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    Maximilian Brandl fliegt zum Titel

    Zieleinfahrt als neuer deutscher Meister: Maximilian Brandl Foto: Uli Sommerkorn

    Als Maximilian Brandl im Wald neben dem Vereinsheim des RV Viktoria Wombach über die Ziellinie gefahren war, konnte er sich vor Gratulanten und Umarmungen kaum noch retten. Freunde, Familienmitglieder und sogar Konkurrenten beglückwünschten den 21-Jährigen, der gerade den größten Erfolg seiner sportlichen Laufbahn errungen hatte. Deutscher Mountainbike-Meister in der Eliteklasse in der olympischen Cross-Country-Disziplin, und das noch auf dem Kurs seines Wombacher Heimatvereins. Ein emotionaler Moment: Immer wieder schlug Brandl beinahe fassungslos die Hände vors Gesicht.

    Freude nach dem Zieleinlauf

    "Einfach geil", das waren die ersten Worte, die der Biologiestudent nach seiner Zieleinfahrt hervorstieß. Vor drei Jahren, als ebenfalls schon deutsche Meisterschaften in Wombach stattgefunden, hatte er den Titel in der U-23-Klasse noch verpasst. Jetzt holte er den Sieg in der sportlich noch wertvolleren Eliteklasse nach – und das gegen Konkurrenten, die großteils erfahrener waren als er. So musste der 37-jährige Mario Fumic, Olympia-13. 2016 in Rio de Janeiro, mit Platz vier zufrieden sein, Brandl hatte ihn geschlagen. "Es gibt nichts Schöneres, und das auch noch zu Hause", erklärte der neue deutsche Meister.

    Fünfköpfige Spitzengruppe

    Erst vor wenigen Wochen hatte sich Maximilian Brandl dazu entschlossen, seinen U-23-Titel aus dem Vorjahr nicht zu verteidigen, sondern es stattdessen mit der Eliteklasse aufzunehmen. Von Anfang an war er vorne mit dabei, etwa nach der Hälfte des Rennens, das aus sechs 4,5 Kilometer langen Runden bestand, setzte er sich von der fünfköpfigen Spitzengruppe ab. "Ich hatte eine Fünf-Sekunden-Lücke, und da habe ich draufgetreten", beschrieb er die letztlich entscheidende Rennsituation. Dabei halfen  ihm der Umstand, dass er auf dem Kurs jede Kurve und jeden Stein kennt, und auch seine fahrerischen Fähigkeiten in den technisch anspruchsvollen Passagen auf der Strecke in Wombach. 

    Stetes Kopfschütteln

    Und das "Drauftreten" zahlte sich aus. Der Vorsprung wuchs: acht Sekunden, dann 15 und schließlich 25. Wenn die Streckensprecher die wachsenden Zeitabstände lautstark verkündete, schüttelte der Führende auf dem Rad bisweilen den Kopf. So, als könne er es gar nicht glauben, was da gerade um ihn herum passierte. Doch euphorisiert von dem bevorstehenden Erfolg flog er zwei Tage vor seinem 22. Geburtstag förmlich ins Ziel.

    Maximilian Brandl geht als Führender in die dritte von sechs Runden

    Der Vorsprung auf den Zweiten Ben Zwiehoff war am Ende komfortabel. Zu den Klängen von "Stand up for the champions" begleiteten einige hundert Zuschauer im Zielraum die Triumphfahrt des Lokalmatadors mit rhythmischem Klatschen. Es herrschte Volksfeststimmung bei der Zielpassage. Anschließend ließ Brandl die Gratulationen gerne über sich ergehen, während Lohrs Bürgermeister Mario Paul im Vereinsheim schon einmal 100 Liter Freibier organisierte.

    Erster Schritt nach Tokio

    Ein Grund, warum Brandl in die Eliteklasse umgestiegen war, war der gewesen, dass es dort mehr Punkte für die Olympiaqualifikation zu den Spielen 2020 in Tokio zu erringen gibt. "Natürlich hat man Tokio im Hinterkopf. Und es tut einem gut, wenn man sich jetzt erst einmal in Position gebracht hat", so Brandl, verwies aber gleichzeitig darauf, dass er das Ergebnis nun bei internationalen Rennen bestätigen müsse und der Weg nach Olympia noch ein langer sei.

    Für eine weitere gute Platzierung des Ausrichters RV Viktoria Wombach sorgte die  Felicitas Geiger, die in der Frauen-Konkurrenz mit knapp fünf Minuten Rückstand auf die Siegerin Elisabeth Brandau Vierte wurde. Wie Maximilian Brandl war die 22-Jährige, die in Würzburg Medizin studiert, von der U-23- in die Eliteklasse umgestiegen und behauptete sich im Feld der zumeist älteren Konkurrentinnen. 

    Ergebnisse
    Deutsche Mountainbike-Meisterschaft, Cross Country, Männer: 1. Maximilian Brandl (Wombach) 1:18:47 Std.; 2. Ben Zwiehoff (Essen) +19 Sek.; 3. Markus Schulte-Lünzum (Haltern) +30. 
    Frauen: 1. Elisabeth Brandau (Schönaich) 1:23:24 Std.; 2. Antonia Daubermann (Gessertshausen) +1:30 Min.; 3. Adelheid Morath (Titisee-Neustadt) + 3:02; 4. Felicitas Geiger (Wombach) + 4,42.

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