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    FUßBALL: REGIONALLIGA BAYERN

    Buchbach gegen Aubstadt: Duell zweier Dorfclubs

    Aubstadts neuer Kapitän Dominik Grader (links) gastiert mit seiner Mannschaft am Sonntag beim TSV Buchbach und möchte auch im fünften Pflichtspiel in Serie ungeschlagen bleiben. Foto: Rudi Dümpert

    Fußball

    Regionalliga Bayern

    TSV Buchbach – TSV Aubstadt (Sonntag, 14 Uhr, SMR-Arena)

    Ein Sprichwort sagt, dass der frühe Vogel den Wurm fängt. Das ist aber nicht der Grund für die frühe Abfahrtszeit der Aubstädter am Sonntag um 7.15 Uhr nach Buchbach. Es bleibt ihnen nichts anderes übrig, wenn um 14 Uhr angepfiffen wird und etwa vier Stunden ins 330 Kilometer entfernte Buchbach zurückgelegt werden müssen. Da zwei Stunden zur Akklimatisierung mindestens nötig sind und ein Puffer von einer halben Stunde für den Fall der Fälle einzuplanen ist, müssen sich die Grabfelder so früh zum derzeitigen Neunten der Regionalliga Bayern aufmachen. Und da der als „Kultclub“ bezeichnete TSV Buchbach das achte Jahr hintereinander in der höchsten Spielklasse Bayerns antritt, gehört die Mannschaft von Trainer Andreas Bichlmaier, in seiner dritten Saison in Diensten des TSV, zu den Arrivierten dieser Liga.

    Ähnliche Historie

    Was diese beiden Vereine gemeinsam haben, ist auf jeden Fall die Tatsache, dass man bis vor Kurzem vom Gegner noch nicht einmal wusste, innerhalb welcher Koordinaten der Landkarte man ihn zu suchen hat. Buchbach mit seinen gut 3000 Einwohnern liegt im oberbayerischen Landkreis Mühldorf am Inn, etwa 60 Kilometer nordöstlich von München. Betrachtet man die Historie ähneln sich die beiden Vereine ein wenig, auch wenn die Erfolgsgeschichte des Buchbacher TSV früher beginnt als die des Aubstädter. Der Durchmarsch von der Bezirksoberliga verlief ohne Rückschläge und direkter als jener der Aubstädter: Vier Jahre Landesliga Süd folgten vier Jahre Bayernliga und nun acht Jahre Regionalliga. Ein gesundes, lineares Wachstum. Noch länger dabei war ein Spieler, der eng am Entstehen des Prädikats „Kultclub“ beteiligt war. Manuel Neubauer spielte von der A-Klasse bis zur Regionalliga 18 Jahre lang ununterbrochen in der ersten Mannschaft und beendete mit 37 Jahren im Mai dieses Jahres seine aktive Laufbahn.

    Respektable Ergebnisse

    Die nächste Gemeinsamkeit: Wenn ein kleiner Verein aus einem kleinen Dorf so große Erfolge feiert, dann muss es auch am Zusammenhalt liegen. Mit der Schlagzeile “Kultverein im Kuhdorf“ können sie gut leben. „Mia san Kult“ und „Ein Dorf – eine Liebe“ wurden als Aussagen des Selbstbewusstseins selber kreiert und bestimmen das Image des Clubs seit Jahren auf einer ähnlichen Schiene, wie es der TSV Aubstadt mit der „Macht im Grabfeld“ angegangen ist. Im Gegensatz zum TSV Aubstadt (außer gegen den FC Schweinfurt 05) hat Buchbach schon mit einigen Großkalibern der Liga die Klingen gekreuzt. Gegen die drei bisherigen Gastmannschaften holte man respektable Ergebnisse: 2:1-Sieg gegen Türk Gücü München, dem Tabellenführer 1. FC Nürnberg II trotze man ein 2:2 ab und nur gegen den FC Augsburg II unterlag man mit 1:3. Nicht minder aussagekräftig sind die beiden Auswärtssiege in Illertissen und in Bayreuth, jeweils mit 1:0. Am Donnerstag bezog man dann in Eichstätt jedoch eine 0:2-Niederlage. Trainer Andreas Bichlmaier hat viele junge Fußballer in seinem Kader. Am Altersdurchschnitt der am häufigsten eingesetzten Spieler ist aber zu erkennen, dass er vorwiegend auf erfahrene Spieler im Alter von Ende 20 bis Anfang 30 setzt.

    Josef Francic und sein Trainerteam nutzen jedes Spiel, egal ob gewonnen oder verloren, durch gründliche Analyse gemeinsam mit der Mannschaft für den eigenen Lernprozess. So sahen sie im Spiel gegen Memmingen „zu viele ungenaue Pässe. Mehrmals waren keine Abnehmer da, wenn Mike Dellinger oder Timo Pitter bis zur Grundlinie durch waren.“ Gelernt habe man auch am Gegner, dass er mit der kompletten Mannschaft ins hohe Pressing ging. „Das war überragend, wobei wir ihnen von der Ballsicherheit her sogar überlegen waren. Was in der Bayernliga Halbchancen waren“, wie die von Ingo Feser und Christoph Schmidt, „sind in der Regionalliga Großchancen.“

    Francic lobt seine Mannschaft

    Er müsse seine Mannschaft dennoch loben. „Es war ein sehr schwieriger Gegner und wir haben kaum Chancen zugelassen. So ein Spiel muss man auch erst mal meistern, auch wenn es nicht so attraktiv war wie die zwei davor.“ Natürlich hat Francic den kommenden Gegner die Woche über gründlich analysiert. „Sie haben drei, vier überragende Leute, besonders Aleksandro Petrovic, ein Urgestein der Regionalliga. Wir haben wieder eine lange Reise vor uns und einen Gastgeber, der aus jedem Spiel einen Event macht. Es wird eine richtige Herausforderung für uns. Wir werden alles geben und wollen eine gute Leistung zeigen. Fehler wie bei unserem Gegentor in der ersten Minute dürfen uns nicht mehr passieren. Aber auch die Standards sind in dieser Liga eine ganz andere Nummer. Wir kassieren in Moment zu viele Tore aus Eckbällen und Freistößen.“

    Personell gibt es einen Hoffnungsschimmer am Horizont. Martin Thomann hat am Mittwoch das Mannschaftstraining wieder aufgenommen und auch Steffen Behr ist nach seiner Sperre wieder dabei. Dominik Grader und Ingo Feser haben kleinere Blessuren. Auch Ben Müller fehlte Krankheitsbedingt beim Training. „An das Tempo und ständige Spielen müssen wir uns erst gewöhnen, denn Regeneration ist wichtig“, sagt Francic. Der Mannschafts- und Fanbus fährt am Sonntag um 7.15 Uhr ab. Da dieser bereits ausgebucht ist, können nur angemeldete Personen mitfahren.

    Von Rudi Dümpert

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