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    FUßBALL: REGIONALLIGA BAYERN

    Aubstadts am häufigsten gebrauchtes Wort lautet "ärgerlich"

    Fußball

    Regionalliga Bayern TSV Buchbach – TSV Aubstadt 2:1 (1:1)

    Diese zwei von den Strukturen her ähnlichen Dorfklubs und Mannschaften hatten ähnliche Ziele: Der TSV Buchbach wollte seine Heimstärke von den respektablen Vorstellungen gegen den 1. FC Nürnberg II (2:2) und Türkgücü München (2:1) bestätigen. Und Aufsteiger TSV Aubstadt gedachte, seine Positivserie mit drei Punktspielen und einem Pokalspiel ohne Niederlage fortzusetzen.

    Bieber erstmals in der Startelf

    Aubstadts Trainer Josef Francic musste auf den angeschlagenen Christian Köttler und deshalb die Viererkette auf zwei Positionen verschieben. Im Sturm kam erstmals Christopher Bieber anstelle von Christoph Schmidt in der Startelf zum Einsatz. Martin Thomann nahm auf der Bank Platz. Das Abtasten beider Mannschaften galt zunächst sowohl dem gänzlich unbekannten Gegner, als auch den plötzlich wieder feuchtwarmen Temperaturen.

    Mutmacher für Aubstadt

    In der 16. Minute legten die Gäste dann mit dem 0:1 den Grundstein für ihr bevorzugtes Auswärtssystem: Den Gegner kommen lassen und mit schnellem Umschaltspiel Nadelstiche setzen. Einen zweiten Eckball direkt hintereinander von Ingo Feser rammte der aufgerückte Innenverteidiger Julius Benkenstein mit dem Schädel zur Gäste-Führung ins Netz. Von Buchbacher Seite aus gesehen ein Gegentor aus dem Nichts heraus, weil sie zu dem Zeitpunkt die etwas aktivere Mannschaft waren. Für die Aubstädter war er indes der Mutmacher zu eigenen verstärkten Aktivitäten. Sie übernahmen zunehmend das Heft des Handelns und drückten den Gegner in dessen eigene Hälfte zurück.

    Und mit der letzten Aktion vor dem Halbzeitpfiff der Schiedsrichterin Angelika Söder, die am Freitag noch das Eröffnungsspiel der Frauen-Bundesliga in Frankfurt geleitet hatte, fiel, ebenso aus dem anderen Nichts heraus, der Ausgleichstreffer zum 1:1. „Echt ärgerlich“, so die Stimmung, mit der Co-Trainer Waios Dinudis in die Kabine ging. „Wir waren doch gerade so am Drücker und dem 2:0 wesentlich näher.“ Christian Mack, außerhalb des Fünfmeterraums von einem Gegner behindert, konnte einen Freistoß nicht weit genug weg klären. Am hinteren Fünfmeter-Eck lauerte Mucahid Cinar und bugsierte den Ball über die Linie zum Halbzeitstand.

    Benkenstein wieder per Kopf

    Bezeichnend für das Aubstädter Spiel, dass die erste Chance nach der Halbzeit auf das Konto eines Defensiven, wieder von Benkenstein, ging. Diesmal köpfte er Ben Müllers Flanke neben das Tor (64.). Es war aber auch gleichbedeutend damit, dass Aubstadt am Drücker war und mehr als das Unentschieden wollte. Doch Wollen und Vorhaben waren nicht entscheidend, sondern die Entschlossenheit von Christian Brucia, der von der Strafraumkante aus abzog und Mack zum zweiten Mal das Nachsehen gab – 2:1. Jetzt warf die Aubstädter Trainerbank alles rein, was Tore schießen kann: Holte den einen Sechser Daniel Leicht vom Feld und brachte Martin Thomann, zum ersten Mal nach seinem Bänderriss ins Spiel. Wenig später auch Michael Kraus für Ben Müller und Christoph Schmidt für Timo Pitter.

    Buchbach wankte, brach aber nicht mehr ein, sondern fand immer eine Lösung gegen die anrennenden Aubstädter. Die selbst fünf Minuten Nachspielzeit nicht mehr nutzen konnten. Schmidt (90. + 1) verzog aus günstiger Position. Thomann flankte, doch Dellingers Kopfball (90. + 2) ging knapp über den Balken.

    Francic: „Ärgerlich hoch drei“

    „Ärgerlich hoch drei“, sagte Josef Francic hinterher immer wieder: „Über Standards allerdings waren sie immer brandgefährlich. Aus dem Spiel heraus kamen sie zu einer Chance. Wir haben ihnen gezeigt, was wir können, und das hat ihnen viele Probleme bereitet. Immer wieder haben sie diese gefährlichen, ehemaligen Drittligaspieler wie Petrovic und Brucia gesucht und die immer wieder den Zweikampf mit anschließendem Freistoß für Buchbach. Die Schiedsrichterin konnte das nicht identifizieren, was Foul und was Schwalbe ist. Das war aber nicht spielentscheidend. Ärgerlich hoch drei, echt ärgerlich.“

    Buchbach: Maus – Drum, Leberfinger, Hain, Grübl, Rosenzweig – Brucia (88. Bahar), Wieselsberger (23. Breu), Walleth, Petrovic – Cinar. Aubstadt: Mack – Feser, Grader, Benkenstein, Behr – Leicht (69. Thomann), Trunk – Dellinger, Müller (75. Kraus), Pitter (79. Schmidt) – Bieber. Schiedsrichterin: Söder (Ochenbruck). Zuschauer: 619. Tore: 0:1 Benkenstein (16.), 1:1 Cinar (45. + 1), 2:1 Brucia (66.). Gelb: Hain, Brucia, Cinar – Feser. (rd)

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