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    FUßBALL: REGIONALLIGA BAYERN

    Aubstadt: Jeder Sieg macht mehr Mumm

    Ein Volltreffer war der Neuzugang beim TSV Aubstadt Timo Pitter (rechts), der absolute Regionalliga-Reife mit einbrachte. Am Samstag geht es gegen den Tabellendritten SpVgg Greuther Fürth II. Foto: Rudi Dümpert

    Fußball

    Regionalliga Bayern TSV Aubstadt – SpVgg Greuther Fürth II (Samstag, 14 Uhr, Schulstadion)

    Wird es ein goldener Oktober für den TSV Aubstadt in seiner ersten Regionalliga-Saison? Wenn ja, wäre es zusammen mit den bisher erzielten 22 Punkten ein sicheres Fundament für das erklärte Ziel Klassenerhalt. Doch allein wenn die bisherige Bilanz von sechs Siegen, vier Remis und vier Niederlagen eine positive bleibt, lässt sich darauf aufbauen. Allerdings gilt für TSV-Trainer Josef Francic die gleiche Parole wie bei allen Auswärts- und besonders schweren Heimspielen: „Erlaubt ist alles außer Verlieren.“

    Irgendwie ähneln, fast gleichen sich die Einschätzungen des TSV-Trainers zum nächsten Gegner, wenn es gegen die U23-Teams von Profiklubs wie Augsburg, Nürnberg und eben Greuther Fürth geht. Ähnlich auch die Sichtweise bei unter Profibedingungen arbeitenden Klubs wie dem FC Schweinfurt 05 oder Bayreuth, und heben sich von denen ab, „die ich auf Augenhöhe sehe, weil sie wie wir trainieren.“

    Ruman: „Aubstadt zurecht oben“

    Das ist eben die Drei-Klassen-Gesellschaft dieser Liga zwischen Amateur- und Profi-Status, die sich aber nicht zwangsläufig in der Tabelle widerspiegelt. Vergleichbar wird Aubstadt von diesen gesehen, auch von SpVgg-Coach Petr Ruman (42), zwei Jahre Spieler bei Mainz 05 (Bundesliga) und sechs in Fürth (2. Bundesliga). Er sieht im TSV Aubstadt längst nicht mehr den Underdog wie vor der Saison und ist froh, nicht am Saisonbeginn zu den vom Aufsteiger Überraschten zu gehören. Ruman sagt: „Aubstadt gehört für mich zu den schwierigsten Spielen der Hinrunde. Es ist nicht einfach dort zu punkten. Sie haben eine gute fußballerische Qualität, und auch die Zuschauer werden ein Wörtchen mitzureden haben. Es ist vor der Saison natürlich nicht immer abzusehen, dass Aufsteiger so eine gute Rolle in der Liga spielen können. Aubstadt zeigt begeisternden Fußball mit guter Physis, macht es souverän und ist aktuell zurecht oben mit dabei. Wir freuen uns auf die nächste Herausforderung und wollen uns wieder auf dem Platz durchsetzen.“

    Atemzug der Zuschauer spürbar

    Was seiner Mannschaft in dieser Saison wesentlich besser zu gelingen scheint als in den letzten drei Runden, die sie als Vierzehnter, Dreizehnter und Sechszehnter abschloss. Apropos „Zuschauer mitreden“: Das bestätigt nur noch, was Josef Francic schon von mehreren Trainerkollegen gesteckt bekam. Es sei in Aubstadt eine besondere Atmosphäre am Sportplatz. Erstens kommen mehr Fans als zu mehreren anderen Vereinen. Und durch deren Nähe zum Spielfeld wirke dieses Zuschaueraufkommen noch direkter aufs Spiel ein. Francic: „Manche sagen, man spüre bei uns den Atemzug des Publikums und das sei anders, als in größeren Stadien, womöglich noch mit Aschenbahn drum herum. Deshalb sind meine Spieler daheim auch so geladen. Das gibt uns einen besonderen Schub.“

    Adlung führt die jungen Fürther

    Wobei Ruman wie auch sein Co-Spielertrainer Daniel Adlung (32) mit allen Wassern gewaschene Profis sind. Adlung, der alle 14 Spiele dabei war, spielte ein Jahr beim VfL Wolfsburg in der Bundesliga, in der 2. Bundesliga vier Jahre bei 1860 München, drei bei Energie Cottbus, eines bei Alemannia Aachen und drei bei Greuther Fürth. Damit ist er der ideale Leader seiner ansonsten sehr jungen U23-Auswahl, von der nur der 24-jährige Daniel Steininger, einst Teamkollege von Aubstadts Christian Köttler, immer wieder mal Einsätze in der ersten Mannschaft bekommt. Das Besondere am Tabellendritten: Seine Tore wurden von zwölf verschiedenen Spielern erzielt, maximal drei pro Spieler. Einen klassischen Torjäger haben sie nicht dabei.

    Für Francic war der 2:0-Sieg gegen Rosenheim „sehr, sehr wichtig. Ich hoffe, er gibt uns den nächsten Schub und eine Portion Kopffreiheit, damit wir uns mit noch mehr Mumm präsentieren. Der Gegner wird uns wieder alles abverlangen, spielerisch wie läuferisch. Dieser Adlung gibt seiner jungen Mannschaft eine gewisse Reife.“ Die er seinen Spielern keineswegs absprechen will nach den bisherigen 14 Auftritten. Und er ist „schon sehr stolz auf meinen breiten, ausgeglichenen Kader. Wenn ich sehe, wie sie beim Training beißen. Da muss ein Michael Kraus aus taktischen Gründen raus, ein Christoph Schmidt trotz prima Trainingsleistungen wochenlang warten. Da ist keine Spur von beleidigt sein. Und wenn sie dann reinkommen, brennen sie. Wenn einer oder zwei mal einen leichten Durchhänger haben, können wir sie eins zu eins ersetzen.“

    Bieber muss sich weiter gedulden

    Es gehe dem Vorrunden-Ende entgegen, „da gibt es einige angeschlagene Spieler.“ Köttler (Oberschenkel), Dellinger (Knöchel) machten nur Athletik-Training. Volkmuth hat seine Sperre abgesessen. Purtscher und Bieber müssen noch Geduld aufbringen. Drei Mal hatte es Aubstadt schon mit Fürth zu tun – in Testspielen: 3:4 gegen die U23 vor sieben Jahren, 1:4 gegen die Erste letztes und 3:0 gegen die U19 dieses Jahr. Irgendwo dazwischen sollte es diesmal enden. Wie sagt Francic: „Erlaubt ist alles außer Verlieren.“

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