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    FUßBALL: REGIONALLIGA BAYERN

    Aubstadt: Nur keine Kopie von Schalding

    Aubstadts Neuzugang Ben Müller stand bisher in jedem Testspiel und in jedem Punktspiel in der Startelf des TSV Aubstadt, der am Sonntag in Garching seine Visitenkarte abgibt. Foto: Rudi Dümpert

    Fußball

    Regionalliga Bayern VfR Garching – TSV Aubstadt (Sonntag, 14 Uhr, Stadion am See)

    Das dritte Auswärtsspiel in der Regionalliga Bayern führt den TSV Aubstadt nach Garching im Münchener Norden. Weshalb und auch wegen der niedrigeren Temperaturen die 280 Kilometer lange Anreise wahrscheinlich nicht in dem Ausmaß ein Negativfaktor für die Qualität des Aubstädter Spiels sein sollte wie bei der 0:4-Niederlage in Schalding.-Heining.

    Was der TSV auswärts wirklich kann, wenn die Rahmenbedingungen stimmen, hat die Mannschaft in der zweiten Halbzeit in Schweinfurt gezeigt. Der VfR Garching spielt seine fünfte Regionalliga-Saison und hat damit den Gästen gegenüber den Faktor Erfahrung, wie jeder andere Gegner auch, auf seiner Seite. Selbst die zwölf Abgänge konnten mit acht teils sehr erfahrenen Spielern kompensiert werden. Dennoch: Ein Schwergewicht dieser Liga wird der VfR wahrscheinlich nicht sein.

    VfR-Trainer ist Ex-Profi Bönig

    Mit ebenfalls sechs Punkten ist die Mannschaft des neuen Trainers Philipp Bönig direkter Tabellennachbar der Grabfelder im hinteren Mittelfeld. Wie Schalding-Heining (0:7) hat auch Garching (0:5) unmittelbar vor dem Vergleich mit Aubstadt eine deftige Packung in Eichstätt bezogen. Seit Schalding-Heining weiß man, dass sie keine Rückschlüsse auf eine etwas leichtere Aufgabe für den TSV zulässt. Vorher hat der VfR daheim nämlich der vermeintlichen Übermannschaft von Türkgücü München die erste Saisonniederlage beigebracht. Davor siegte man 3:1 in Bayreuth und unterlag daheim dem 1. FC Nürnberg II mit 1:3. Bönig, der vor seinem Engagement in Garching in der Landesliga und eine U19-Mannschaft trainierte, bringt als Profi eine Menge Erfahrung von den Stationen VfL Bochum (zwölf Jahre), MSV Duisburg (zwei) und FC Bayern München II (drei) mit.

    Die Neuzugänge wurden positionsbezogen ausgewählt. Aus Seligenporten kam Torhüter Dominik Dachs. Der Abwehrspieler Linus Radau wurde beim FSV Mainz 05 ausgebildet und spielte danach beim KSC II. Matthias Strohmaier war zuvor drei Jahre beim FC Schweinfurt 05, beim FC Bayern II (3) und beim FC Augsburg I und II (3). Ebenfalls vom FC Bayern II holte man Elias Kohlmann. Garchinger Urgestein ist Dennis Niebauer (31), der den Aufstieg von der Bezirksliga bis in die Regionalliga mitmachte.

    Informationen fließen spärlich

    Diese und ähnliche Informationen holt sich Aubstadts Trainer Josef Francic aus dem Internet. „Wir Trainer kriegen zwar vom Verband Videos angeboten. Manche sind gut gemacht, manche weniger gut. Ansonsten fließen aber die Informationen sehr spärlich. Es wird weniger verraten in dieser Liga, weil wir halt der Nobody sind“, bedauert er, der selbst mit acht Jahren im Amt das Trainer-Urgestein der Bayernliga Nord war und als leutseliger Mensch viele Kontakte in seinem Netzwerk knüpfte. „Brauchen wir aber auch nicht unbedingt. Wir konzentrieren uns nur zu einem kleinen Teil auf den Gegner, mehr auf uns selber. Wir wissen aber, dass Garching so ähnlich spielt wie Schalding, sehr aggressiv, sehr kopfballstark mit ein paar großen Kerlen drin. Sie haben viele gute Fußballer dabei, die, wie bei allen Regionalligisten in der Region, bei den Münchener Großvereinen und in Unterhaching ausgebildet wurden. Bekanntlich bekommen wir es immer mit Gegnern zu tun, die vorher in Eichstätt Prügel bezogen haben.“

    Heimvorteil von großem Wert

    Dies alles heiße, so Francic, „selber wieder an die Grenze zu gehen. Man wird sehen, ob wir unsere Lehren aus Schalding gezogen haben. Wir müssen uns auf hohe Aggressivität einstellen und einen Gegner, der jeden Fehler bestraft. Alles außer einer Niederlage wäre ein Riesenerfolg. Ein Punkt wäre ein Grund für uns, die Rückreise im Bus happy zu erleben. Meine Mannschaft hat gezeigt, dass sie gut vorbereitet ist, dass sie mithalten kann und gut drauf ist.“ Was nach vier Spieltagen auffällt: In dieser Liga scheint der Heimvorteil von noch größerem Wert zu sein. Es gab bisher weniger Auswärts-Punktgewinne als in der Bayernliga. Das mussten zum Beispiel auch die beiden Top-Favoriten Schweinfurt und Türkgücü München zur Kenntnis nehmen. Die Schnüdel, München und selbst Eichstätt, der Vorjahreszweite, mussten auswärts bereits Federn lassen.

    Bieber möglicherweise dabei

    Trunk, Volkmuth und Koob sind noch verletzt, Kraus ist auf Hochzeitsreise. „Möglicherweise rückt Neuzugang Christopher Bieber nach seinem Rippenbruch erstmals auf die Bank“, hofft Francic mehr als er sicher weiß. Denn Pitter ist aus beruflichen Gründen verhindert und der Doppeltorschütze vom 4:1 gegen Aschaffenburg, Martin Thomann, hat sich am Montag einen Bänderriss zugezogen. In der Innenverteidigung hat sich Julius Benkenstein seinen Platz zurückerkämpft. Francic sagt: „Wenn er dabei ist, fühlen sich die anderen wohler. Er ist ein echter Teamplayer“ und eine Institution im Kopfballspiel. Der Mannschafts- und zugleich Fanbus startet um 8.15 Uhr. (rd)

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