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    FUSSBALL: LANDESLIGA

    Karlburger meiden zwei Worte konsequent

    Warum sich die Spieler des TSV-Teams einen Songtext der "Höhner" nicht zu eigen machen und wie sie die Partie gegen Unterpleichfeld angehen.
    Zurück im Karlburger Aufgebot: Johannes Gold (vorne), links Andreas Grebe vom TSV Kleinrinderfeld
    Zurück im Karlburger Aufgebot: Johannes Gold (vorne), links Andreas Grebe vom TSV Kleinrinderfeld Foto: Yvonne Vogeltanz

    Wer sich am Dienstagabend kurz vor Schluss des Nachholspiels gegen den FC Fuchsstadt auf dem Karlburger Sportplatz umhörte, der vernahm vereinzelte Rufe wie "Bayernliga, wir kommen". Etwa eine Stunde, nachdem der Spitzenreiter der Fußball-Landesliga sein Spiel mit 2:0 gewonnen und sechs Spieltage vor Rundenende seinen Vorsprung auf den Tabellenzweiten ASV Rimpar auf sieben Punkte ausgebaut hatte, hämmerte Musik durchs nahe Sportheim. "Wenn nicht jetzt, wann dann" von der Kölner Band "De Höhner". Ein Lied, das eigentlich der offizielle Song zur Handball-Weltmeisterschaft 2007 gewesen war und in dem Dinge wie Siebenmeter, die dem Fußballer eigentlich fremd sein dürften, vorkommen. Doch die Stimmungsband beschreibt in diesem Lied auch, wie es ist, eine einmalige Chance zu besitzen, etwas Außergewöhnliches zu erreichen.

    Erschöpft und glücklich

    Womit wir wieder in Karlburg (1./49) und beim Fußball wären. Denn die TSV-Kicker stehen zehn Monate, nachdem sie fast in die Bezirksliga abgestiegen waren, vor dem erstmaligen Sprung in die Bayernliga. Und das mit einem Trainer, der Worte wie "Aufstieg" oder "Bayernliga" seit Wochen mit großer Hartnäckigkeit meidet. "Das war wirklich kein Thema", versichert Patrick Sträßer. "Die Mannschaft ist nach dem Abpfiff in der Kabine gesessen. Die Spieler waren erschöpft, aber glücklich. Wir denken weiter von Spiel zu Spiel", so der Coach vor der Heimpartie an diesem Samstag um 16 Uhr gegen den TSV Unterpleichfeld (5./38). Und das Lied der "Höhner" sei auch keineswegs ein Motto für sein Team, sondern "nur eines von vielen Liedern", das nach Spielen eben laufe.

    Auf jeden Fall sind sie in Karlburg mit dieser Herangehensweise, öffentlich nicht über das Thema "Aufstieg" zu reden, bisher gut gefahren. Neun der letzten elf Spiele hat das Team gewonnen, gegen Fuchsstadt verriet die Körpersprache der TSV-Fußballer großes Selbstvertrauen, der Auftritt wirkte konzentriert.  So wie bei Spielern eben, die ein großes Ziel vor Augen haben.

    Außerdem sollen die Jungs locker bleiben
    TSV-Trainer Patrick Sträßer zur entspannten Trainingsheit am Donnerstag

    Der Coach hatte am Donnerstag nur locker trainieren lassen, weil die Mannschaft mit zwei Punktspielen in den vorangegangenen fünf Tagen eine hohe Vorbelastung in den Knochen hatte. "Außerdem sollen die Jungs locker bleiben", betont der Coach.

    Große personelle Änderungen wird es gegen Unterpleichfeld nicht geben. Das liegt auch daran, dass eine Reihe von Spielern, die zuletzt nicht zur Startformation zählten, ausfallen. Etwa die verhinderten Michael Wolff und Tobias Wießmann, dazu sind Thorsten Maier und Dominik Höfling verletzt. Ferner ist der zuletzt in die Anfangsaufstellung gerückte Luca Pfister angeschlagen. Doch Patrick Sträßer räumt ein, dass es derzeit auch wenig Anlass gebe zu wechseln.

    Nicht einmal zehn Monate ist das her: Die Karlburger feierten mit einem 0:0 gegen Gochsheim den Klassenerhalt:

    Neben den Ausfällen gibt es aber auch einen Rückkehrer ins Aufgebot. Johannes Gold, der nach langer Verletzungspause erst kürzlich wieder ins Training eingestiegen ist. Der Routinier hatte seinen letzten Startelf-Einsatz in der ersten Mannschaft am 3. Juni 2018, als die Karlburger durch ein 0:0 gegen den TSV Gochsheim im vierten Relegationsspiel in nur elf Tagen den Landesliga-Abstieg gerade noch abwendeten. Hätte einer nach dieser Partie die Vorhersage gewagt, Karlburg würde nicht einmal zehn Monate später laut an die Tür zur Bayernliga klopfen, der wäre wohl als verrückt abgetan worden. Doch bisweilen passieren im Sport eben verrückte Dinge.

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