• aktualisiert:

    FUßBALL: REGIONALLIGA BAYERN

    Die nächste Messlatte

    Fußball

    Regionalliga Bayern VfB Eichstätt – TSV Aubstadt (Samstag, 14 Uhr, Liqui-Moly-Stadion)

    Die Mannschaft aus der oberbayerischen Bischofsstadt und die des TSV Aubstadt haben zuletzt in der Saison 2016/17 zwei Mal die Klingen gekreuzt. In Aubstadt gewann der VfB das Hinspiel mit 3:2. Beim Rückspiel im März, da befanden sich die Gastgeber bereits auf dem Weg Richtung Meisterschaft und Aufstieg, trennte man sich 0:0. Die Mannschaft von Trainer Markus Mattes könnte aus mehreren Gründen jener von Josef Francic ein Vorbild sein. Sie durchbrach die Regel, dass Aufsteiger aus der Bayernliga Nord einen schweren Stand in der Regionalliga und erhöhte Probleme mit dem Klassenerhalt haben. Eichstätt wurde im ersten Jahr Siebter, im zweiten Jahr sogar Vizemeister. Vor ein paar Wochen schieden sie gegen den Bundesligisten Hertha BSC Berlin (1:5) in der ersten Hauptrunde um den DFB-Pokal aus.

    Vorige Saison Vizemeister

    Die beiden Trainer haben auch einiges gemeinsam. Sowohl Mattes als auch Francic waren bei einem Bezirksligisten, ehe sie zu einem Bayernligisten kamen. Francic gelang in seinem zweiten Jahr der Aufstieg, in seinem achten der Aufstieg in die Regionalliga. Beide sind Dauerbrenner mit nachhaltiger Vereinstreue, Mattes im sechsten Jahr, Francic im neunten. Dass beide den Klassenerhalt als Ziel für diese Saison ausgaben, verwundert indes nur bei Mattes, der die vergangene Saison hinter dem FC Bayern München II als Vizemeister abschloss. Dass beide bei diesen Vorgaben mit ihrer derzeitigen Platzierung, besser gesagt mit den letzten Ergebnissen, eher unzufrieden sind, liegt eher am Naturell und Anspruchsdenken, wonach Zufriedenheit für Trainer Rückschritt ankündigt.

    Der VfB Eichstätt ist furios in die Saison gestartet, zumindest was seine Heimspiele betrifft. Vor eigenem Publikum wurden Schalding-Haining 7:0 und Garching 5:0 weg geputzt, Buchbach nur 2:0, ehe man sich gegen Illertissen (1:1) und Bayreuth (0:1) auch verwundbar zeigte. Dafür gelang sofort im Anschluss ein 1:0-Auswärtssieg beim Aufstiegsfavoriten Türkgücü München, der eine Woche später dem TSV Aubstadt die erste Heimniederlage beibrachte. Mit der sich Josef Francic Mitte der Woche immer noch nicht abfinden mochte. Nicht etwa, dass seine Ansprüche ins Unrealistische gestiegen wären. „Mein Ärger war berechtigt. Ich lasse es mir nicht nehmen, nachdem ich das Spiel detailliert noch einmal angeschaut und analysiert habe, dass wir kompletter als die waren. Sie haben uns zwar phasenweise unter Druck gesetzt. Aber wir hatten sie im Griff. Es war schließlich ein Titelaspirant. Außer diesem 33-er (Michael Zant) bei Standards haben sie keine Chance gehabt. Wir müssen bei 5-gegen-3-Überzahl das 2:1 machen, bevor die es machen.“

    Ausnahmespieler in den Reihen

    Allerdings habe er auch gesehen, „wie die Jungs fertig waren. Wir haben die Dinge angesprochen und gemeinsam analysiert. Und jetzt gilt es, sich wieder neu zu konzentrieren auf Eichstätt.“ Er wisse von diesem Gegner, dass er sehr körperlich präsent und zweikampfstark ist. „Die Spiele, die sie so hoch gewannen, haben sie mit einer Wahnsinns-Abschluss-Quote gewonnen, wobei die ersten drei Chancen drin waren. Mit Fabian Eberl haben sie einen Ausnahmespieler in ihren Reihen.“ Er spielt seine vierte Saison beim VfB, hat in der Bayernliga 26 Mal getroffen, in der Regionalliga 20 und 18 und heuer bisher sechs Mal. Christian Heinloth (4) und Atdhedon Lushi (4) kommen ihm mit ihrer Torgefährlichkeit am nächsten.

    Erfahrung pur haben die Gastgeber mit dem 33-jährigen Abwehrspieler Benjamin Schmidramsl. Er spielt seine 15. Saison in diesem Verein und hat den Durchmarsch von der Bezirksliga bis heute mitgemacht. Francic erinnert daran, dass der VfB zwar Tabellennachbar ist, diese Position aber seinen tatsächlichen Qualitäten nicht entspricht. Dennoch: So glatt läuft es auch nicht mehr wie am Saisonanfang. Von den letzten sechs Spielen konnte nur eines gewonnen werden. „Sie sind unsere nächste Messlatte“, meint Francic. „Wir fahren da hin, um das Spiel nicht zu verlieren und denen die Stirn zu bieten.“

    Durchwachsene Personalsituation

    Personell sieht es eher durchwachsen aus. Christopher Bieber musste das Training wieder abbrechen. Die Wade hat sich wieder gemeldet, „auf ihn werden wir noch mindestens zwei Wochen verzichten müssen.“ Julius Benkenstein ist wegen fünf gelber Karten gesperrt. Christian Köttler hatte Mandelprobleme. „Mal sehen, wie er da raus kommt.“ Daniel Leicht ist wieder voll in Bewegung. Selbst Ben Müller käme für die Innenverteidigung in Frage. Wir werden schon wieder eine gute Mannschaft vorstellen.“ (rd)

    Rudi Dümpert

    Kommentare (0)

      Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!