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    FUßBALL: REGIONALLIGA BAYERN

    Aubstadts Aufgabe ist besonders komplex

    Fußball

    Regionalliga Bayern SpVgg Bayreuth – TSV Aubstadt (Samstag, 14 Uhr, Hans-Walter-Wild-Stadion)

    Das Kräftemessen mit Großkalibern und Traditionsvereinen geht weiter für Regionalliga-Aufsteiger TSV Aubstadt. Nach dem FC Augsburg II, den Würzburger Kickers und dem 1. FC Nürnberg II geht es an diesem Samstag, im Vergleich zu anderen Auswärtsspielen, nur einen Katzensprung weit zur SpVgg Bayreuth ins wohl bekannte Hans-Walter-Wild-Stadion. Dort hatten die Aubstädter in der Vergangenheit schon mehrere Auftritte.

    Am Ende der vorletzten Saison kam es in der Relegation zu zwei Begegnungen des Bayernliga-Zweiten Aubstadt und des Regionalliga-Drittletzten Bayreuth. Es waren Augenhöhe-Duelle ohne Sieger: In Aubstadt trennte man sich 2:2, in Bayreuth 1:1. Verziehen ist dem Schiedsrichter von damals der verweigerte Elfer in der Nachspielzeit. Die Francic-Elf ging für die folgende Saison gestärkt aus dieser gefühlten Niederlage hervor und stieg als Bayernliga-Meister in die Regionalliga auf.

    Namhafte Verstärkungen

    Bayreuth beendete die nächste Regionalliga-Saison als Neunter und verstärkte seinen Kader derart aufwändig, dass der Mannschaft von Trainer Timo Rost in diesem Spieljahr eine Mitfavoritenrolle zugedacht wurde. Kein Wunder, zeigt schon dieser kleine Ausschnitt der Neuzugänge die Ambitionen der Altstädter: Philip Messingschlager, Christopher Kracun und Alexander Piller vom FC Schweinfurt 05, Dennis Buchmann vom FC Erzgebirge Aue, Sascha Marinkovic vom Ligakonkurrenten Wacker Burghausen, Nils Schätzle vom Drittligisten 1. FC Magdeburg. Schließlich kam auch noch der 27-jährige Flügelflitzer Kodjovi Koussou, der 16 Jahre lang beim TSV 1860 München kickte und zum Drittliga-Aufstiegskader der Saison 2017/18 gehörte.

    Die Zahlen sind vergleichbar

    Bei der Masse an Qualität des Gegners bleibt den Aubstädter Trainern nur die Besinnung auf die eigenen Stärken. Diese führen schließlich dazu, dass man auch dieses Frankenderby auf Augenhöhe angehen darf, wenn auch Trainer Josef Francic noch „wesentliche Unterschiede“ feststellt. Aber: Schließlich empfängt der Tabellenvierte (18 Punkte) den Fünften (17). Auch die Torverhältnisse (20:13 gegen 19:14) nehmen sich nicht viel. Beide besten Torschützen, Anton Makarenko (vorher 3. Liga in Cottbus, Chemnitz und Babelsberg) und Ingo Feser, haben je sechs Mal getroffen. Beide Teams haben aus den letzten drei Spielen je sieben Punkte geholt. Bayreuth spielte gegen Rosenheim 3:0, gegen Türkgücü München 0:0 und gewann letzte Woche in Eichstätt 1:0. Dort saßen die Abwehrspieler Messingschlager und Weber ihre Sperren ab.

    Francic zeigt sich beeindruckt

    „Hier treffen zwei verschiedene Welten aufeinander“, zeigt sich Francic im Vorfeld beeindruckt. „Bayreuth hat mit Timo Rost einen Riesenschritt nach vorne gemacht. Sie sind auf Kurs 3. Liga, wenn nicht heuer, dann demnächst. Alle Planungen deuten darauf hin. Jetzt haben sie nicht nur die Haupttribüne, sondern auch die Gegengerade überdacht. Ihre Verstärkungen kommen aus der 3. Liga und der Regionalliga. In der Vorbereitung haben sie den Bundesliga-Absteiger 1. FC Nürnberg 2:1 geschlagen. Gegen Türkgücü München haben sie auch gezeigt, dass sie Kraft und Potenzial haben, gegen Spitzenmannschaften gleichwertig zu sein. Wir reisen aber sehr gern nach Bayreuth. Es ist immer ein Erlebnis, dort spielen zu dürfen.“

    Altstadt hört sich an wie Aubstadt

    Erinnert sei auch an die Fan-Freundschaft, bestehend seit einem Landesligaspiel Ende der 1990er-Jahre. Damals feuerten die SpVgg-Fans im Schulstadion ihre Mannschaft mit dem traditionellen, aber bei den Gastgebern nicht bekannten Ruf „Altstadt“ an. Was die Aubstädter verwundert als „Aubstadt“ verstanden, wofür sich der damalige Stadionsprecher Wolfgang Patek herzlich bedankte und zum Freibier einlud. Mangels vergleichbaren Sportheims ist solches in der Wagner-Stadt nicht möglich.

    Ziel: ein Remis

    Für Josef Francic sind indes Spiele in solchen Stadien (hier Fassungsvermögen 21 500) immer Festspiele. Allerdings seien es meist auch Riesenspielfelder „und die Aufgabe noch komplexer als daheim bei uns. Aber wir kennen ihre Stärken, besonders bei den Standards. Wir wissen, dass wir unter die Räder kommen können, wenn wir keinen guten Tag erwischen.“ Anders herum habe seine Mannschaft bewiesen, dass sie jeden ärgern könne, „wenn wir einen Sahne-Tag erwischen. Das Zweite wäre mir lieber. Die Tabellensituation allerdings hat gar nichts zu sagen. Ich sehe uns nicht ohne Chancen, aber eine Riesenaufgabe vor uns. Mit einem Punkt würden wir sehr glücklich nach Hause fahren.“

    Dellinger sitzt seine Sperre ab

    Michael Dellinger, einer der selber mit am meisten auf die Socken bekommt, sitzt seine Sperre wegen fünf gelber Karten ab. „Köttler hat etwas Probleme mit der Leiste, Benkenstein kommt zurück, ebenso Leicht. Hinter Bieber (Wade) steht ein dickes Fragezeichen. Da gehen wir kein Risiko ein“, lässt Francic wissen. (rd)

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