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    HANDBALL:

    Michal Panfil ist auf der Suche nach den Stars von morgen

    Michal Panfil (am Ball) trug insgesamt fünf Jahre das Trikot des HSC Bad Neustadt. Mittlerweile ist er für den Bayerischen Handball-Verband auf der Suche nach den besten Nachwuchsspielern des Freistaates.
    Michal Panfil (am Ball) trug insgesamt fünf Jahre das Trikot des HSC Bad Neustadt. Mittlerweile ist er für den Bayerischen Handball-Verband auf der Suche nach den besten Nachwuchsspielern des Freistaates. Foto: Anand Anders

    Es soll das Jahrzehnt des deutschen Handballs werden. Vier große internationale Turniere werden in den nächsten sieben Jahren in Deutschland stattfinden. Bei den Männern die Europameisterschaft 2024 sowie die Weltmeisterschaft 2027 und bei den Frauen die Weltmeisterschaft 2025. Hinzu kommt noch die U21-Junioren-WM im Jahr 2023. „Die kommenden Turniere sind großartige Gelegenheiten, Handball zu zelebrieren, Stars aufzubauen und unsere Sportart fest in der Gesellschaft zu verankern“, sagte Andreas Michelmann, Präsident des Deutschen Handball-Bundes (DHB), vor einigen Wochen.

    Panfil betreut die Stützpunkte in Bamberg, Erlangen und Rimpar

    Auf der Suche nach Spielern für diese Turniere ist auch Michal Panfil. Der 36-Jährige spielte von 2011 an fünf Jahre beim HSC Bad Neustadt, wohnt heute noch in Salz und arbeitet seit mittlerweile drei Jahren beim Bayerischen Handball-Verband (BHV). Panfil, der die Trainer-B-Lizenz besitzt, betreut sowohl die Landesstützpunkte in Bamberg, Erlangen und Rimpar, als auch den männlichen Jahrgang 2004 des BHV. „Meine Hauptaufgabe ist es, die besten Spieler dieses Jahrganges aus allen Bezirken zu sichten und sie bei den Lehrgängen weiterzuentwickeln“, sagt er. Dabei arbeitet er eng mit den Trainern des DHB zusammen. „Es gibt ein klares Konzept des DHB, das wir auch auf den unteren Ebenen anwenden sollen“, sagt Panfil.

    Wichtig sind daher die regelmäßig stattfindenden Sichtungslehrgänge des DHB. Anfang März, also noch vor der Verschärfung der Corona-Krise, fand für die 2004er Jahrgänge am Olympiastützpunkt in Heidelberg ein solcher Lehrgang statt. „Ich bin froh, dass dieser Lehrgang noch durchgeführt werden konnte. Die Jungs haben große Träume, trainieren fleißig und sind top-motiviert“, sagt Panfil. Kein Wunder, immerhin könnten einige von ihnen in den kommenden Jahren den Sprung in die deutsche Handball-Nationalmannschaft schaffen. „Die vielen Turniere im eigenen Land sind dabei natürlich eine besondere Motivation“, sagt Panfil.

    Vor den Augen der Junioren-Nationaltrainer wurden in Heidelberg verschiedene sportmotorische Tests, athletische Messungen (z.B. Wurfgeschwindigkeit) und handballspezifische Übungen absolviert. Zudem standen Spiele gegen andere Landesverbände auf dem viertägigen Programm. „Vor der Sichtung war unser Ziel, dass ein oder zwei Spieler weiterkommen. Letztlich haben aber gleich vier Spieler eine DHB-Nominierung bekommen. Das Ziel wurde also übererfüllt“, freut sich Panfil.

    Valkovskis überzeugt selbst mit einem gebrochenen Finger

    Unter den vier Nominierten ist auch Pavels Valkovskis, dessen handballerischen Wurzeln beim HSC Bad Neustadt liegen. Vor dieser Saison wechselte er dann von den Rotmilanen zum HSC 2000 Coburg. Dort entwickelte er sich bei den B-Junioren, die in der Bayernliga Zweiter wurden, zu einem absoluten Leistungsträger. „Pavels bringt alles mit, er ist universell einsetzbar und zudem ein sehr guter Abwehrspieler“, schwärmt Panfil.

    Obwohl Pavels Valkovskis im Verein im Rückraum spielt, sieht Panfil ihn auf Dauer eher am Kreis. Die Position also, auf der auch sein Vater Margots Valkovskis jahrelang in Bad Neustadt agierte. „Die Trainer der Junioren-Nationalmannschaften sind der gleichen Meinung wie ich. Sie sagen, dass er als Kreisläufer die größten Chancen hat“, berichtet Panfil. Dass sich Pavels Valkovskis auch von Rückschlägen nicht beirren lässt, bewies er beim Sichtungslehrgang in Heidelberg. Trotz eines gebrochenen Fingers überzeugte er die DHB-Trainer und war mit 104 km/h zudem einer der besten Spieler in der Kategorie Wurfgeschwindigkeit.

    Regelmäßiger Austausch mit Heuberger und Schwarzer

    Während seine Schützlinge von der Nationalmannschaft träumen dürfen, konzentriert sich Panfil lieber auf das Hier und Jetzt. „Meine Aufgabe beim BHV macht mir viel Spaß und sie ist eine tolle Herausforderung. Anders als im Verein tauscht man sich hier ständig mit vielen anderen Trainern aus und lernt dadurch viel dazu“, sagt Panfil. Regelmäßige Gespräche finden beispielsweise mit dem ehemaligen Bundestrainer Martin Heuberger (mittlerweile Bundestrainer U21-Junioren) oder Christian „Blacky“ Schwarzer (DHB-Jugendkoordinator) statt. Natürlich kann sich Panfil aber vorstellen, irgendwann auch einmal in anderen Bereichen zu arbeiten. „Beispielsweise würde es mich reizen, einen Jahrgang von klein an über mehrere Jahre zu trainieren und zu entwickeln. Aber das ist momentan noch Zukunftsmusik.“

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