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    Chancenwucher bestraft: Nur Poulsen trifft für Leipzig

    RB Leipzig - SC Freiburg       -  Der Freiburger Christian Günter (l) schirmt den Ball gegen Tyler Adams ab.
    Der Freiburger Christian Günter (l) schirmt den Ball gegen Tyler Adams ab. Foto: Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa

    Als der SC Freiburg die noch immer leere Red Bull Arena zum Auslaufen nutzte, hatten sich die Profis von RB Leipzig leicht frustriert in die Kabine zurückgezogen.

    Das 1:1 (0:1) gegen die Breisgauer war für Leipzig ein Rückschlag im Meisterrennen - zumal Möglichkeiten in Hülle und Fülle da waren. „Wir haben viel zu viele Chancen liegengelassen. Ich selbst habe Chancen vergeben, die ich normalerweise machen muss. Es ist, als ob wir aus der Sommerpause gekommen wären. Da klappt nicht immer alles”, sagte Stürmer Yussuf Poulsen.

    Der dänische Nationalspieler (77.) rettete Leipzig mit seinem Kopfball-Tor immerhin einen Punkt. Was der am Ende wert ist, wird man erst sehen, wenn der 26. Spieltag der Fußball-Bundesliga abgeschlossen ist. Die Sofort-Reaktion von RB-Trainer Julian Nagelsmann: „Ich hake es nicht ab, aber wenn wir 1:1 spielen und in Freiburg verlieren, dann sind es zu wenig Punkte, um deutscher Meister zu werden.”

    Dabei hatte es lange nach einem richtigen Schreckstart in die Geistersaison ausgesehen. Manuel Gulde (32. Minute) besorgte nach einer Ecke die Freiburger Führung. Aus dem Nichts, eher unfreiwillig per Hacke. „Ich berühre den Ball irgendwie. Das war nicht ganz koordiniert”, gestand der Verteidiger.

    Wie alle Beteiligten musste sich auch Freiburgs Trainer Christian Streich an die ungewohnte Atmosphäre gewöhnen. „Ich habe nie gedacht, dass ohne Zuschauer die Qualität leidet. Aber es war extrem komisch ohne Zuschauer. Die gehören eigentlich dazu wie ein Tor und wie ein Trainer”, sagte der Coach.

    Bei Freiburg überzeugte vor allem Torwart Alexander Schwolow: „Das Spiel war sehr eng. Vor allem in der zweiten Halbzeit haben wir Glück gehabt, da hat es Leipzig unfassbar schnell gespielt. Am Ende sind wir doch ein wenig unzufrieden, weil man wegen eins, zwei Zentimeter Abseits ein Tor abgepfiffen bekommt.”

    Im Umfeld des Stadions blieb es bis zum Schlusspfiff ähnlich ruhig wie in der Arena, in der vieles anders war als gewöhnlich. Eine Flugzeug-Gangway im Innenraum sorgte dafür, dass die gut drei Meter Höhenunterschied zu den Zuschauerrängen überwunden werden konnten, falls zusätzlicher Platz benötigt wird. Aufgrund des Abstands war auf den Ersatzbänken weniger Raum als sonst.

    RB baute für beide Clubs kleine Tribünen auf, auf denen die Ersatzspieler auf Stühlen saßen und über die Bande hinweg das Spiel verfolgen konnten. RB-Boss Oliver Mintzlaff und RB-Architekt Ralf Rangnick verfolgten das Spiel von der VIP-Tribüne aus, auf der auch statt wie sonst auf der Bank Sportdirektor Markus Krösche saß.

    Dort sahen sie zunächst zwei Teams, die immens viel Laufarbeit verrichteten. Leipzig war trotzdem den Tick besser und kam zu einigen Abschlussmöglichkeiten - allerdings nur aus der Ferne. Konrad Laimer (2.) verfehlte mit seinem Schuss das Tor, den Versuch von Christopher Nkunku (8.) hielt SC-Keeper Schwolow.

    Freiburg kam offensiv kaum zum Zuge. Wenn überhaupt, dann ging etwas über die Außenspieler und über Standards. So rutschte eine Ecke von Vincenzo Grifo irgendwie durch und Gulde lenkte den Ball per Hacke ins lange Eck. Freiburg war sehr überraschend vorn.

    RB verlor sich zu oft im eigenen Passspiel, war in den entscheidenden Momenten zu unentschlossen. Nagelsmann brachte Sabitzer und stellte auf Viererkette um. RB bekam die nächste Großchance, aber Poulsen (74.) verzog völlig frei aus elf Metern. Drei Minuten später machte es der Däne besser, traf per Kopfball nach einer Kampl-Flanke. Einen letzten Schreckmoment für RB gab es in der Nachspielzeit. Das mögliche 2:1 durch Robin Koch für Freiburg zählte aber nach Videobeweis wegen einer knappen Abseitsposition nicht.

    Von Tom Bachmann, dpa

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