die Einheimischen bis zum Schluss, zumindest einen Punkt zu retten, mit Ausnahme von zahlreichen Freistößen sprang jedoch nichts Zählbares heraus. "Ein Riesenkompliment an die Mannschaft. Es war super, wie sie nach der Halbzeit zurückgekommen ist", lobte TSV-Trainer Markus Köhler, der die Elfmeter-Situation nicht beurteilen wollte, seine Jungs. Nach acht Spielen ohne Sieg wäre ein Dreier gegen einen über weite Strecken gleichwertigen Gegner durchaus drin gewesen. So sitzt der TSV weiter im Tabellenkeller fest.  

    Fußball, Bayernliga Nord
    TSV Karlburg – SpVgg Ansbach 2:3 (0:2)
    Karlburg: Fischer-Vallecilla – Kübert, Schramm, Schiebel, Wabnitz – Rösch (74. Stumpf), Burghard – Machau, Römlein Bachmann (46. Fries) – Jeni (62. Fenske).
    Ansbach: Heid – Belzner, Karakas (75. Meyer), Bayerlein, Dietrich, Schmidt, Seefried, Kroiß, Silaklang, Hammeter (71. Sperr), Landshuter (62. Manz).
    Schiedsrichter: Knauer (Lichtenfels). Zuschauer: 350. Tore: 0:1 Stefan Hammeter (38.), 0:2, 1:2 Sven Landshuter (44., 50. Eigentor), 2:2 Sebastian Fries (55.), 2:3 Patrick Kroiß (62., Foulelfmeter). Rot: Josef Burghard (61., Karlburg, Notbremse).

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