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    Maximilian Brandl fährt in den USA aufs Siegerpodest

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    Bergab: Maximilian Brandl in der Rückansicht beim Weltcup in Snowshoe. Foto: Max Fuchs

    Im letzten U-23-Rennen seiner Karriere zeigte Maximilian Brandl vom RV Viktoria Wombach (Lexware Mountainbike Team) noch einmal, dass er weltweit zu den besten Nachwuchs-Mountainbikern zählt. In Snowshoe in West Virginia platzierte er die entscheidende Attacke, mit der das Spitztentrio das Feld abschüttelte. Nur zwölf Sekunden fehlten am Ende zum Sieg, doch Brandl war glücklich über Platz drei, der ihm gleichzeitig den vierten Platz in der U-23-Weltcup-Gesamtwertung sicherte.

    Nach Platz fünf bei der Weltmeisterschaft in Kanada in der Vorwoche war Brandl mit der Mountainbike-Nationalmannschaft mehrere hundert Kilometer nach Süden gereist, um im US-Bundesstaat West Virginia den letzten Weltcup der Saison zu bestreiten. Als „wenig selektiv“ bezeichnete Brandl die Strecke im dortigen Skiressort Snowshoe.

    Es gab weder lange, steile Anstiege, noch längere technische Abfahrten. An den kurzen, steilen Rampen oder verblockten Downhills entstanden nur kleine Lücken im Fahrerfeld. Für die Zuschauer entwickelte sich dadurch ein spannendes Rennen mit geringen Abständen und ständigen Positionskämpfen und -wechseln. Das Publikum dankte es den Fahrern mit einer tollen Stimmung an der Strecke.

    Sturz des hohen Favoriten

    Der haushohe Favorit im U-23-Rennen, Vlad Dascalu aus Rumänien, der die U-23-Weltmeisterschaft und vier Weltcups gewonnen hatte, stürzte in der ersten von sieben Runden und fiel weit zurück. Maximilian Brandl hielt sich mit den anderen Protagonisten der Saison an der Spitze des Feldes, aber weil der Windschatten auf der Strecke eine große Rolle spielte, wurde zunächst taktisch gefahren. Nach jeder Tempoverschärfung wurde der Druck wieder rausgenommen, weil keiner der Fahrer im Wind zu viel Energie investieren wollte. So blieb das Feld wie bei einem Straßenrennen bis zu Position 30 geschlossen.

    In der dritten Runde war es dann Maximilian Brandl, der sich an die Spitze setzte und das Tempo hoch hielt. Nur der Schweizer Filippo Colombo und der Spanier Jofre Cullell konnten folgen.

    Zu den Verfolgern des Spitzentrios entstand eine Lücke von knapp zehn Sekunden, die aber während des gesamten Rennens nicht mehr geschlossen wurde. Im Spitzentrio wechselte die Führung ständig, und als es in die letzte Runde ging, war der Vorsprung auf fast 20 Sekunde angewachsen. Von hinten kam aber Dascalu näher, der sich von seinem Sturz in der Anfangsphase wieder erholt hatte. Als an der Spitze der Schweizer Colombo seine Schlussattacke setzte, konnten Brandl und Cullell nicht folgen – eine Lücke von 20 Metern entstand.

    Mit letzter Energie über die Ziellinie

    Alle drei Biker fuhren jetzt am Anschlag. Anderthalb Kilometer vor dem Ziel griff Brandl den Spanier Cullell an, aber der konterte und Brandl konnte nicht folgen. Gefahr drohte jetzt auch vom Rumänen Dascalu, der bis auf fünf Sekunden herangekommen ist. Mit letzter Energie hielt Brandl den Verfolger auf Distanz und überquerte die Zielinie als Dritter.

    „Es war sehr eng. Ich bin schon alles oder nichts gefahren, mit dem Risiko hinten raus zu explodieren. Schade, dass es in meinem letzten U-23-Weltcup nicht noch zum Sieg gereicht hat, aber es war im Vorfeld auch nicht wahrscheinlich, dass ich gewinne.“ Maximilian Brandl spielte damit auf seine Rückenverletzung an, die ihm seit Anfang August im Rennen Probleme bereitet hatte. In den letzte zwei Runden kämpfte er außerdem mit einem Sattel, der sich gelockert hatte: „Ich musste ein bisschen aufpassen, aber letztlich war es kein größeres Problem. Mit Platz drei bin ich am Ende zufrieden.“

    Hoffnung auf zweiten Olympiastartplatz

    Weil im Eliterennen Manuel Fumic mit Platz sieben und Brandls Lexware-Teamkollege Georg Egger mit Platz 16 jeweils ihr bestes Saisonergebnis geliefert haben, hat das deutsche Trio Fumic, Brandl, Egger im Kampf um den zweiten Olympiastartplatz Boden gutgemacht. In der Nationenwertung haben sie die auf Platz sieben liegenden Tschechen fast eingeholt. Ab Platz sieben gibt es zwei Olympiastartplätze. Auch in der Einzelweltrangliste aller Elitefahrer ist Maximilian Brandl inzwischen in die Top 30 vorgerückt.

    Bearbeitet von Ulrich Sommerkorn

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