• aktualisiert:

    FUSSBALL: A-KLASSE

    Weil Fairness mehr zählt als ein Tor, das keines war

    Dass Fairness im Sport keine Frage des Tabellenstandes ist, zeigt eine Szene, die sich bereits am 11. November auf dem Fußballplatz in Stetten ereignet hat, dieser Redaktion aber erst im Dezember gemeldet wurde. Dort standen sich der FV Stetten-Binsfeld-Müdesheim II und die Reserve des TSV Güntersleben in der A-Klasse Würzburg 6 gegenüber. Beim Duell Vorletzter gegen Drittletzter wollte die Heimelf endlich ihren ersten Saisonsieg einfahren.

    Ball vor der Torlinie

    Es stand 0:0, als ein FV-Stürmer den Ball nach einem Freistoß aufs Tor köpfte. „Mein Mitspieler, der vor mir stand, hat den Ball nicht richtig erwischt. Der flog dann auf mich zu, aber ich konnte ihn auch nicht mehr verarbeiten“, beschreibt Jonas Rodi die Situation. So konnte der Günterslebener Schlussmann den Ball deutlich vor der Linie parieren – „gefühlt einen halben Meter davor“, scherzt Rodi und erinnert sich: „Ich hatte mich schon aufgeregt, dass es kein Tor war, mich weggedreht und wollte zurücklaufen, da zeigte der Schiedsrichter plötzlich Tor an.“ Zur Verwunderung aller.

    Innenverteidiger Jonas Rodi, der gleichzeitig Betreuer der zweiten Mannschaft des FV ist, ging unaufgefordert auf den Unparteiischen zu und erklärte ihm, dass der Ball sicher nicht im Tor war. „Ich hatte kein Problem damit, das klarzustellen. In der Situation denkt man ja auch nicht an den Tabellenstand“, erklärt der 21-Jährige, den es vor drei Jahren beruflich bedingt aus Oberschwaben nach Stetten verschlagen hat; seither spielt er beim FV.

    Die ersten Reaktion seiner Mannschaftskollegen waren nicht nur anerkennende Schulterklopfer für seine Fairness. „Da haben mich schon manche gefragt, warum ich den Schiri korrigiert habe“, berichtet Rodi. „Aber später haben dann eigentlich alle Verständnis gezeigt.“ An der Anzahl der vergleichsweise wenigen Gelben und Roten Karten – oder anhand der „Fairness-Tabelle“, wie Rodi sagt – sei zu sehen, „dass unser Verein grundsätzlich fair unterwegs ist“.

    Vermeintliches Tor zählt nicht

    Bedauernswert fanden die Spieler und Verantwortlichen des FV Stetten-Binsfeld-Müdesheim, dass sich die Gäste aus Güntersleben nicht von der fairen Aktion hätten anstecken lassen. So hätten die Gastgeber in der zweiten Halbzeit doch noch den vermeintlichen Führungstreffer nach einer flachen Hereingabe erzielt. Unverständlicherweise habe der Schiedsrichter in dieser Szene auf Aus, also Abstoß gepfiffen – allerdings schon vor dem Torschuss, wie Jodi konkretisiert. Dabei seid er Ball nicht klar im Aus gewesen. Leider habe kein TSV-Spieler die Größe gehabt, den Schiedsrichter ebenfalls zu berichtigen. „Schade“, sagt Jodi. So endete das Spiel 0:0.

    Fair ist mehr

    Die Aktion ist eine ständige Einrichtung Ihrer Zeitung, unterstützt vom Bayerischen Landessport-Verband, dem Bezirk Unterfranken, seinen Fachverbänden und der Kanzlei Bendel & Partner. Seit 1991 würdigt diese Zeitung damit besonders faire Gesten im Sport und will ab jetzt auch soziales Engagement in Vereinen und im sportlichen Umfeld auszeichnen. Eine Jury wird am Jahresende alle gemeldeten Aktionen bewerten, drei Sieger auszeichnen und mit attraktiven Geldpreisen belohnen. Melden auch Sie faire Gesten und soziale Aktionen an:

    Main-Post Sportredaktion Stichwort „Fair ist mehr“ Berner Straße 2 97084 Würzburg Telefon (09 31) 60 01 - 237 Telefax (09 31) 60 01- 368 E-Mail: red.sport@mainpost.de

    Weitere Artikel

    Kommentare (0)

    Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!