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    Fußball: Bayernliga Nord

    Ran an die Leistungsgrenze

    Fußball (rd)

    Bayernliga Nord
    Würzburger Kickers II – TSV Aubstadt
    (Sonntag, 16 Uhr, Sieboldshöhe)

    Zu ungewohnter Anfangszeit beginnt das fünfte Auswärtsspiel des TSV Aubstadt auf der Sportanlage Sieboldshöhe gegen die U23 des Drittligisten FC Würzburger Kickers. Die Vorbereitung der Aubstädter auf diese Partie verlief mit sechs pflichtspielfreien Tagen mal wieder amateursportgerecht. Immerhin stecken den Spielern 13 Spiele in sieben Wochen in den Muskeln, Sehnen und Köpfen. Umso erstaunlicher zu beobachten war im letzten Spiel gegen den ASV Neumarkt (6:0), wie die Müdigkeit keine Chance hat, wenn man klar führt und torgierig und kombinationsverliebt weiter spielt. Und immer wieder ist dann von den sportlich Verantwortlichen, Co-Trainer Waios Dinudis oder Cheftrainer Josef Francic, den er in den letzten zwei Partien zu vertreten hatte, zu hören, man wolle „den Zuschauern Fußball bieten, dass sie zufrieden nach Hause gehen.“

    Nachteil abgewendet

    „Diese Häufung der Einsätze wäre an sich kein Problem gewesen“, erklärt Dinudis. „Wir hätten einen Kader gehabt, der groß genug und qualitativ ausgeglichen stark ist, um durch Rotation diese Mehrbelastung auszugleichen. Jetzt kamen aber immer mehr Verletzungen dazu, so dass doch immer wieder dieselben spielen mussten. Anstatt durch unseren Kader einen Vorteil ziehen zu können, konnten wir gerade noch einen größeren Nachteil abwenden.“ Als nach der Niederlage in Erlangen die Tabellenführung dahin war, hieß das Ziel in dieser schwierigen Phase, den Kontakt zur Spitze nicht abreißen zu lassen. Mit Platz drei und 23 Punkten ist das einigermaßen gelungen. „Die Niederlage gegen den Würzburger FV liegt mir aber noch schwer im Magen.“

    Wie Hitzefrei

    Was nach so einem Sechs-Punkte-Spiel einen statt vier Punkte Rückstand bedeutet hätte. Den ganzen Frust lud seine Mannschaft dann drei Tage später über dem ASV Neumarkt ab. Als sich die Gruppe hinterher zum Spielerkreis geschlossen hatte, war auf einmal ein Jubel wie in einer Schulklasse zu hören, die vom Lehrer gerade Hitzefrei bekommen hatte. „Ihr habt?s euch verdient, Jungs. Am Montag lassen wir das Training ausfallen. Schaltet mal ab und bekommt die Köpfe wieder frei. Dann bereiten wir uns auf die Kickers vor.“

    Beim Studium der sportlichen Herkunft und des Alters der Jung-Kickers fällt auf, dass das nicht einmal eine U23, sondern im Schnitt eine U20, fast eine U19 ist. Während sonst die Sieboldshöhe Sammelplatz und Zwischenstation von Jungtalenten aus ganz Deutschland auf dem Weg zum Profifußball war, kamen diesmal – bei neun Abgängen – zwar 13 Zugänge, aber nur zwei externe mit Jannik Feidel (FC Schweinfurt 05 II) und Pascal Tröger (Greuther Fürth). Alle anderen kommen aus dem eigenen Nachwuchs.

    Erfahrener Trainer

    Auch Trainer Claudiu Bozesan wurde abgelöst. In seinen Nachfolger hat man tüchtig investiert. Es ist mit Rainer Zietsch (53) der bekannteste und erfahrenste Trainer der Liga. Zietsch hat als Aktiver 263 Bundesligaspiele in Nürnberg, Stuttgart und Uerdingen bestritten und 55 Zweitligaspiele beim Club und in Fürth. Als Trainer arbeitete er jahrelang in der U17- und U19-Bundesliga für den 1. FC Nürnberg und mit dessen Regionalliga-Mannschaft.

    So wie diese Kickers II neu gemischt wurden, sind die Ergebnisse der letzten zwei Jahre ohne jede Bedeutung. Höchstens diese Erkenntnis wäre zu ziehen: Aubstadt hat sich nie leicht getan mit jungen Mannschaften, ob es die Schweinfurter oder diese Würzburger (1:0, 2:1, 1:0, 1:2) waren. „Wir stellen uns darauf ein“, so Dinudis, „dass sie zunächst mal mit hohem Tempo beginnen. Und wir wissen, dass wir uns keinen Deut von unserer Leistungsgrenze wegbewegen dürfen.“ Zurück im Kader erwartet er Markus Thomann, mit Fragezeichen versehen Michael Dellinger und Max Schebak.

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