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    Tischtennis: Bundesliga Männer

    Zum ersten Mal als Favorit

    Der TSV Bad Königshofen (links Kilian Ort) gastiert am Sonntag beim Schlusslicht TTC Zugbrücke Grenzau (links Kirill Ger... Foto: Rudi Dümpert

    Tischtennis (rd)

    Bundesliga Männer
    TTC Zugbrücke Grenzau – TSV Bad Königshofen
    (Sonntag, 15 Uhr)

    Das siebte Auswärtsspiel in der Tischtennis-Bundesliga führt den Aufsteiger und Tabellenachten TSV Bad Königshofen zum Traditionsverein, aber Tabellenletzten TTC Zugbrücke Grenzau. Wobei dieser Verein, unabhängig vom Ausgang dieses Spiels, für alle Zeiten in der Chronik der Königshöfer verewigt sein wird, weil dem TSV gegen ihn im ersten Bundesliga-Jahr im fünften Spiel der erste Sieg (3:1) gelang. Diesen zu wiederholen, ist das erklärte Ziel, mit dem die „Boygroup“, Altersdurchschnitt 20 Jahre, die Reise in den Westerwald antreten wird.

    Allein wer ihn als selbstverständlich betrachtet, sollte auch mit einer Enttäuschung umgehen können. Mit Revanchegelüsten muss gerechnet werden. Jene Niederlage im Hinspiel beim sieglosen Aufsteiger schlug nämlich bei den Grenzauern wie eine Bombe ein, deren Zündschnur allerdings schon gelodert haben muss, wie ihr Trainer Dirk Wagner hinterher zugab. Dem waren die durchwachsenen bis schlechten Leistungen seiner Nummer 1, des Chinesen mit ukrainischem Pass, Kou Lei, schließlich Nummer 31 der Weltrangliste, ein Dorn im Auge.

    Schlichter hat viel Erfahrung

    Besonders weil er gegen den für Mizuki Oikawa eingesprungenen TSV-Ersatzmann Koudai Hiraya bei der 0:3-Niederlage ziemlich leblos spielte. Vier Spiele bestritt Kou Lei danach noch, siegte gegen Wang Xi (Fulda), Duda (Bergneustadt), Dyjas und Gauzy (Ochsenhausen) und Källberg (Düsseldorf), fünf absolute Spitzenspieler der Liga, bevor man sich dann doch vorzeitig von ihm trennte. Für ihn rückte der zweifache deutsche Doppel-Meister Jörg Schlichter aus der zweiten Mannschaft (Oberliga Süd-West) nach. Man wird die Saison überstehen, kann aber unbeschwert aufspielen,

    Schlichter hat bisher zwar seine sechs Einzel verloren. Der 34-Jährige hat aber drei Jahre lang 1. Bundesliga in Frickenhausen und Grenzau gespielt und jede Menge Erfahrung. Zur Einordnung seiner Möglichkeiten: In der vergangenen Zweitliga-Saison schlug er mit Grenzau II im Hinspiel Filip Zeljko 3:1, verlor gegen Kilian Ort 0:3. Im Rückspiel bezwang er Kazuhiru Yoshimura 3:2.

    Genug Erfahrung hat auch der Rumäne Constantin Cioti (34), der übrigens diese Saison gern in Bad Königshofen gespielt hätte, bevor er dann doch in Grenzau anheuerte. Er kann jeden schlagen, aber auch gegen jeden verlieren. Cioti unterlag im Hinspiel 1:3 gegen Darko Jorgic. Den einzigen Sieg für Grenzau landete damals der Kasache Kirill Gerassimenko mit drei Mal 11:9 gegen Kilian Ort.

    Dritter Mann im Bunde, der bisher erfolgreichste (5:13), vermutlich aber die Nummer 2, ist der 21-jährige Kirill Gerassimenko, WR-48, aus Kasachstan. In dieser neuen Besetzung hat Grenzau zuletzt drei achtbare Niederlagen gegen Mühlhausen (6.), Bremen (5.) und Saarbrücken (2.) bezogen, vor einer Woche in Grünwettersbach (7.) aber eine 0:3-Abfuhr (2:9 Sätze) erhalten.

    Jetzt kann man sich?s aussuchen, was auf die Gäste aus dem Grabfeld zukommt, die sich zum ersten Mal in dieser Saison in die Favoritenrolle gedrängt sehen: in der zweiten Liga der Regelfall, in dieser Runde etwas völlig Neues.

    Während Dirk Wagner in der Regel sein Trio im Olympiastützpunkt in Grenzau täglich im Training hat, nur Gerassimenko hat einen zehntägigen Lehrgang absolviert, kommen die Königshöfer aus allen Richtungen zusammen: Darko Jorgic aus Slowenien, Mizuki Oikawa aus Nürtingen/Frickenhausen und Kilian Ort direkt aus Düsseldorf.

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