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    HANDBALL

    Lohrs Reserve wagt das Landesliga-Abenteuer

    Die zweite Garnitur des Handball-Bayernligisten begibt sich auf ein Terrain, das für die meisten Beteiligten Neuland ist.
    Am 14. Februar jubelte Trainer Christian Rath über den Derbysieg seiner Lohrer Reserve beim TSV Partenstein. In der kommenden Saison spielen er und sein Team in der Landesliga.
    Am 14. Februar jubelte Trainer Christian Rath über den Derbysieg seiner Lohrer Reserve beim TSV Partenstein. In der kommenden Saison spielen er und sein Team in der Landesliga. Foto: Yvonne Vogeltanz

    Dass der knappe 29:27-Auswärtssieg bei der SG/DJK Rimpar II am 8. März ihr letztes Saisonspiel gewesen sein sollte, ahnten die Handballer der zweiten Mannschaft des TSV Lohr an diesem Sonntagabend noch nicht. Doch dann folgte die Saisonunterbrechung wegen Corona, im April der Rundenabbruch. Und die zweite Lohrer Garnitur wurde als Tabellenführer der Bezirksoberliga zum Meister erklärt und erhielt gleichzeitig das Aufstiegsrecht für die Landesliga.

    Im Januar war Trainer Christian Rath noch sehr skeptisch einen möglichen Aufstieg betreffend gewesen, verlor doch sein Team mit Topwerfer Janis Gremzde, der in seine lettische Heimat zurückgekehrt ist, sowie Abwehrchef Andreas Avar (Karriereende) zwei seiner Stützen. Rath fürchtete um die Konkurrenzfähigkeit seiner Mannschaft in der höheren Klasse. Doch die Zweifel sind mittlerweile ausgeräumt: "Wir haben mit dem Vereinsvorstand und der Mannschaft gesprochen und uns entschlossen, den Aufstieg zu wagen", erklärt der seit 2017 im Amt befindliche Rath, der auch in der kommenden Saison bei der TSV-Reserve an der Seitenlinie stehen wird.

    Somit sind die Hoffnungen des zweitplatzierten TV Marktsteft, anstelle der Lohrer in die Landesliga nachzurücken, dahin. "Die Jungs wollten den Aufstieg unbedingt", sagt Rath, dem klar ist, dass auf seine Spieler stärkere Gegner als bisher, höherer Trainingsaufwand und weitere Auswärtsfahrten zukommen. Denn vergangene Saison erstreckte sich die Landesliga, Gruppe Nord, bis ins niederbayerische Mainburg oder ins oberbayerische Freising.

    Aufgrund dieser Mehraufwendungen habe es auch der Zustimmung zum Aufstieg seitens der Vereins- und Abteilungsführung bedurft. Schließlich kostet das Spielen in der Landesliga mehr als das in der Bezirksoberliga. Und gerade in Coronazeiten sitzt bei Vereinen das Geld nicht gerade locker, zumal die TSV-Handball-Abteilung noch zahlreiche andere Teams ins Rennen schicken will. Allen voran die erste Männer-Mannschaft in der Bayernliga.

    Wann die neue Runde aber beginnt, ist wegen Corona noch offen. Auch wie die neue Klasse aussehen wird, ist nicht bekannt. Schließlich gibt es wegen der besonderen Situation in diesem Jahr im bayerischen Handball keine Absteiger. Dazu kommen acht Aufsteiger aus den Bezirksoberligen, so dass es gegenwärtig 36 Landesligisten gibt. Gut möglich, dass die Teams statt wie bisher auf zwei künftig auf drei Landesligen verteilt werden. Es gäbe dann mit einem Zweitligisten, einem Drittligisten und drei Bayernligisten nur fünf Teams im Handballbezirk Unterfranken, die höherklassig spielen als die zweite TSV-Garnitur, die fast nur aus Lohrer Eigengewächsen besteht.

    Aktuell zwei Neuzugänge

    Als Neuzugänge stoßen zur Lohrer Reserve Rückraumspieler Michael Diehl vom Liga-Konkurrenten TSV Partenstein sowie Linkshänder Adrian Schwab vom Bezirksligisten TSV Karlstadt. "Mit zwei oder drei möglichen Neuzugängen befinden wir uns noch in Gesprächen", erklärt Christian Rath, der zuversichtlich ist, eine konkurrenzfähige Mannschaft an den Start zu bringen.

    Das Anstoßen auf den Titel muss bei den Handballern des TSV Lohr II noch warten.
    Das Anstoßen auf den Titel muss bei den Handballern des TSV Lohr II noch warten. Foto: dpa

    Eines freilich hat es beim Bezirksoberliga-Ersten wegen Corona bislang nicht gegeben – eine Meisterfeier. Doch der Trainer verspricht: "Die holen wir so bald wie möglich nach."

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