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    FUßBALL: REGIONALLIGA BAYERN

    Aubstadt genießt den positiven Druck

    Daniel Leicht (im Bild) überzeugte in den letzten Wochen mit starken Leistungen und möchte daran auch im Auswärtsspiel des TSV Aubstadt beim SV Wacker Burghausen anknüpfen. Foto: Anand Anders

    Fußball

    Regionalliga Bayern SV Wacker Burghausen – TSV Aubstadt (Samstag, 14 Uhr, Wacker-Arena)

    Es soll mehr als ein Mannschafts- oder Vereinsausflug sein, wenn der TSV Aubstadt zum ersten Mal in seiner Vereinsgeschichte seine Mannschaft zu einem Auswärtsspiel schon am Vortag, also am Freitag, auf die Reise schickte. Sie führte an die deutsch-österreichische Grenze nach Burghausen im Landkreis Altötting. Übernachtet wurde in Waging am See. „Wir können damit diese sechs- oder mehrstündige Anreise vor dem Spiel vermeiden, ausgeruht ins Spiel gehen und unsere Mannschaftsbesprechung am Vorabend im Hotel durchführen“, freute sich Trainer Josef Francic über diesen besonderen Service des Vereins. Man hat gelernt aus den Reisen nach Buchbach und Illertissen mit Staus und verspäteter Ankunft. „Auf diesem Niveau entscheiden Kleinigkeiten“, weiß Francic. Wir werden für die bestmögliche direkte Vorbereitung gesorgt haben, wenn wir auf den Platz gehen“. ist er überzeugt.

    Vergangenheit im Profifußball

    Dieser Platz befindet sich in einem Stadion mit eine Fassungsvermögen von 10.000 Zuschauern, davon 3.350 Sitzplätzen, das seinen Rekordbesuch mit 11.582 Besuchern beim DFB-Pokalspiel gegen den FC Bayern München im August 2007 hatte. Die Wacker-Arena wurde vom ortsansässigen Wacker AG Chemiewerk erbaut und sah den SV Wacker Burghausen darin fünf Jahre zweite Bundesliga, sechs Jahre dritte Bundesliga und nun schon sechs Jahre in der Regionalliga spielen. Natürlich ist die Rückkehr in den offiziellen Profifußball das erklärte Ziel. In der vergangenen Saison wurde man hinter dem FC Bayern München II und dem VfB Eichstätt Dritter.

    Mit Wolfgang Schellenberg hat man der Werksmannschaft vor 15 Monaten einen Trainer vorangestellt, der zweierlei erreichen soll und kann: den Erfolg und die Förderung von Talenten. Sieben Jahre hat er beim TSV 1860 München in der U17 und U19 gearbeitet, dabei Bundesliga- und Nationalspieler hervorgebracht. Julian Weigl, die Bender-Zwillinge Lars und Sven, Florian Niederlechner, Julian Baumgartlinger, Kevin Volland und Philipp Max sind durch Schellenbergs Schule gegangen.

    Hinter den eigenen Ansprüchen

    Die aktuelle Wacker-Mannschaft wird von den beiden Routiniers Christoph Buchner (30) und Muhamed Subasic (31) angeführt und besteht ansonsten aus 20- bis 25-Jährigen. Der bisherige Saisonverlauf entspricht aber noch nicht ganz den Ansprüchen der Oberbayern. Elfter sind sie mit 20 Punkten aus sechs Siegen, zwei Unentschieden und sieben Niederlagen. Die letzten zwei Spiele in Eichstätt (1:2) und gegen Türkgücü München (1:2) wurden unglücklich verloren. Davor gelangen ein 0:0 in Bayreuth und ein 2:0 gegen den 1. FC Nürnberg II. „Sie werden sicherlich einen gewissen Druck verspüren“, schätzt Francic die Situation ein. „Den verspüren wir auch, aber einen positiven.“ Das letzte Spiel gegen Greuther Fürth II (2:0) war vielleicht der bisherige Gipfel der tollen Vorstellungen der Aubstädter in den letzten Wochen. Vier Siege und drei Unentschieden bei einer Niederlage holte der Aufsteiger aus den letzten acht Spielen – eine wahrlich bemerkenswerte Zwischenbilanz.

    Platz sieben mit zehn Punkten Vorsprung auf den ersten Relegationsplatz sind zwar keine Garantie auf den Klassenerhalt, aber ein beruhigendes Faustpfand. Josef Francic ist kein Träumer, aber auch alles andere als ein Miesepeter, sondern ein Genießer. Seine Freude über den aktuellen Lauf drückt er nahezu philosophisch aus: „Es ist zurzeit sehr schön bei uns. Die Zeit muss man genießen. Man muss sich auch bewusst sein, wenn es einem gut geht. Es ist gerade die Zeit und wir genießen sie. Wir sind aber auch vorbereitet darauf, wenn es uns einmal schlechter geht.“ Dabei blickt er über den Tellerrand der Tabelle hinaus in seinen Kader hinein: „Man hat inzwischen gesehen, dass vor allem einige ältere Spieler eine Zeit gebraucht haben, wie etwa der Daniel Leicht, bis sie in der Liga richtig ankamen.“

    Auf die Regionalliga eingestellt

    Und: „Wenn du in einem gewissen Alter deinen Körper noch einmal umstellen, dich an schnellere Tempi gewöhnen musst, dann dauert das eben ein bisschen. Daniel war schon in Eichstätt sehr gut und erinnerte auch gegen Rosenheim und Fürth an alte Zeiten. Er liefert damit den Beweis, dass es nie zu spät ist, noch einmal so einen Sprung zu machen und in so einer Klasse zu spielen.“ Viele hätten auch kritisiert, die Aubstädter Keeper seien zu alt bzw. zu jung. „Für den Macki gilt das auch. Er hat sich auf Flanken und auf eine neue Schusshärte eingestellt. Dieses Freistoßtor in Schweinfurt würde er heute wahrscheinlich nicht mehr kriegen. Gerade für solche Spieler freue ich mich, dass sie an diesem Punkt ihrer Laufbahn noch einmal einen Schritt nach vorne gemacht haben.“

    Verzichten muss Francic in Burghausen erneut auf Christopher Bieber (Wade), der am Dienstag wieder ins Mannschaftstraining eingestiegen ist, und auf Christian Köttler (Oberschenkel). „Manche Spieler von uns haben schon Träume. Die Mannschaft insgesamt ist aber bodenständig und weiß, dass wir zurzeit eine Sternstunde erleben.“ Und sie habe diese Woche hart, vielleicht noch härter als sonst, trainiert, „weil das momentan alles etwas leichter fällt.“ (rd)

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