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    FUßBALL: BAYERNLIGA NORD

    Zu spät im Vorwärtsgang

    Fußball (mad/dr)

    Bayernliga Nord FC Würzburger Kickers II – TSV Großbardorf 3:2 (1:0)

    Freitagabend, Flutlicht, aber kein Festtag für die Großbardorfer Grabfeld-Gallier. Sie verloren beim FC Würzburger Kickers II mit 2:3 (0:1). „Wir hatten uns natürlich mehr ausgerechnet“, sagte Großbardorfs Trainer André Betz, „aber wir haben nur in den letzten 20, 25 Minuten so gespielt, wie ich mir das vorgestellt hatte.“

    Nach dem 2:0-Sieg der Großbardorfer am vergangenen Wochenende gegen den ASV Neumarkt hatte Betz deutliche Worte gefunden. Er hatte eine – über weite Strecken – phlegmatische Spielweise seiner Elf moniert sowie die Zweikampfführung und die Laufbereitschaft kritisiert. In der ersten Halbzeit der Partie auf der Würzburger Sieboldshöhe muss es ihm vorgekommen sein, als hätten die Spieler seine Worte nicht gehört. Großbardorf konnte im Spiel nach vorne kaum Impulse setzen, von nach vier Siegen am Stück befreit aufspielenden Grabfeld-Galliern war nichts zu sehen.

    Nur ein Abschluss

    Und so bekam Kickers-Schlussmann Fabian Will im Würzburger Dämmerlicht den Ball nicht ein Mal zu sehen. Ein 16-Meter-Volleyschuss von Dominik Zehe, der sein Ziel verfehlte, bedeutete den einzig nennenswerten Vorstoß der Gäste. Viel mehr hatte die vom früheren Bundesligaprofi Rainer Zietsch trainierte U 23 des Drittligisten auch nicht zu bieten. Mit einem Unterschied: Aus ihrer ersten Chance machte sie ein Tor. Ismailcan Usta zog aus 16 Metern ab – tunnelte Gegenspieler Xaver Müller – und es hieß 1:0.

    Kurz vor der Pause versuchten die Kickers nachzulegen. Ein Kopfball von Onur Ünlücifci (40.) fand aber ebenso wenig den Weg ins Netz wie ein Schuss von Leonard Langhans. Was Würzburg in den Minuten vor dem Seitenwechsel versäumte, machte es in denen danach besser: Hamed Saleh (47.) und erneut Ismailcan Usta (57.) stellten das Ergebnis auf 3:0 für den FWK. „Damit war das, was wir uns für die zweite Hälfte vorgenommen hatten, schon über den Haufen geworfen“, seufzte Betz.

    Einmal Strafstoß, einmal nicht

    Dazwischen hätte es freilich gut und gerne einen Strafstoß geben können für die Gäste. Dominik Zehe stibitzte im Mittelfeld den Ball und setzte Simon Snaschel in Szene. Der bekam ein Schubser in den Rücken, aber keinen Pfiff. In der 66. Minute aber schon. Snaschel behauptete den Ball gegen mehrere Gegenspieler und wurde im Strafraum in die Zange genommen. Diesmal entschied Schiedsrichter Constantin Scharf zugunsten des TSV-Angreifers. André Rieß trat zum Elfmeter an und verwandelte sicher. „Bei der zweiten Situation stand es halt schon 3:0“, haderte Betz. Hätte der Schiedsrichter bei der ersten schon gepfiffen, „mal schauen, was dann passiert wäre“.

    Nun endlich war aber der Kampfgeist der Grabfeld-Gallier geweckt. Und Björn Schönwiesner zeigte eine Kostprobe dessen, was ihn an die Spitze der Torjägerliste geführt hatte. Angespielt in der Mitte der Kickers-Hälfte versetzte er eins, zwei, drei, vier, fünf Gegenspieler, rappelte sich nach einem Strauchler wieder auf und jagte den Ball aus 16 Metern ins Tor. Großbardorf war wieder im Spiel und obendrein ja in Überzahl nach der gelb-roten Karte gegen Peter Burghard.

    In der Schlussphase rollte der Ball nur noch in eine Richtung: auf das Kickers-Tor. Freilich nicht mit der notwendigen Präzision. André Rieß hatte das 3:3 fünf Minuten vor Ultimo den auf dem Fuß. Nur halt auf dem falschen, sein Schuss mit dem schwächeren linken Fuß aus zehn Metern ging über das Tor. Deutlich knapper dran am Ausgleich war in der 88. Minute Dominik Zehe, der einen Freistoß an den Pfosten setzte.

    Würzburg: Will – Staudt, Kutzop, Hajtic, Mazagg – Burghard – Saleh (83. Imgrund), Ünlücifci, Usta (86. Wagner), Langhans – Ebui (76. Lehrmann). Großbardorf: Schneider – Müller, Mangold, Hölderle, Poznic – Piecha – Rieß, Zehe, Schönwiesner – Dinkel (46. F. Dietz), Snaschel (83. Röder). Schiedsrichter: Scharf (Pressrath). Zuschauer: 100. Tore: 1:0 Usta (26.), 2:0 Saleh (47.), 3:0 Usta (57.), 3:1 Rieß (66., Foulelfmeter), 3:2 Schönwiesner (78.). Gelb-Rot: Burghard (72., Würzburg).

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