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    RUDERN

    Ein Rienecker sitzt im deutschen Achter

    Sitzt im deutschen U-19-Achter: Nick Welzenbach. Foto: Schwier/DRV

    Als Landestrainer Paul Zander im Jahr 2015 bei einer Sichtung im Gymnasium Schönebeck weilte, um in der kaum 20 Kilometer südlich von Magdeburg gelegenen Stadt Rudertalente zu finden, fiel ihm ein damals 13-Jähriger auf. Der Junge mit den dunklen Haaren hieß Nick Welzenbach, überragte seine Mitschüler und brachte auf Grund seiner körperlichen Grundlagen offenbar gute Voraussetzungen für den Rudersport mit. Die Einschätzung des Trainers scheint richtig gewesen zu sein, denn ab 6. August startet Nick Welzenbach bei der U-19-Weltmeisterschaft auf der Olympia-Strecke von 2020 in Tokio. Und das in der wohl prestigeträchtigsten Bootsklasse von allen – dem Achter.

    Vom Fußballtor in den Achter

    Als der Sportler 2015 fürs Rudern gewonnen wurde, hatte er diesen Sport nie zuvor betrieben. "Ich habe nur Fußball gespielt", berichtet der heute 17-Jährige. Das tat er allerdings nicht in seiner heutigen Heimat in Sachsen-Anhalt, sondern im Sinngrund im Landkreis Main-Spessart als Nachwuchs-Torhüter des SV Rieneck. In dem 2000-Einwohner-Städtchen verbrachte er die ersten 13 Jahre seines Lebens, bevor er mit seiner Mutter nach Sachsen-Anhalt zog. "Dort lebt der Großteil ihrer Familie", erläutert Nick Welzenbach den Schritt. Ohne den Umzug wäre er wohl nie Ruderer geworden, denn der nächste Verein in der Nähe von Rieneck, der diesen Sport anbietet, liegt in der Kreisstadt Karlstadt und daher über 20 Kilometer entfernt.

    Doch der Weg ins Nachwuchsnationalteam war ein steiniger. Kaum war Welzenbach zu Paul Zanders Nachwuchsgruppe am Sportgymnasium in Madgeburg gestoßen, wurde er krank. Pfeiffersches Drüsenfieber. An kontinuierliches Aufbautraining war erst einmal nicht zu denken, monatelang. "Aber die Trainer haben immer an mich geglaubt. Das hat mir Kraft gegeben", berichtet der Sportler.

    2,02 Meter groß und 98 Kilogramm schwer

    Am Ende eines mehrjährigen Leistungsaufbaus steht nun die U-19-Weltmeisterschaft. Für die musste sich der mittlerweile 2,02 Meter große und 98 Kilogramm schwere Ruderer über zwei Regatten qualifizieren – die deutsche Meisterschaft auf dem Beetzsee in Brandenburg und einer Selektion in Berlin. Dort fuhren verschiedene Boote aus den deutschen Regionen gegeneinander – Nick Welzenbach saß im Nordost-Achter. Dort hinterließ er Eindruck und holte sich die Nominierung für Tokio.

    Der deutsche U-19-Achter mit Nick Welzenbach (Vierter von rechts) Foto: Schwier/DRV

    "Leistungsmäßig und auch von der Gesundheit her ist alles im grünen Bereich", verkündet Welzenbach wenige Tage vor dem Abflug, der auf Freitag, 2. August, terminiert ist. Nach der Ankunft in Fernost heißt es für ihn, die Zeitumstellung und den Flug zu verkraften, um sich dann bei den Wettkämpfen im deutschen Achter zu beweisen. Ohne die Stärken der Konkurrenten ganz genau zu kennen, gibt der 17-Jährige an, dass er schon mit einer Medaille liebäugelt. Diese wäre dann die vorläufige Krönung einer sportlichen Laufbahn, die einst im Fußballtor der Jugend des SV Rieneck begonnen hat.

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