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    FUSSBALL: LANDESLIGA

    Karlburgs Serie endet in Schwebenried

    Der Tabellenführer kassiert gegen ein ungemein engagiertes DJK-Team die erste Auswärtsniederlage der Saison.
    Alle auf einen: Dominik Barth, der Torschütze zum 3:0 für die DJK Schwebenried/Schwemmelsbach, ist unter seinen Mannschaftskameraden begraben und nicht mehr zu sehen. Der Jubel über den überraschenden Sieg gegen Tabellenführer Karlburg war riesig.
    Alle auf einen: Dominik Barth, der Torschütze zum 3:0 für die DJK Schwebenried/Schwemmelsbach, ist unter seinen Mannschaftskameraden begraben und nicht mehr zu sehen. Der Jubel über den überraschenden Sieg gegen Tabellenführer Karlburg war riesig. Foto: Volker Hensel

    In der 90. Minute gab es kein Halten mehr: Flanke Simon Weißenberger quer durch den Strafraum, Sebastian Heinlein traf das Lattenkreuz, in den Abpraller rutschte der eingewechselte Dominik Barth und bugsierte das Leder über die Linie zum 3:0 - jetzt war der Deckel in diesem würdigen Spitzenspiel der Fußball-Landesliga drauf und die kleine Sensation vor 450 Zuschauern perfekt: Die DJK Schwebenried/Schwemmelsbach bezwang Tabellenführer TSV Karlburg und blieb auch beim sechsten Sieg in Folge zum sechsten Mal ohne Gegentor. Der Höhenflug der DJK geht weiter. "Das ist der Lohn harter Arbeit auf dem Platz und auch außerhalb. Es ist der Erfolg einer echten Mannschaft, denn gegen Karlburg kann man nur als Team bestehen“, freute sich DJK-Trainer Dominik Schönhöfer.

    War der Sieg nun verdient oder glücklich? Die Meinungen gingen etwas auseinander. "Mindestens ein Unentschieden hätten wir verdient gehabt“, fand TSV-Coach Patrick Sträßer nach der ersten Auswärtsniederlage dieser Saison, "auch wenn das bei 0:3 natürlich etwas blöd klingt. Doch wir hatten ein klares Chancenplus.“

    Treffer quasi mit Ansage

    Die Gastgeber indes feierten den Triumph ihres Kollektivs. Von einem „irren Zusammenhalt in dieser Saison“, schwärmte Julian Hart, der schon in der sechsten Minute die Weichen mit seinem 1:0 gestellt hatte. Zwar war nach Karlburger Ballverlust im Mittelfeld der Schuss von Jan Ludwig noch abgeblockt worden, doch die daraus resultierende Bogenlampe landete im Strafraum bei Hart, der sich noch gegen zwei Abwehrspieler durchsetzte. Quasi ein Tor mit Ansage für den 20-Jährigen. "Wir hatten am Donnerstag so ein Grundfeuer im Training und waren alle so heiß, dass sich dieses Tor schon angekündigt hatte.“

    Die Hausherren waren unglaublich effektiv beim Ausnutzen ihrer Torchancen. Das 2:0 war auch der zweite Torschuss. Nach kurzer Ecke von Simon Weißenberger auf Yannick Deibl flankte dieser über den ganzen Strafraum hinweg präzise auf den Kopf von Felix Zöller, der am langen Pfosten nur noch einnicken brauchte (29.) "Das war einstudiert“, so Hart, "das Tor geht auf den Trainer. Wie er uns junge Spieler führt und Selbstvertrauen schenkt, das ist wirklich einmalig."

    Starke Laufleistung

    Es war ein Sieg, der dem großen Willen der Gastgeber geschuldet war. Schon die Stürmer attackierten die Gegenspieler bei der Ballannahme, insgesamt zeigen sie eine ganz starke Laufleistung. "Das Ergebnis eine Prozesses", so Schönhöfer, "nur mit einer konsequenten Abwehrarbeit kann man in der Liga bestehen, das haben wir inzwischen gelernt."

    Denn Karlburg stürmte fast 90 Minuten lang auf das DJK-Tor. „Ich kann der Mannschaft ja überhaupt keinen Vorwurf machen“, so Trainer Sträßer. Aber egal, was der Tabellenführer auch versuchte, immer war ein Bein, Kopf oder Körper im Weg. „Vor allem innen sind sie sehr kopfballstark“, sagte Sträßer über die Gastgeber. Innen stehen bei der DJK Justin Michel und Jonas Wehner. Letzterer schlug dann sogar noch mit dem Fuß einen Schuss von Manuel Römlein von der Linie (81.). Vielleicht die größte TSV-Chance. Aber auch David Machau (16., 54.) und Sebastian Stumpf (40.) scheiterten nur knapp. „Wenn man so einen Lauf, wie Schwebenried hat, dann hat man auch das nötige Glück“, so Sträßer.

    Nicht vom Titel reden

    Ob die Niederlage die Karlburger Meisterschaft in Gefahr bringt, darüber wollte der TSV-Coach gar nicht nachdenken. "Unser Saisonziel war Klassenerhalt. Das haben wir geschafft, vom Titel reden wir nicht. Wir werden nun sehen, wie die Mannschaft mit der Niederlage umgeht und nach dem Spiel gegen Rimpar wissen wir vielleicht mehr, wo die Reise hingeht", blickte der Coach schon auf das nächste Spitzenspiel am kommenden Samstag voraus.

    Schwebenried/Schwemmelsbach darf nach diesem Sieg zumindest noch auf Relegationsplatz zwei spekulieren. "Relegation gegen den Abstieg werden wir nicht mehr spielen", kommentierte Trainer Schönhöfer dieses Thema. Der Vereinsvorsitzende Alexander Ziegler sagte, "damit habe ich mich noch gar nicht beschäftigt. Sollten die Jungs das tatsächlich schaffen, werden wir die Relegation natürlich spielen."

    Die Statistik des Spiels
    Fußball: Landesliga Nordwest
    DJK Schwebenried/Schwemmelsbach – TSV Karlburg 3:0 (2:0)
    Schwebenried/Schwemmelsbach: Hartmann – Zöller, Michel, Wehner, Ludwig – Lichtlein (84. Heinlein), Baum, Weißenberger, Deibl – Hart (74. Stürmer), Kühlinger (61. Barth).
    Karlburg: Brand – Kübert (77. Pfister), Schramm, Schiebel, Wabnitz (86. Füller) – Rösch (61. Köhler), Fenske, Römlein, Bachmann – Machau, Stumpf.
    Schiedsrichter: Frank (Uttenreuth). Zuschauer: 450. Tore: 1:0 Julian Hart (6.), 2:0 Felix Zöller (29.), 3:0 Dominik Barth (90.).

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