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    FUSSBALL: LANDESLIGA

    Keine Party-Vorbereitungen in Karlburg

    Jubeln durften sie in Karlburg in dieser Saison schon oft, so wie hier am 30. März 2019 nach dem 1:0-Führungstreffer von Maurice Kübert (Dritter von rechts) gegen den ASV Rimpar. Weiter im Bild: (von links) Marco Schiebel, David Machau, (von rechts) Jan Wabnitz und Steffen Bachmann. Foto: Yvonne Vogeltanz

    Am Samstag könnte kurz vor sechs Uhr abends auf dem Karlburger Sportgelände die große Party steigen. Dann nämlich, wenn es gastgebende TSV tatsächlich geschafft haben sollte, die Meisterschaft in der Fußball-Landesliga zu feiern und damit in die Bayernliga aufzusteigen. Ein Sieg am vorletzten Spieltag über den SV Euerbach-Kützberg – und Karlburg wäre Überraschungsmeister. Doch selbst ein Unentschieden oder gar eine Niederlage könnten reichen, wenn die Teams aus Haibach und Kahl, die Karlburg noch überflügeln könnten, in ihren schweren Auswärtsspielen in Höchberg und Schwebenried genügend Punkte lassen.

    Konzentrations aufs Spiel

    "Wir haben nichts vorbereitet", sagt Karlburgs Sportleiter Marco Rickert, wenn er auf eine mögliche Feier angesprochen wird. Das entspricht auch dem Wunsch von Trainer Patrick Sträßer, der die volle Konzentration seiner Fußballer auf das Spiel lenken will und  mit großer Hartnäckigkeit seit Wochen das Wort "Meisterschaft" meidet. Doch Rickert ist sich sicher, dass – sollte es mit dem Titelgewinn klappen – seine Spieler genug Eigeninitiative zeigen werden, um eine spontane Fete aus dem Boden zu stampfen. Nach Siegen in den vorangegangen Wochen jedenfalls herrschte stets große Ausgelassenheit auf Seiten des TSV-Teams.

    Wießmann und Füller gehen

    Fest geplant ist indes die Verabschiedung zweier scheidender Spieler vor der Partie: Tobias Wießmann (künftig Spielertrainer beim SV Altfeld) und Markus Füller werden kommende Saison nicht mehr das Karlburger Trikot tragen. Auch das Trainerduo mit Patrick Sträßer und seinem Assistenten Daniel Diroll steht vor seinem letzten Heimspiel.

    Eine Meisterschaft wäre die Krönung eines irren Jahrs beim TSV Karlburg, der sich im Frühsommer 2018 erst nach vier aufreibenden Relegationsspielen vor dem Abstieg in die Bezirksliga rettete. Nach extrem kurzer Vorbereitung startete das Team, dessen Kader durch eine Reihe von Zugängen aus unteren Klassen vergrößert worden war, in die neue Runde. Die lief überraschend gut. Im ganzen zweiten Halbjahr 2018 verlor Karlburg kein Auswärtsspiel und übernahm im Oktober sogar die Tabellenführung. Diesen ersten Platz hält Sträßers Team bis heute.

    Karlburger Jubel nach dem 4:3-Sieg in Höchberg am 9. März 2019

    Zwar spielt Karlburg seine Gegner für gewöhnlich nicht in Grund und Boden, doch das Team wirkt gefestigt und tritt mit dem Selbstvertrauen eines Spitzenreiters auf. So wie am 9. März 2019 in Höchberg, als der Tabellenführer nach 86 Minuten noch 1:3 in Rückstand lag, am Ende jedoch mit 4:3 gewann.

    "Wir wollen das mit Spielern aus der Umgebung machen."
    Karlburgs Sport-Vorstand Michael Gehret zur personellen Ausrichtung

    Anders als der zu Saisonende scheidende Trainer Sträßer müssen sich die Verantwortlichen beim TSV sehr wohl über das Thema "Bayernliga" Gedanken machen. "Prinzipiell werden wir das nicht anders agieren als in den letzten Jahren. Wir wollen das mit Spielern aus der Umgebung machen", erklärt Sport-Vorstand Michael Gehret zu den Personalplanungen.

    Aus der unmittelbaren Umgebung kommt auch der prominenteste Neuzugang: Ex-Profi Sebastian Fries, zuletzt Kapitän beim Bayernligisten Würzburger FV. Der 26-jährige Offensivspieler, der aus dem nahen Wiesenfeld stammt, war einst Profi in der Dritten Liga bei Carl Zeiss Jena, 2014 wechselte er zum damaligen Regionalligisten FC Würzburger Kickers. Dort war Michael Gehret zu dieser Zeit als Fitnesstrainer tätig. "Seitdem kennen wir uns beide und haben Kontakt gehalten", berichtet der Karlburger Sportvorstand über Fries, der als spielender Co-Trainer den neuen Coach Markus Köhler unterstützten soll.

    Kommt Adrian Istrefi?

    Daneben soll es weitere personelle Ergänzungen des Kaders geben. Konkrete Zugänge gibt es zwar noch nicht, ein möglicher Neu-Karlburger könnte aber Adrian Istrefi sein, der nach Stationen beim FC Schweinfurt 05 und den Würzburger Kickers gegenwärtig für den Würzburger FV spielt. Der 26-jährige Offensivspieler hat ebenfalls Wurzeln im Landkreis Main-Spessart, in der Jugend trug er das Trikot des SV Rieneck. "Insgesamt ist es so, dass sich Spieler immer später entscheiden. Das ist etwas, was die Planungen für die Vereine nicht leichter macht", betont Michael Gehret.

    Der 38-Jährige war übrigens Mitglied der Mannschaft, die den bislang größten Erfolg des TSV Karlburg errungen hat. Unter dem damaligen Trainer Harald Funsch wurde das Team im Frühsommer 2006 Meister der Bezirksoberliga und stieg in die damals noch dreigleisige Landesliga auf. Ein Erfolg, den Gehrets Nachfolger auf dem Feld am Samstag jedoch überbieten können.

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