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    Handball: Relegation

    Selbstbestimmt zum Aufstieg

    Der Einsatzwille von Franziskus Gerr (links) in Kirchzell war Chrischa Hannawald ein Sonderlob wert. Der HSC-Trainer hofft, dass der Kreisläufer auch gegen Dinslaken seine Mitspieler mitreißen kann. Foto: Anand Anders

    Handball

    Um den Aufstieg in die Dritte Liga 2. Runde, Spiel 2 HSC Bad Neustadt – MTV Rheinwacht Dinslaken (Donnerstag, 17 Uhr, Bürgermeister-Goebels-Halle)

    „Nach der langen Runde, die wir mit der Bayernliga-Meisterschaft gekrönt haben, wollen wir nicht beim Erreichen unseres Saisonzieles, dem Aufstieg in die Dritte Liga, auf dem letzten Meter stecken bleiben“, sagt Trainer Chrischa Hannawald vor dem – im Erfolgsfall – letzten Match des HSC Bad Neustadt in der Saison 2018/19. Deswegen heißt es für ihn und seine Schützlinge: Ein Sieg gegen den MTV Rheinwacht Dinslaken muss her.

    Sonderlob für Franziskus Gerr

    Dann wäre nach dem 26:26-Unentschieden in Kirchzell der Aufstieg sicher. „Auf irgendwelche mathematischen Spielereien wollen wir uns gar nicht erst einlassen. Wir wollen über unser Schicksal selbst bestimmen“, erklärt der Coach selbstbewusst. Dieser hatte in Kirchzell alle Hände voll zu tun, um seine Mannen in die Spur Richtung Punktgewinn zu bringen. Nach einem zeitweise deutlichen Rückstand (8:14) und einem scheinbar verlorenen Spiel zweieinhalb Minuten vor dem Abpfiff (23:26) zeigten die Rot-Weißen Moral, ließen sich von der lautstarken Kulisse nicht beeindrucken und schafften das nicht mehr für möglich gehaltene Remis durch einen Treffer von Franziskus Gerr. „Franziskus hat sich mit seiner Leistung ein Sonderlob verdient, er hat gekämpft wie ein Löwe und auch immer wieder seine Mitspieler durch deutliche Ansprache mitgerissen“, meinte sein Coach. „Ich würde mich freuen, wenn er das am Donnerstagnachmittag wiederholen könnte.“

    Der TuSEM leistet Schützenhilfe

    Der Punktgewinn war natürlich Gold wert: „An der am Samstag gezeigten Einstellung sollten wir unbedingt gegen Dinslaken anknüpfen“, sagte Hannawald. Dabei ist der Meister der Regionalliga Nordrhein – so heißt die gemeinsame Oberliga der Verbände Mittelrhein und Niederrhein – ein weitgehend unbeschriebenes Blatt, hat seinen Coach Harald Jakobs in den letzten Wochen aber ebenfalls in ein Wechselbad der Gefühle geworfen. Nach einer unerwartet vorzüglichen Saison, die Rheinwacht war erst vor zwölf Monaten in die Regionalliga aufgestiegen, schien am letzten Spieltag die Meisterschaft nach einer 26:34-Niederlage gegen TuS Korschenbroich verspielt. Der SG Ratingen hätte einen Tag später ein Remis bei TuSEM Essen II zum Titelgewinn genügt. Aber die Ratinger verloren überraschend mit 28:29 gegen die Essener, die in diesem Spiel von den Dinslakener Fans lautstark unterstützt wurde.

    Für Dinslaken hieß es in der ersten Relegationsrunde gegen den Zweiten der Oberliga Baden-Württemberg, den TV Plochingen, anzutreten. Dabei behielten die Schwaben nach einem 28:28 in Dinslaken in heimischer Halle beim 34:29-Erfolg die Oberhand. In beiden Spielen wusste die Dinslakener Deckung nicht so richtig zu überzeugen, die Torhüter Marco Banning und Nils Ahlendorf parierten nur haltbare Würfe. Die Rückraumspieler Fabian Gorris und Maximilian Reede wurden zudem durch eine offensive gegnerische Deckung weit vom Kreis abgedrängt und konnten nur selten zu Würfen ansetzen. Die taktische Umstellung auf zwei Kreisläufer, die von Spielmacher Philipp Tuda eingesetzt wurden, läutete keine Wende ein.

    Erfolgreichster Schütze war so Steffen Hahn mit fünf Treffern, doch der wird in der Bürgermeister-Goebels-Halle fehlen. Beim Training am vergangenen Wochenende zog er sich eine Knochenabsplitterung im Sprunggelenk zu, der Fuß wurde mittels Gipsverband ruhiggestellt, die Relegationsspiele sind für ihn passé. Dennoch ist sich Hannawald sicher: „Der Gegner wird ganz klar eine schlagkräftige Mannschaft mitbringen, wird nicht verlieren wollen, auch wenn er gegen Kirchzell eine zweite Chance hat.“

    Kleinhenz fehlt beim HSC

    Der HSC muss auf Rechtsaußen Benedikt Kleinhenz verzichten, der einen schon lange geplanten Urlaub angetreten hat. Im Kader steht auf jeden Fall der in Kirchzell nicht eingesetzte Vilim Leskovec, „was daran lag, dass Krisztian Galli sehr gut spielte und ich daher keine Veranlassung zur Veränderung auf der Spielmacherposition sah“, erklärte Hannawald. Bei den Rotmilanen ist der Fokus ganz auf Heimsieg gestellt, um dann in die Dritte Liga zu fliegen. (ba)

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